Gerhard Stäbler

Gerhard Stäblers (1949) umfangreiches Œuvre umfasst Kompositionen für Musik- und Tanztheater, für sinfonisches Orchester, Ensembles, Vokalmusik, Kammermusik, Solo-Instrumentalwerke, elektronische Musik und Performances. Ur- und Erstaufführungen fanden u.a. in Norwegen (Borealis Festival, Bergen International Festival, Norske Opera Oslo), Düsseldorf (Tonhalle), Tokio (Music Documents 13), Karlsruhe (Festival ZeitGenuss, ZKM-Festival Piano plus), Köln (Acht Brücken), Frankfurt (hr-Sinfonieorchester) und Kiew statt. Im Auftrag der Kunststiftung NRW entstand das Vokalwerk all is to be dared für auditivvokal Dresden sowie die großen Ensemblewerke TIEFEN·SCHÄRFE und Lob des Selben für das Beethoven-Jahr 2020. Aktuell arbeitet Stäbler an einem neuen Musiktheaterwerk für das Landestheater Linz (Österreich). 

Von 2000 bis 2010 etablierte Gerhard Stäbler mit seinem Partner Kunsu Shim das Zentrum für zeitgenössische Musik EarPort am Lehmbruck Museums in Duisburg, wo die beiden Komponisten ihr originäres Konzept der PerformanceMusik und PerformanceKonzerte weiterentwickeln. In diesem Rahmen tritt Stäbler auch als Performer und Rezitator in Erscheinung.  Shim und Stäbler kooperieren mit zahlreichen Institutionen wie der Kunsthalle, Tonhalle und dem Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf. Gleichzeitig erarbeiten sie interdisziplinäre Konzepte für internationale Institutionen, wie Trialog mit dem koreanischen Videokünstler Kyungwoo Chun (mit dem zweisprachigen Kunst-Musik-Buch bild.klang.los). 2020 und 2021 setzten sie das Projekt TIEFEN·SCHÄRFE im Rahmen der Muziek Biennale Niederrhein und die Konzertserie Quadrophonien mit Komponist*innen der Ukraine, Großbritannien, den Niederlanden und Südkorea digital um. 

2019 und 2022/23 absolvierten Stäbler und Shim mehrwöchige Aufenthalte in der Residenz der Kunststiftung NRW in Istanbul und konzipierten das Konzertprojekt Good-Bye Paradise? – PerformanceSpiele im Museum für zeitgenössische Kunst ARTER Istanbul mit dem Hezarfen Ensemble. 2024 erhielt Gerhard Stäbler den Deutschen Musikautorenpreis in der Kategorie Komposition Percussion. 

Stäbler und Shim touren international mit Portraitkonzerten, Performances, Gastvorlesungen und Workshops etwa in Europa, Australien, Nord- und Südamerika, Israel, Japan und Korea. 2018 unternahmen sie mit Unterstützung des Goethe Instituts eine USA-Tournee mit Residencies, Konzerten und Lectures an der University of North Texas, der Ragdale Foundation, in Chicago, Minneapolis und Los Angeles. 2017 und 2022 waren sie Gastprofessoren an der Universität der Kunst (EUM) in Montevideo/Uruguay, 2023 Gastdozenten am Conservatorium van Amsterdam. 

Stäblers Schaffen wurde in mehreren Publikationen gewürdigt, darunter Paul Attinello, Gerhard Stäbler. live / the opposite / daringmusic, graphic, concept, event (2015), und DAZWISCHEN. Die Zusammenarbeit der Komponisten Kunsu Shim und Gerhard Stäbler von Elisabeth von Leliwa (2022). Auf CD erschien unter anderem Piano Music by Gerhard Stäbler | Kunsu Shim mit dem Pianisten Martin Tchiba (2022) und Musik der (Un)Ruhe/Music of (Dis)Quiet auf DVD (2023).  

Stand: Oktober 2025