Modisch! Die MGB SchülerUni

Lecture and guided tour for school classes

Die Liaison von Mode und Kunst ist keine Erfindung von Meret Oppenheim, sondern älter als die detailverliebten Darstellungen von Kleidung auf den Gemälden im Spätmittelalter. Doch Meret Oppenheim war eine der ersten KünstlerInnen, die aufgefordert wurde, Kleidung für ein Modehaus zu kreieren. In den 1930er Jahren entwarf sie für die Modedesignerin Elsa Schiaparelli Schmuck, Unterwäsche und zum Teil sehr freche Kleidungsstücke. Ihr machte das Spiel des Ver- und Enthüllens Spaß, ist doch Mode seit jeher Oberfläche und Projektionsfläche. Da schließt sich die Frage an, welche Fragen Designer im Kopf haben, wenn sie Mode entwerfen. Woher nehmen sie ihre Inspiration und welche Botschaft steckt hinter einer Kollektion? Diese und andere Fragen wollen wir zwei jungen erfolgreichen Berliner ModeschöpferInnen stellen, die ihre Kollektionen international präsentieren und sich durchaus in der Tradition Meret Oppenheims fühlen.

Zum Programm sind SchülerInnen der 6. bis 12. Klassen d.h. 11 – 17 Jährige im Klassenverband und deren Lehrkräfte eingeladen. Die Vorträge sind gekoppelt mit einer anschließenden Führung durch die Ausstellung.

<h2>Mit ganz enorm wenig viel</h2>

Meret Oppenheim (1913-1985), zählt zu den bedeutendsten und eigenwilligsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie ist am 6. Oktober 1913 in Berlin-Charlottenburg geboren. Ihren einhundertsten Geburtstag nimmt der Martin-Gropius-Bau zum Anlass, ihr Werk in Gänze zu zeigen.

Berühmt und zur zentralen Figur einer neuen Kunstbewegung, dem Surrealismus, wird sie mit einem Objekt, das sie 1936 in Paris schuf: Sie überzog eine Tasse mit Unterteller und Löffel mit Gazellenfell. So war er, der Surrealismus der Meret Oppenheim: Verrückte Wirklichkeiten, zerlegte Gewohntheiten, spitzfindiger Humor, geistreicher Wortwitz.

Ihr Motto lautete: „Mit ganz enorm wenig viel.“ Sich mit Meret Oppenheim zu beschäftigen, bedeutet daher, sich mit unterschiedlichen Kunstgenres auseinanderzusetzen, mit Malerei, Skulptur, Dichtung, Design. Sie wechselte ihre Stile, war stets neugierig und kannte keine Tabus. Das macht ihre Kunst ist bis heute frisch und gleichzeitig tiefgründig. Da entstehen aus Knochen Halsketten, aus einem Bierglas ein Eichhörnchen, aus Alltagsmaterialien Masken. Es gibt aber auch Werke, wo sie mit Bleistift nur zart schraffiert oder der feine Pinsel nur tupft. Es ging ihr um ein Suchen nach Traumideen und –bildern und nach Identität. Dabei spielten Sprache, Körper, Natur eine wichtige Rolle. „Jeder Einfall wird geboren mit einer Form. Ich realisiere die Idee, wie sie mir in den Kopf kommt. Man weiß nicht, woher die Einfälle einfallen.“