Musiktheater | Japan und der Westen

Peter Eötvös: As I Crossed a Bridge of Dreams

Als „Klangtheater“ bezeichnet Peter Eötvös seine 1999 uraufgeführte Komposition - und tatsächlich vollstreckt sich in As I crossed ... das Theatralische im Klanglichen, gehen Sehen und Hören ineinander über und ineinander auf, erweitert und entgrenzt sich der Text hinein in die Musik, die ihrerseits in klanglichen Spiegelungen ein assoziatives Traumspiel imaginiert. Im Zentrum dieses Traumspiels stehen Tagebuchaufzeichnungen einer anonymen japanischen Hofdame, der so genannten Lady Sarashina („Sarashina Nikki“) aus dem „Goldenen Zeitalter“ Japans (11. Jahrhundert).

Mit zartem, poetischen Sinn führt die Autorin über vermeintlich reale Episoden ihres Lebens, über zauberhafte Figuren und Naturerlebnisse in eine Art Sehnsuchtsreise, innerhalb derer die subjektiven Wahrnehmungen und feinen Erschütterungen auf eigentümliche Weise vermischt werden.

Dies findet eine kongeniale Entsprechung in den vielschichtigen Klangräumen der Musik. In der Kongruenz zwischen Bild- und Klangwelt kommen die entgrenzten Phantasien der Protagonistin zum Ausdruck und werden in mehreren instrumentalen Klangschichten gespiegelt. Das Innenleben der Lady wird seinerseits in klingenden Klangschatten (Posaune und Bassposaune sowie drei Stimmen) fortgeführt. Andere Instrumente, elektronisch verstärkt und überformt, bilden einen atmosphärisch dichten Klangraum, der den Zuhörer umschließt.

18.03. | 19:00 Werkeinführung mit Peter Eötvös und Cornelia Heger

 

Peter Eötvös
As I Crossed a Bridge of Dreams (Fragment aus dem Tagebuch der Dame Sarashina, Japan im Jahr 1008) Klangtheater (1999)
Ivan MorrisEnglische Übersetzung
Mari MezeiLibretto

Vivian LüdorfRezitant
Jürgen SchaalAltposaune
Rachel HelleurVioloncello
Volkmar JägerKontrabassposaune, Sousaphon
Shira KarmonSopran
Elisabeth ZündelMezzosopran
Jonathan de la Paz ZaensBariton

Philip MayersMusikalische Einstudierung
Bryan WolfKlangregie
Cornelia HegerRegie/Künstlerische Gesamtleitung

Janina MendrochBühnenbild
Sabine HilscherKostüme
Urs HildebrandLicht Design
Corinna JaroschDramaturgie

Ella PeriRegieassistenz
Jörg Schildbachtechnische Leitung und Bühnenbau
Jos Mulder, Eva PöppleinToningenieure

K&K Kulturmanagement & KommunikationProduktionsleitung

Eine Produktion von Kulturkontakte e.V. und MaerzMusik | Berliner Festspiele, in Zusammenarbeit mit Ungarischer Akzent. Ungarisches Kulturjahr in Deutschland, gefördert durch Hauptstadtkulturfonds, mit Unterstützung von ROLAND Elektronische Musikinstrumente GmbH
Gastspiel im Rahmen der Schwetzinger Festspiele am 2. Juni 2006