Konzert
Gegründet 1967 in den Niederlanden von dem 1935 in der Ukraine geborenen Pianisten Misha Mengelberg mit Drummer Han Bennink und Saxofonist Willem Breuker (der den lockeren Verbund bereits 1973 verließ), war der Instant Composers Pool ein nationales Sammelbecken gleichgesinnter Improvisierer. Mengelberg und Bennink hatten bereits 1964 gemeinsam Akzente als europäische Rhythmusgruppe Eric Dolphys gesetzt, u.a. dokumentiert in Last Date – Eric Dolphy einem Film von Hans Hylkema. Der Altsaxophonist, Flötist und vor allem Bass-Klarinettist war wenig später unter tragischen Umständen im Juni 1964 während eines Clubgastspiels in Berlin gestorben.
Bei konsequenter Betonung ihrer europäischen Wurzeln suchten die ICP-ler auch in der Folgezeit stets nach organischen Verbindungen zur amerikanischen Jazz-Avantgarde, so zum Beispiel auf Two Days In Chicago (1998). Grenzenlose individuelle Freiheit, hemmungslose Kreativität und bodenloses Draufgängertum sind bis heute die Charakteristika des Ensembles. Den Jazzfest Auftritt widmet das ICP Orchestra Eric Dolphy.
Von Klezmer- und Balkan Jazz über New Orleans und Mainstream bis Avantgarde, Funk und Rock – es gibt kaum eine relevante Spielart im Jazz, die der New Yorker Posaunist Josh Roseman nicht bedient hätte. „Ich bin nicht wie J.J. Johnson oder andere Spezialisten. Ich brauche mehrere Stile, um mich auszudrücken.“ Roseman spielt mit Idiomen, ohne sie voll auszuleben. Gerade der heitere Abstand zu jeder Fusionsarithmetik bewahrt ihn vor der Trivialität, mit der mehrere Genres einander oft angeglichen werden. Auf seinem Debütalbum Cherry coverte er sich voller Lust durch die Pop-Geschichte von Elvis, den Beatles, Led Zeppelin bis Nirvana und versetzte Lester Bowie auf seiner Wolke in einen Freudentanz. Auf seiner neuen CD Treats For The Nightwalker erweitert er diesen Kosmos um eigene Kompositionen.
Misha Mengelberg – piano
Ab Baars – clarinet, sax
Michael Moore – clarinet, sax
Tobias Delius – clarinet, sax
Wolter Wierbos – trombone
Thomas Heberer – trumpet
Mary Oliver – violin, viola
Tristan Honsinger – cello
Ernst Glerum – bass
Han Bennink – drums
Josh Roseman – trombone, electronics
Peter Apfelbaum – tenor sax
Barney McAll – keyboards
Liberty Ellman – guitar
Nathaniel Townsley – drums