Konzertinstallation
Pelle Schilling

Long String Installation © Sander Hagelaar
Geöffnet während der Konzerte und des Library-Programms im Haus der Berliner Festspiele
Zwischen den Bäumen im Garten des Festspielhauses spannen sich lange Saiten, das Publikum wandelt umher und ist eingeladen, sich zum vertiefenden Zuhören in eigens konstruierte akustische Kammern zu legen. Pelle Schillings LongStringInstallation eröffnet ungewöhnliche Lausch- und Sehperspektiven und begibt sich in einen klingenden Dialog mit Ellen Fullmans eindrucksvollem Long String Instrument.
Die kinetischen Installationen des niederländischen Künstlers Pelle Schilling spüren der Poesie physikalischer Phänomene nach. In seinen immersiven Arbeiten inszeniert er feinfühlige Dialoge zwischen mechanischen Systemen, Klang und räumlicher Dynamik und lädt das Publikum zu Momenten purer sensorischer Erfahrung ein. Im Zentrum von Schillings künstlerischer Praxis steht ein tiefer Respekt in Bezug auf die Autonomie der Zuschauenden: Anstatt Interpretationen festzulegen, entwirft er Umgebungen, in denen Betrachter*innen und Kunstwerk in einen intimen Dialog treten können. Seine Installationen fungieren als Instrumente, mit denen er mit Naturkräften genauso wie mit mechanischen Bewegungen zu komponieren vermag – und zugleich Räume erschafft, durch die sich die Zuschauer*innen frei bewegen und durch eigene Erfahrungen, Entdeckungen und sensorische Begegnungen individuelle Bedeutungen erschließen können. In der LongStringInstallation treffen natürliche und künstlerische Kräfte in akustischen Kammern aufeinander: eine Feedbackschleife aus Elektromagneten und Sensoren, die durch ihre Verbindung mit den Saiten der Installation Basstöne erzeugen, und der Wind, der ihre Spannung kontinuierlich verändert. Auf diese Weise greift Schilling Ellen Fullmans tiefsinnige Reflektionen über Saiteninstrumente auf und überträgt ihre Entdeckungen in eine ortsspezifische Installation, in der Wind, Bäume und die Saiten aus Stahl zum klingenden Ensemble werden.