
Fang-Yi Lin © Nick/Unitas
Fang-Yi Lin ist Pianistin, Komponistin, Kuratorin, Herausgeberin und Kulturmanagerin. Sie studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien bei Michael Jarrel und Klaus Huber und absolvierte ein MFA mit Schwerpunkt Komposition. In Taiwan studierte sie Klavier und als Zweitfächer Oboe, Violoncello, Trompete und Flöte. Lin war auch Gitarristin in einer Band in Taiwan, die den ersten ICRT Young Star-Preis für Popmusik gewann. Lin erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Stipendium für herausragende ausländische Studierende des österreichischen Bildungsministeriums und das Kreativstipendium des österreichischen Kulturministeriums.
Nachdem sie 2002 nach Taiwan zurückkehrte, begann Lin für Theater- und Tanzaufführungen zu komponieren; so. z.B. für die Inszenierung der Shakespeare‘s Wild Sisters und der Regisseurin BABOO von Heiner Müller Stück Quartett. 2011 arbeitete sie als Sounddesignerin mit dem Choreografen Zheng Tsong-Long in dem Stück On the Road zusammen, das mit dem Taishin Arts Award für Darstellende Kunst ausgezeichnet wurde. Außerdem wurde Lin im Jahr 2011 Hauptproduzentin der jährlichen Konferenz der Asia Composer League (ACL), zu der sie die Aufführungen von etwa 120 zeitgenössischen taiwanesischen Musikstücken in verschiedenen Städten plante und organisierte. Im Jahr 2012 wurde sie von eu-art-network als repräsentative Künstlerin Taiwans für ein internationales Austauschprogramm eingeladen. Zu selben Zeit veröffentlichte Lin ihre Komposition Ein Hauch des Mythos, inspiriert von Shan Hai Jing. 2013 arbeitete sie am Teatro La Fenice in Venedig und wurde 2014 von der Cloud Gate Dance Cultural Foundation für das Wanderer-Projekt ausgewählt.
Lin gilt außerdem als eine der wichtigsten Kritikerinnen für taiwanesische Performancekunst. Ab 2016 war sie als Musikberaterin und Kolumnistin für das Magazin Art-plus in Taiwan und 2012-13 als Musikkritikerin für die National Theatre and Concert Hall tätig. Seit 2015 arbeitet sie als beratende Redakteurin für die Performance Arts Review des National Performing Arts Center.
Stand: Oktober 2025