Präsentation

Contemplations into the Radical Others

Erick Hawkins Dance Company / Katherine Duke / Ensemble Musikfabrik / Agnese Toniutti u. v. a.

Lucia Dlugoszewski steht am geöffneten Flügel und greift in die Saiten.

Lucia Dlugoszewski am Timbre-Piano © Library of Congress

MaerzMusik stellt erneut das Schaffen der intermedial arbeitenden Komponistin Lucia Dlugoszewski in den Fokus. Der zweite Teil des Rechercheprojekts „Contemplations into the Radical Others“ eröffnet gleichermaßen historische, zeitgenössische wie zukünftige Perspektiven auf ihr Leben und umfassendes Werk.

„Contemplations into the Radical Others“ ist ein von MaerzMusik gemeinsam mit dem Ensemble Musikfabrik, der Erick Hawkins Dance Company, Katherine Duke und Agnese Toniutti lanciertes Rechercheprojekt zu Lucia Dlugoszewski. Nach einer ersten Ausgabe im Vorjahr wird die Auseinandersetzung mit der im Jahr 2000 verstorbenen Komponistin weiter vertieft. Die auch als Dichterin aktive Dlugoszewski studierte Ende der 1940er-Jahre bei Edgard Varèse, Grete Sultan und John Cage, beeindruckte Arnold Schönberg mit ihrem Klavierspiel und suchte in der Arbeit am präparierten Klavier nach Wegen, neue Klänge zu erschaffen. Daneben entwarf sie über hundert Instrumente, von denen einige für „Contemplations into the Radical Others“ von Musikfabrik-Mitglied Thomas Meixner rekonstruiert wurden. Dlugoszewskis Auseinandersetzung mit dem scheinbar Mondänen wie auch dem radikal Anderen setzte auf die Unmittelbarkeit von Musik. Dabei arbeitete sie nicht nur hinter den Kulissen als Komponistin für die Erick Hawkins Dance Company, sondern trat in poetischer Manier oftmals auch auf der Bühne neben den Tänzer*innen auf. Ihr Werk wird in Kollaboration mit dem Kölner Ensemble Musikfabrik mit demselben Duktus in den Vordergrund gerückt, in dem sie es einst konzipierte: als Ausdruck der Freiheit von Klang, der wiederum dem Publikum Momente der Freiheit bieten sollte. Im zweiten Teil von „Contemplations into the Radical Others“ präsentiert das Ensemble einige ihrer Stücke erstmals in Europa, nachdem die Partituren aus vorhandenen Aufnahmen aufwendig rekonstruiert wurden. Neben einem Konzertabend mit der Musikfabrik, drei auf Dlugoszewski reagierende Auftragswerke sowie eines umfassenden Laboratoriums, in dem ihre Musik, ihr Klang und ihre Philosophie ausgiebig untersucht und diskutiert werden sollen, schließt das diesjährige Programm Auftritte der Pianistin Toniutti sowie der Choreograf*innen Duke und Edivaldo Ernesto mit Mitgliedern der Erick Hawkins Dance Company und in Berlin ansässigen Tänzer*innen ein. Ebenso werden im Rahmen des Projekts drei Auftragswerke von Bethan Morgan-Williams, Mazyar Kashian und Elena Rykova aufgeführt, die künstlerisch auf Dlugoszewski antworten.