Eine Frau mit glatten braunen Haaren schaut lächelnd in die Kamera.

© Gerard Collett

Jennifer Johnston

Die Mezzosopranistin Jennifer Johnston gilt weithin als eines der herausragendsten Gesangstalente Großbritanniens und hat sich eine bemerkenswerte Karriere als vollendete Interpretin der monumentalen Werke von Mahler, Wagner, Britten, Beethoven und Elgar aufgebaut, was sie zur bevorzugten Solistin vieler der weltweit führenden Orchester und Dirigent*innen macht. Im Jahr 2021 wurde Johnston mit dem Singer Award der Royal Philharmonic Society ausgezeichnet, der ihr „Engagement und ihre emotionale Kraft“ sowohl in der darstellenden Kunst als auch in der Pädagogik würdigt; auch abseits der Bühne ist sie eine leidenschaftliche und eloquente Fürsprecherin der Künste.

Jennifer Johnstons Spielzeit 2025/26 war geprägt von mehreren bedeutenden Rollendebüts, insbesondere als Ježibaba (Rusalka), die sie sowohl in Tatjana Gürbacas Inszenierung für die Den Norske Opera unter der Leitung von Edward Gardner als auch mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter Domingo Hindoyan singt, sowie Fricka in Das Rheingold und Die Walküre mit dem Sinfonieorchester Wuppertal unter Patrick Hahn. Sie kehrt zu ihrer gefeierten Interpretation der Judith in Herzog Blaubarts Burg mit dem BBC Philharmonic Orchestra unter Anja Bihlmaier zurück.

Auf der Konzertbühne bringt Johnston in dieser Saison ihre charakteristische Tiefe und Kunstfertigkeit in Mahlers Sinfonie Nr. 3 mit dem Taiwan Philharmonic Orchestra und Jun Märkl sowie in die Sinfonie Nr. 2 mit dem Antwerp Symphony Orchestra unter Osmo Vänskä ein. Sie singt Wagners Wesendonck-Lieder mit dem Bournemouth Symphony Orchestra und David Hill sowie Mendelssohns Elia mit dem Gulbenkian Orchestra unter Hannu Lintu. Als leidenschaftliche Verfechterin des Liedgesangs und der Programmgestaltung präsentiert sie in dieser Saison zwei neue Programme: The Age of Hollywood in der Londoner Cadogan Hall mit Julius Drake und Lost in the Stars in der Wigmore Hall mit Malcolm Martineau.

Mahlers Werke spielen eine zentrale Rolle in Johnstons Karriere. Zu ihren wichtigsten Aufführungen zählen seine 8. Sinfonie mit dem Royal Concertgebouw Orchestra unter Klaus Mäkelä, den Wiener Philharmonikern unter Franz Welser-Möst, dem Bayerischen Staatsorchester unter Kirill Petrenko sowie mit Semyon Bychkov, der sowohl das NDR Radio Philharmonieorchester als auch das Prager Philharmonische Orchester dirigierte; Sinfonie Nr. 3 mit dem Cleveland Orchestra unter Mäkelä und mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter Domingo Hindoyan sowie Sinfonie Nr. 2 mit dem Philharmonia Orchestra unter Santtu Matias Rouvali (auf CD erschienen). Auf der Konzertbühne sehr gefragt, umfasst ihr weiteres bemerkenswertes Repertoire Judith (Herzog Blaubarts Burg) mit den Osloer Philharmonikern unter Mäkelä, Ravels Schéhérazade mit dem BBC Symphony Orchestra unter Sakari Oramo, Jocasta (Oedipus Rex) unter Sir John Eliot Gardiner mit den Berliner Philharmonikern, Wagners Wesendonck-Lieder mit dem Hallé Orchestra unter Madaras, Verdis Messa da Requiem mit dem BBC Symphony Orchestra und Oramo im Rahmen der Eröffnungsnacht der BBC Proms, Schumanns Faustszenen mit Daniel Harding und dem Gewandhausorchester sowie Brittens Phaedra mit Martyn Brabbins und dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra.

Jennifer Johnston pflegt eine enge Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsoper, wo sie in über 80 Vorstellungen gesungen hat, unter anderem als Brigitta (Die tote Stadt), Mrs. Sedley (Peter Grimes), Zweite Norne (Götterdämmerung), Roßweise (Die Walküre), Floßhilde (Das Rheingold und Götterdämmerung), Hedwige (Guillaume Tell) und La Ciesca (Gianni Schicchi). Zu den Höhepunkten an anderen Spielstätten zählen Johnstons von der Kritik gefeierte Judith (Herzog Blaubarts Burg) für die English National Opera, Juno (Semele) für die Glyndebourne Festival Opera, Mrs. Grose (The Turn of the Screw) und Gaia (Battistellis CO₂) an der Mailänder Scala, Carmi (Mozarts La Betulia Liberata) und Leda (Die Liebe der Danae) bei den Salzburger Festspielen sowie Dido (Dido und Aeneas) beim Festival d’Aix en Provence.

Als ehemalige BBC New Generation Artist und Absolventin der Universität Cambridge sowie des Royal College of Music verfügt Johnston über eine umfangreiche Diskografie, darunter ihre erste Soloaufnahme A Love Letter to Liverpool (Rubicon Classics), die für den Grammy nominierten Four Last Songs von Vaughan Williams (Albion Records), Strawinskys Oedipus Rex (LSO Live), Wagners Die Walküre (Waltraute) mit Sir Simon Rattle und dem Bayerischen Rundfunkorchester sowie Korngolds Die tote Stadt von der Bayerischen Staatsoper, die bei den Gramophone Awards 2022 als Aufnahme des Jahres ausgezeichnet wurde.

Stand: April 2026