Lesung

Liao Yiwu (China)

„Für ein Lied und hundert Lieder. Ein Zeugenbericht aus chinesischen Gefängnissen“

Weltpremiere

Liao Yiwu

Liao Yiwu © Hartwig Klappert

Für sein Gedicht »Massaker«, das Liao Yiwu den Opfern des 4. Junis 1989 auf dem Platz des Himmlischen Friedens widmete, zahlte der vormals unpolitische Hippie-Poet mit vier Jahren Haft und zwei Selbstmordversuchen. Seine Erfahrungen aus der Haftzeit schildert der Autor von »Fräulein Hallo und der Bauernkaiser« in seinem Bericht »Für ein Lied und hundert Lieder«. Er schildert darin die brutale Realität der chinesischen Gefängnisse und beschreibt, wie Häftlinge entmenschlicht werden und es trotzdem immer wieder schaffen, ihre Würde zu bewahren. Der ebenfalls vollständig enthaltene Gedichtzyklus »Liebeslieder aus dem Gulag« zeigt Liao Yiwu, der zu den großen chinesischen Gegenwartsautoren zählt, überdies als sprach- und bildmächtigen Dichter.

Moderation Tilman Spengler
Kurzvortrag von Herta Müller über Liao Yiwus Werk
Lesung der deutschen Übersetzung Frank Arnold

Veranstalter: Berliner Festspiele | internationales literaturfestival berlin in Kooperation mit dem S. Fischer Verlag