Die große Maskerade: Ein Fest am Sepik (in German only)

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Die Dorfbewohner entlang des Sepik haben eine große Gemeinsamkeit: Das Tanzfest. Hier befindet sich jedes Dorf in einem regelrechten Ausnahmezustand. Mit Masken geschmückt, feiern sie insbesondere die Aufnahme junger Männer in den sogenannten Männerbund. Die Masken repräsentieren Ahnen, die – meist vor langer Zeit – im Dorf gelebt haben. Würde man einen Ahnenbaum erstellen, würden wir die enge verwandtschaftliche Beziehung sehen. Das Fest könnt Ihr Euch wie ein Theater- oder wie ein Tanzstück vorstellen. Es besteht aus einer kompletten Inszenierung mit Kostümen, Bewegung, Musik, Rezitation und Gesang. Die Tänzer schlüpfen dabei in die Rolle der Geister und fordern die Ahnen zum Tanz auf. Auch wir wollen Euch zu einem kleinen Fest inspirieren und das mit Euren aus Ton modellierten Masken.

Adjirab, Aiome, Ndu oder Kambot, das sind keine Namen von Außerirdischen eines aktuellen Kinofilms, sondern Worte verschiedener Sprachen wie sie dicht an dicht rund 13.000 km von hier entfernt gesprochen werden.

Wir fliegen von Berlin Richtung Australien. Dort im pazifischen Ozean, 160 km nördlich von Australien liegt die Insel Neuguinea. Der Ostteil dieser Insel heißt Papua-Neuguinea. Dort durchfließt ein 1200 km langer Fluss das Tiefland. Es ist der Sepik. Rechts und links des Sepik sind große Sumpfgebiete, dort haben sich viele kleine Dörfer angesiedelt. Und obwohl sie nah beieinander liegen, spricht nahezu jedes Dorf eine andere Sprache. Hundert verschiedene Clans leben entlang des Flusses in einstmals abgeschotteten Gemeinschaften. Kriegszüge und Kopfjagden hatten über die Jahrhunderte dafür gesorgt, dass die einzelnen Dörfer weitgehend isoliert voneinander existierten. Oft wird eine Sprache nur von einem Dorf, also von wenigen hundert Menschen gesprochen.

Aber alle Bewohner am Sepik glauben an Geister und Mythen. Sie halten ihre Geschichte in Kunstobjekten fest. Und da sich die Dörfer so stark voneinander unterscheiden, ist auch die Kunst der Sepiklandschaft seltsam und vielfältig. Noch bis heute sind Forscher damit beschäftigt, die Geheimnisse zu entschlüsseln. Einige Objekte haben wir nach Berlin geholt. Sie erzählen von Menschen, die eines gemeinsam haben: Sie lieben das Tanzen, das Inszenieren und das Geschichten erzählen. Die Geschichten möchten wir Euch weitersagen. Sie geben Einblicke in eine verborgene Welt, wie sie wundersamer nicht sein kann.