Gespräche, Performances
Mit Sarah Blaßkiewitz, Heike Geißler, Julia Grosse, Sara Neidorf, Minh Duc Pham, Angelika Richter, Annette Schumann, Gabriele Stötzer und Christine Wolf

© Kunstwerk: Gabriele Stötzer / Grafik: Studio Pandan
Für unsere Spätschicht im Oktober laden wir euch zu einem Abend mit Gesprächen und Performances im Rahmen der Ausstellung Dabei sein und nicht schweigen von Gabriele Stötzer ein. Stötzers künstlerische Praxis ist eng mit ihrem gesellschaftlichen und politischen Engagement verbunden. 1976 wurde sie in der DDR unter dem Vorwurf der „Staatsverleumdung“ inhaftiert. Anschließend schloss sie sich dem literarisch-künstlerischen Untergrund an und entwickelte eine eigenständige, radikale Praxis, in der sich Kunst und politischer Widerstand verbinden.
In den Räumen des Gropius Bau und der Stiftung Brandenburger Tor widmen sich Künstler*innen, Theoretiker*innen und Autor*innen an diesem Abend Themen wie Gerechtigkeit, Selbstbehauptung und unbeugsamen Geistern.
Der Abend beginnt um 18:15 Uhr mit einem Panel bei der Stiftung Brandenburger Tor im Max Liebermann Haus: Gabriele Stötzer, Angelika Richter und Julia Grosse sprechen dort über die interdisziplinären Praxen von Künstlerinnen aus der DDR und die heutige Bedeutung dieses wichtigen Kapitels ostdeutscher Kunstgeschichte.
Ab 20:00 Uhr setzt sich das Programm mit Gesprächen und Performances im Gropius Bau fort. Die gemeinsam realisierte Ausgabe des Live-Programms Spätschicht markiert den Beginn einer langfristigen Kooperation zwischen dem Gropius Bau und der Stiftung Brandenburger Tor, der Kulturstiftung der Berliner Sparkasse. Diese neue Form der kulturellen Zusammenarbeit in Berlin soll exemplarisch für die Kulturwelt von morgen stehen – mit Kunstschaffenden, die gattungsübergreifend neue und partizipative Räume für alle schaffen.
Gabriele Stötzer setzt sich seit über fünf Jahrzehnten mit Themen wie Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Geschlecht auseinander. Bis zur Wende war sie eine prägende Akteurin der ostdeutschen Kunst- und Untergrundszene und Mitgründerin der Künstlerinnengruppe Erfurt. Darüber hinaus gehörte sie zu den Initiatorinnen der Bürgerbewegung „Frauen für Veränderung“ und war an der Besetzung der Erfurter Stasi-Zentrale beteiligt. Für ihr künstlerisches und gesellschaftliches Engagement wurde sie unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Pauli-Preis der Kunsthalle Bremen ausgezeichnet. Heute lebt und arbeitet sie in Erfurt.
Spätschicht x Gabriele Stötzer findet in Zusammenarbeit mit der Stiftung Brandenburger Tor statt und wird kuratiert von Julia Grosse, Kuratorin der Ausstellung Dabei sein und nicht schweigen, gemeinsam mit Nora-Swantje Almes, Alexandra Philippovskaya und Edessa Malke, aus dem kuratorischen Team des Gropius Bau.
Bei der Veranstaltung werden ggfs. Foto- und Videoaufnahmen entstehen, auf denen ihr zu erkennen sein könntet. Mit eurem Besuch willigt ihr ein, dass diese Aufnahmen zur Kommunikation der Veranstaltung bzw. Ausstellung verwendet werden.