Film
grenzen | los | tanzen Ensemble, grenzen | los | tanzen, München

„(t)RAUM“ von grenzen | los | tanzen © Lily Erlinger
Dieser interdisziplinäre tanzkünstlerische Kurzfilm entstand in der Zusammenarbeit von acht jungen Menschen aus München gemeinsam mit den Tänzerinnen Wiebke Dobers und Lara Paschke. Ausgehend von den Begriffen Traum und Raum erkunden die Tänzer*innen ihre verschiedenen Lebensrealitäten. Dabei teilen sie ihre Gedanken, äußern ihre Wünsche, erzählen und tanzen fantastische Geschichten.
Wo hat Jugend Raum? Von welchen Räumen träumt sie?
Werden junge Menschen in gesellschaftliche Diskurse eingebunden? Wem gehört der öffentliche Raum und wo finden junge Menschen dort ihren Platz? Die Art und Weise, wie Räume gestaltet sind, wirken sich auf das Leben aus. In der Gesellschaft, in der Stadt, in der Schule, im sozialen Umfeld oder in der eigenen Wohnung haben junge Menschen nicht immer den Raum, den sie brauchen. Wir wollen Raum neu einnehmen und für alle zugänglich machen. Wir träumen von einem Raum ohne Ausgrenzung und ohne Barrieren, von einem Raum mit Teilhabe.
Dabei ist alles immer 100 Prozent. Jetzt. Im Moment. Also immer: Echt! Wirklich!
„(t)RAUM“ ist ein interdisziplinärerer Tanzkunst-Kurzfilm, der von acht jungen Menschen aus München, gemeinsam mit den Tanzkünstlerinnen Wiebke Dobers und Lara Paschke entwickelt wurde. Ausgehend von den Begriffen Traum und Raum entstand eine Forschungsreise durch die verschiedenen Lebenswirklichkeiten und vielfältigen Alltagswelten der jungen Tänzer*innen. Die filmische Collage „(t)RAUM“ dient als Sprachrohr, Forum und Plattform für die Themen, Wünsche und Bedürfnisse der jungen Künstler*innen. Gleichzeitig bietet der Film einen Reflexionsraum, um unterschiedliche Wirklichkeiten miteinander zu vergleichen und zu hinterfragen.
Aus dem partizipativen Tanzprojekt grenzen | los | tanzen hat sich dieses Ensemble mit acht jungen Tänzer*innen gegründet. Die Gruppe kennt sich bereits über einen langen Zeitraum, sie sind gemeinsam aufgewachsen und es verbindet alle eine enge Freundschaft. Das Projekt grenzen | los | tanzen kooperiert seit 2015 mit Unterkünften und Ankerzentren für Menschen mit Fluchthintergrund und bietet zeitgenössischen Tanz für Kinder und junge Menschen vor Ort an.
Jurykommentar von Modjgan Hashemian
München glänzt – die Biergärten sind überfüllt, es riecht nach Geld. Aber was
steckt hinter diesen üppigen Fassaden?
Der Film „(t)RAUM“ befasst sich mit Fragen zu Räumen und Träumen. Was ist, wenn ich keinen Raum habe? Wenn der Raum keine Tür hat, durch die ich ihn betreten kann?
Was, wenn mein Körper an den weißen Wänden aneckt? Welche Räume stehen mir zur Verfügung und wie habe ich mich in diesen zu bewegen? Wer bestimmt eigentlich unsere Räume und warum dürfen wir uns nicht wie alle anderen frei darin bewegen und selbst entscheiden, welche Räume wir uns nehmen und wofür?
Die jungen Tänzer*innen der Gruppe grenzen | los | tanzen beschäftigt dieses Thema, seitdem sie in München leben (10 bis15 Jahre). Sie träumen von Räumen, die sie ohne Erlaubnis so beleben können, wie sie es möchten. Ballspielen, ohne den Ball an den Security Guard zu verlieren, Freund*innen spontan zum Übernachten einladen, ohne sechs Wochen auf eine Genehmigung zu warten. Selbstverständlichkeiten, die in einem der reichsten Bundesländer offensichtlich nicht für alle Menschen gelten.
Die jungen Menschen, eine Gruppe von acht selbstbewussten Tänzer*innen, finden ihre Freiheit vor allem in den Stunden wieder, in denen sie tanzen können.
„Einfach nur tanzen und alles andere ausblenden. Das verbindet uns als Gruppe.“
„Beim Tanzen vergesse ich meine Sorgen und habe viel Spaß.“
„Der Spiegel im Film symbolisiert den Schein, nicht das Sein.“
Eine große Freude, euch dabei zu haben!
Divine Aigbe, Ermias Awet, Rugiatu Conteh, Mishkah Najjar, Malak Najjar, Bolaji Abdulrazaq Ojolowo, Adolfazel Rezaei, Rezheen Ahmad Salih
Wiebke Dobers, Lara Paschke – Tanzkünstlerische Projektleitung und Produktion
Lily Erlinger – Film und Schnitt
Johannes Jannasch – Coaching
Divine Aigbe, Ermias Awet, Rugiatu Conteh, Mishkah Najjar, Malak Najjar, Bolaji Abdulrazaq Ojolowo, Adolfazel Rezaei, Rezheen Ahmad Salih in enger Zusammenarbeit mit Wiebke Dobers und Lara Paschke – Choreografie
Nicolas Kücken – Musikproduktion
Jakob Lakner – Bassklarinette
Ein Kooperationsprojekt von grenzen | los | tanzen, Fokus Tanz | Tanz und Schule e. V. und der Diakonie in München und Oberbayern – Innere Mission München e. V., gefördert vom Kulturreferat der Stadt München.