Keynote & Gespräch
Mit Angel Bat Dawid, Jean Cook, Peter Knight, Liz Kozack, Julia Neupert, Emma Warren
Das Künstler*innengespräch widmet sich dem Stellenwert von Kollektiven und Communities in der heutigen Musiklandschaft.
Individuelle (Selbst-)Behauptung und kollektive Dynamik – dieses Spannungsverhältnis spielt in Jazz und improvisierter Musik nicht nur auf musikalischer Ebene eine Schlüsselrolle. Selten konfliktfrei, erweist sich die Auseinandersetzung zwischen starken eigenständigen künstlerischen Stimmen oft als kreativer Motor interessanter Bands, Ensembles und Szenen. Spätestens seit sich im Chicago der 1960er Jahre eine Gruppe von afroamerikanischen Avantgarde-Musiker*innen – darunter auch Anthony Braxton – zur Association for the Advancement of Creative Musicians (AACM) zusammenschloss, organisieren sich solche individuellen Charaktere immer wieder in Kollektiven, die Produktionsbedingungen und Aufführungspraxis ihrer Musik (mit)gestalten und Freiräume kreativer Autonomie und Gemeinschaftlichkeit gegen den Druck der Verwertungssysteme positionieren.
Emma Warren wird, ausgehend von ihrem kürzlich erschienenen Buch über das Londoner Total Refreshment Centre, auf die Bedeutung des physischen Raums für das kulturelle Leben eingehen und die Ideen der Improvisation als Community-Kommunikation ausweiten.
Mehr zur Keynote (in englischer Sprache)
Welche Ziele verfolgen zeitgenössische Kollektive in Jazz und Improvisierter Musik? Wie werden künstlerische Motivationen, gemeinschaftliche Ideale und materielle Herausforderungen in verschiedenen Szenen und Netzwerken ins Verhältnis gesetzt? Wie viel experimentelle Freiheit und individuelle Eigenständigkeit, wie viel Solidarität oder Subversion lässt sich in künstlerischen Communities und Kollektiven unter den gegenwärtigen Produktionsbedingungen verwirklichen?
Moderation Julia Neupert (SWR)
Gefördert durch