Konzert

Zbigniew Namyslowski Quintet // Andrew Robson Trio // Huw Warren Trio

Zbigniew Namyslowski Quintet

Mit seinem Quartett eröffnete Zbigniew Namyslowski 1964 die erste Ausgabe der Berliner Jazztage. Folkloristische Extravaganz, spontane Erfindungslust und sensibles Klangbewusstsein kennzeichnen das Spiel des polnischen Saxofonisten bis heute. Nach ersten Erfolgen auf Posaune und Cello ’konvertierte’ er 1960 in der Combo von Andrzej Trzaskowski zum Altsax. Unter dem Einfluss Coltranes, Colemans, Parkers und Rollins' gründete er im selben Jahr eine Gruppe mit dem prophetischen Namen Jazz Rockers, zu der wenig später Michal Urbaniak stieß. In der Band des Film-Komponisten Krzysztof Komeda trug er den polnischen Jazz in den Westen. Bis Ende der Sechziger zelebrierte er von polnischer Folklore durchtränkten Hardbop. 1973 überraschte Namyslowski mit eigenständigem Jazzrock, den er zwei Jahre später auf seinem Meisterwerk Kujawiak Goes Funky fundamentierte. 1978 begann eine Serie von Aufnahmen in den USA. In seiner Band Air Condition experimentierte er mit Idiomen von Reggae und Pop und mit den Zakopane Highlanders spielte er polnische Folklore.

Andrew Robson Trio

Der Saxofonist Andrew Robson gehört zu den Attraktionen der quirligen Jazz-Szene von Sydney. Bevor er in Australien mit seinem Trio Aufsehen erregte, spielte er mit Sandy Evans und The World According To James. Ein Kritiker seiner Heimatstadt nannte ihn einen Ikarus, dessen Flügel einfach nicht schmelzen wollen. Von Jugend an kultivierte Robson seinen absolut individuellen Ton, der von „Erdigkeit, emotionaler Direktheit und Grazie“ geprägt ist, wie der Sydney Morning Herald treffend beschrieb. Robson erweckt den Eindruck, als wäre er mit einem Saxofon auf die Welt gekommen. Melodien fliegen ihm zu, als würde er versonnen vor sich hin pfeifen, das originäre Klangspektrum des Altsax ist ihm eher Ausgangspunkt als Gebot. In Australien wird er vor allem wegen seiner Lust am Fabulieren und Kommunizieren geschätzt. Robson spielt, um gehört zu werden, im zeitgenössischen Jazz nicht immer eine Alltäglichkeit.

Huw Warren Trio
with special guests June Tabor and Iain Ballamy

„Den wahrsten Satz soll man immer zuerst aufschreiben: June Tabor ist die beste Sängerin der Welt“, so Christoph Diekmann in der ZEIT. Und wir fügen hinzu: „Und ihr Konzertmeister, der walisische Pianist Huw Warren ist der originellste (hier) unbekannte Pianist der britischen Jazz-Szene.“ Zwischen sensiblen Kammerklängen und derben Gassenhauern beherrscht er ein weites Spektrum musikalischer Expressionen. Warrens Quellen reichen von John Dowland über Charlie Parker und Hermeto Pascoal bis zu Björk. Seine Keyboards sind ihm ein virtuelles Orchester, was ihm einzigartige Klangfülle verleiht. Als Jugendlicher spielte er in Clubs Hammondorgel, entdeckte dann im Radio den Jazz und erschloss sich Anfang der Achtziger als Student von John Tilbury die Neue Musik. Mitte der Achtziger spielte er mit den Loose Tubes, wo er Saxofonist Iain Ballamy kennenlernte. Wenig später begann er sich mit brasilianischer und südafrikanischer Township Music zu befassen. Sein Nonett-Album A Barrel Organ Far From Home (1997) ist eines der schrulligsten und schönsten Statements des jüngeren britischen Jazz.

Zbigniew Namyslowski Quintet

Zbigniew Namyslowskialto + sopranino sax
Jacek Namyslowskitrombone
Slawomir Jaskulkepiano
Olo Walickibass
Grzegorz Grzybdrums

Andrew Robson Trio

Andrew Robsonalto sax
Steve Elphickbass
Hamish Stuartdrums

Huw Warren Trio
with special guests June Tabor and Iain Ballamy

Huw Warrenpiano, accordion
June Taborvoice
Iain Ballamysaxes
Tim Harriesbass
Martin Francedrums