Konzert und Film | Sonic Arts Lounge | Musica Brasileira Descomposta
ist eine multi-instrumentale Struktur, eine „One-man-band“, die der Komponist Tato Taborda zusammen mit Alexander Boratto konstruiert hat. Dieses Instrument ist mit 70 verschiedenen, sowohl elektro-akustischen als auch und elektronischen Klangquellen ausgestattet. Geralda hat einen eigenen Verstärker und ein eigenes Übertragungssystem, das ihr erlaubt, sich mit der Hilfe von Rädern graziös fortzubewegen.
Während der Original-Soundtrack eher Symphonisch angelegt ist und einen Kontarpunkt zum Film bildet, neigt die aktuelle Live-Version zur Kakophonie.
Kakophonie - weil es nicht schön klingt, weil es entsprechend laut und lärmig ist oder, weil improvisiert wird und die Musik sich verdichtet und zuspitzt?
Musik für eine Stadt aus verschiedenen sich überlagernden Zeitebenen, Räumen und Klangfeldern. Und nur ein Raum für elektronische Improvisation. Unsere elektronische Stadt. Suche, Muse, Motor: Die einschließende, strukturierende, verwunderliche Stadt unserer (T)Räume.
Nach der Synchronisation des Soundtracks (1994) formuliert die Live-Version jetzt einen Kommentar, einen Klangdiskurs zum und über den Film. Sie ist Musikkritik im direktesten Sinne, d.h. Kritik durch den Klang selbst, durch eine Reihe von Klangaktionen, die einen Dialog mit Bildern und den sie prägenden Ideen suchen.
Die Improvisation – letzte Umwandlung zur Quadratur des Kreises – verbindet die Messung der Zeit und der Ereignisse mit der impulsiven, pulsierenden Geste. Ablehnung des Erzählerischen und Ironie des Narrativen. Anziehung und Zurückweisung. Ein echtes Komm-Schon-Verzieh-Dich…
Tato Taborda
Geralda Konzert für ein weibliches Orchestrion (2005)
Livio Tragtenberg, Wilson Sukorski
São Paulo Sinfonia & Cacofonia
Film von Jean-Claude Bernardet (1994) mit Live-Musik von
Livio Tragtenberg – Saxophon/Bassklarinette/E-Gitarre/Perkussion/CDs
Wilson Sukorski – Keyboard/E-Gitarre/Theremin/Perkussion/Laptop
In Kooperation mit Brasilianische Botschaft in Berlin