Tanz

GLA55

10 movements to the music of Philip Glass

Anne Teresa De Keersmaeker / Rosas, Ictus & Bl!ndman

Uraufführung

Mehrere Personen stehen oder bewegen sich in einem Probenraum, um sie herum sind bunte Kreise.

Gla55. 10 movements to the music of Philip Glass © Anne Van Aerschot

In ihrem jüngsten Werk GLA55. 10 movements to the music of Philip Glass, das seine Weltpremiere bei den Berliner Festspielen feiert, verbindet Anne Teresa De Keersmaeker Drehungen, geometrische Formen und frühe Kompositionen von Philip Glass zu einer choreografischen Versuchsanordnung zwischen Trance und strenger Form.

Artist Talk
mit Anne Teresa De Keersmaeker
am Freitag, 20.11.2026 im Anschluss an die Vorstellung
Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne
In englischer Sprache

Ein Raum wird zu Kreis und Spirale, Zeit und Körper werden zum Pulsschlag: Mit GLA55. 10 movements to the music of Philip Glass lädt Anne Teresa De Keersmaeker, Pionierin der zeitgenössischen Choreografie, erneut in die mechanische und zugleich tranceartige Welt minimaler Bewegungen ein.

Sechs Tänzer*innen der Kompanie Rosas teilen sich die Bühne mit sieben Mitgliedern der Ensembles Ictus und Bl!ndman. Impulsgebend für sie sind Philip Glass’ frühe Werke – Music in Contrary Motion, Music in Fifths, Music in Similar Motion und Music with Changing Parts. Zusammen schaffen die Künstler*innen ein körperliches Ritual, das sowohl Geometrie als auch Zeit erfahrbar macht: Ellipsen, Kreise und Spiralen werden zu wiederkehrenden Figuren, die Choreografie verdichtet die Bewegung zu einem Kontinuum von Spannung und Entspannung, Stillstand und Rotation. Jeder Impuls, jede Wendung erzeugt eine Resonanz im Raum, die das Publikum in ein körperlich erfahrbares Zeitgefüge einschließt und obsessive Wiederholung und rhythmische Präzision spürbar machen. GLA55 ist eine experimentelle Beschwörung, die das Verhältnis von Musik, Raum und Körper neu austariert und das minimale Material zu höchster Wirkung verdichtet. Hier verschmelzen Körper, Klang und rhythmische Struktur zu einer singulären Erfahrung, in der die Wahrnehmung selbst einem feinen, hypnotischen Schwingen unterliegt.

Mit GLA55 kehrt De Keersmaeker zu einem Leitprinzip ihrer Arbeit zurück: das Ausschöpfen minimaler abstrakter Materialien bis an die Grenze ihrer Möglichkeiten. Dabei treten tranceartige Zustände, manische Wendungen und kreisende Bewegungen in den Vordergrund – choreografische Gesten, die seit Fase (1982) und der Gründung der Kompanie Rosas 1983 die Handschrift der Künstlerin prägen und sich mit der 1995 gegründeten Ausbildungsstätte für zeitgenössischen Tanz P.A.R.T.S. auch institutionell fortgeschrieben haben.

Seit über vier Jahrzehnten entwickelt Anne Teresa De Keersmaeker Arbeiten, die das Verhältnis von Musik, Raum und Bewegung intensiv ausloten. Frühere Schlüsselwerke wie Asch (1980), Rosas danst Rosas (1983) oder The Six Brandenburg Concertos (2018) zeigen den konsequenten Einsatz minimaler Formensprache, der nun in GLA55 eine neue Verschmelzung mit der Musik Philip Glass’ erfährt. 

Künstlerisches Team

Anne Teresa De KeersmaekerChoreografie
Boštjan Antončič, Niklas Capel, Lav Crnčević, José Paulo dos Santos, Sunai Elbers, Sue Yeon Youn – Mitgestaltung und Tanz
Philip Glass Music in Contrary Motion, Music in Fifths, Music in Similar Motion, Music with Changing Parts – Musik
Ictus & Bl!ndman: Fabian Coomans, Chryssi Dimitriou, Aisha Orazbayeva, Hendrik Pellens, Jean-Luc Plouvier, Piet Rebel, Eric Sleichim – Musiker*innen
Minna TiikkainenLichtdesign
Aouatif BoulaichKostüme
Wannes GyselinckDramaturgie
Alexandre FostierTon

Eine Produktion von Rosas

In Koproduktion mit Berliner Festspiele, Concertgebouw Brugge (Brügge), Festival d'Automne à Paris (Paris), Schrit_tmacher Festival (Heerlen), Piccolo Teatro di Milano – Teatro d’Europa (Mailand), La Villette (Paris)

Mit der Unterstützung von

 

 

 

 

Diese Produktion wird mit der Unterstützung des Tax Shelter der belgischen Bundesregierung in Zusammenarbeit mit Casa Kafka Pictures realisiert.

Rosas wird von der Flämischen Gemeinschaft und der Flämischen Gemeinschaftskommission (VGC) unterstützt.