Konzert
Peter Bolte gilt als herausragender Solist auf dem Altsax, weniger bekannt sind seine Elektronik-Projekte, die die Normen akustischer und elektronischer Klangerzeugung im Sinne einer organischen Musiksprache zu vereinbaren trachten. Schließlich geht es darum, die programmierte Berechenbarkeit der Electronics mit dem spontanen Impuls und der physischen Ausdehnung des in Echtzeit generierten Tons in einen Kontext zu bringen, der beim Hörer sinnliche Reaktionen freisetzt.
Im Duo mit Jim Campbell glückt Bolte die Verschmelzung dieser beiden Denk- und Arbeitsweisen. Bolte, der in der NDR Big Band aktiv ist, genießt die Weite und Intimität des Duo-Kontexts. Karge, flache Klanglandschaften, über denen sich Flöte und Saxofon wie Vogelstimmen abheben, bieten jeden nur erdenklichen Raum für individuelle Assoziationen.
Mit Superlativen wird nicht gespart, wenn es um die Aufzählung der musikalischen Qualitäten des Pablo Held Trios geht. Vom „Senkrechtstarter unter den jungen Jazzpianisten“ ist da die Rede, von der „Idealkombination von Improvisationsphantasie und musikalischer Ökonomie“ und „einer der spannendsten jungen Gruppen im deutschen Jazz“. Zu Recht, denn Pianist Pablo Held, Bassist Robert Landfermann und Drummer Jonas Burgwinkel sind mehr als ein Trio. Sie bilden eine der wenigen symbiotischen Einheiten in der jüngeren Geschichte des Piano-Trios. Die Intentionen der drei Musiker finden zu einem gemeinsamen Fluss, dessen Verlauf und Strömungsdichte immer wieder voller Überraschungen ist. Pablo Held kombiniert die Gelassenheit eines Routiniers, der auf fast allen großen Festivals Europas zu Hause ist, mit dem Heißhunger eines Mittzwanzigers, der den Jazz aus allen denkbaren Perspektiven erleben will. In jedem Stück stecken der Romantiker und der Rationalist in ihm aufs Neue ihr Terrain ab.
Peter Bolte – alto sax, flutes
Jim Campbell – electronics
Pablo Held – piano
Robert Landfermann – bass
Jonas Burgwinkel – drums