Pressemeldung vom 19.3.2026

Wortmarke Theatertreffen

Theatertreffen26: Schauspielerin Katharina Bach erhält 3sat-Preis

In diesem Jahr wird die Schauspielerin Katharina Bach mit dem 3sat-Preis im Rahmen des 63. Theatertreffens der Berliner Festspiele ausgezeichnet. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis erhält sie für ihre Rolle in der zum Festival eingeladenen Inszenierung Wallenstein.Ein Schlachtfest in sieben Gängen von den Münchner Kammerspielen. Die Preisverleihung findet am Samstag, 9. Mai 2026, im Anschluss an die Vorstellung im Haus der Berliner Festspiele mit Publikum statt. Überreicht wird der 3sat-Preis von Markus Dillmann, Chef vom Dienst 3sat.   


„Jan-Christoph Gockels Wallenstein-Doppelbelichtung hat die Mechanik des Krieges und die Anatomie des Kriegers im Visier. Dass dieser sich nicht nur äußerlich panzern muss, sondern auch seelisch und mental, zeigt Katharina Bach als Wallensteins Feldmarschall Illo und in einem fulminanten Schlussmonolog, in dem sie sich all dieser Panzerungen auf eine Weise entledigt, dass man sich beim Zuschauen mit ihr quält. Im Musclesuit und mit Glatze ist Bach zunächst kaum wiederzuerkennen – und dann doch sehr, weil sie durch all die Kraftmeiereien dieses bis zum Stumpfsinn loyalen ‚Kriegsmenschen‘ dessen tiefe Verletzlichkeit durchschimmern lässt. Hinter seiner/ihrer/unserer Entschlossenheit lodert die Angst. Das ist schauspielerisch umwerfend und zeitlos wahr!“

–  Kommentar der Preisjury zur Wahl von Katharina Bach


Zur Jury 2026 gehören Nora Hertlein-Hull (Leiterin des Theatertreffens, Berliner Festspiele), Wolfgang Horn (Redakteur in der ZDF-Redaktion Musik und Theater) und Sabine Leucht (Kulturjournalistin und Mitglied der Theatertreffen-Jury).

Ein Porträt der Preisträgerin Katharina Bach zeigt das 3sat-Magazin „Kulturzeit“ am Donnerstag, 7. Mai 2026, um 19:20 Uhr in 3sat. Der Beitrag ist bereits ab Freitag, 1. Mai 2026, in der 3sat-Mediathek abrufbar.

3sat vergibt den 3sat-Preis als Medienpartner des Berliner Theatertreffens seit 1997 jährlich für eine künstlerisch innovative Leistung an einzelne oder mehrere Künstlerinnen oder Künstler aus dem Kreis der eingeladenen Ensembles. Bisher ausgezeichnet wurden unter anderen Claudia Bauer, Lina Beckmann, Sandra Hüller, Milo Rau, Christoph Schlingensief und zuletzt Anita Vulesica.

3sat zeigt vier „Starke Stücke“

Unter dem Titel „Starke Stücke“ präsentiert 3sat vier aktuelle Inszenierungen vom 63. Theatertreffen in seinem Programm.

Zum Auftakt am Samstag, 2. Mai 2026, um 20:15 Uhr, Fräulein Else nach Arthur Schnitzlers gleichnamiger Novelle von 1924, in einer Bearbeitung von Leonie Böhm und Julia Riedler, die auch in der Rolle als Fräulein Else zu sehen ist. Das Stück, das von seelischem Druck und gesellschaftlichen Erwartungen erzählt, wurde am Volkstheater Wien von Leonie Böhm inszeniert.
Am Samstag, 9. Mai 2026, 20:15 Uhr, folgt Jette Steckels Inszenierung von Klaus Manns Roman Mephisto an den Münchner Kammerspielen. II Gattopardo ist am Samstag, 16. Mai 2026, 20:15 Uhr, in 3sat zu sehen. Regisseurin Pınar Karabulut inszenierte Giuseppe Tomasi di Lampedusas Roman über den Untergang der alten Ordnung als vielschichtiges Erzähltheater am Schauspielhaus Zürich.

Im Stream live zeitversetzt überträgt 3sat am Sonntag, 10. Mai 2026, Wallenstein. Ein Schlachtfest in sieben Gängen vom Theatertreffen aus dem Haus der Berliner Festspiele – abrufbar um 17:00 Uhr in der 3sat-Mediathek. Das Stück nach Friedrich Schiller inszenierte Regisseur Jan-Christoph Gockel an den Münchner Kammerspielen.

Alle vier „Starken Stücke“ sind ab Freitag, 1. Mai 2026, für mindestens ein Jahr lang in der 3sat-Mediathek sowie in der Mediathekder Berliner Festspiele abrufbar.

Das 3sat-Magazin „Kulturzeit“ blickt auf die Schauspielkunst

Mit einem besonderen Blick auf die Schauspielkunst stellt das 3sat-Magazin „Kulturzeit“ am Donnerstag, 30. April 2026, um 19:20 Uhr verschiedene Inszenierungen des Theatertreffens vor. Die „Kulturzeit“ ergründet, was für Julia Riedler ihr Wirken in Fräulein Else vermag, um die Macht älterer Männer gegenüber jüngeren Frauen greifbar zu machen. Thomas Schmauser erörtert in Mephisto, wann Gedankenfreiheit in autoritäre Propaganda kippt.
Auch Paulina Alpen macht in Die Welt im Rücken über bipolare Störungen deutlich, was auf Schauspiel konzentriertes Theater zu leisten vermag. Der Beitrag ist bereits ab Freitag, 1. Mai 2026, in der 3sat-Mediathek zu sehen.