
Vom 28. August bis 23. September 2026 eröffnet das Musikfest Berlin die neue Konzertsaison, veranstaltet von den Berliner Festspielen in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker – und markiert zugleich das 75-jährige Bestehen der Berliner Festspiele. In 36 Veranstaltungen treten neben den Berliner Klangkörpern zahlreiche internationale Orchester und Ensembles auf, darunter das Finnish Radio Symphony Orchestra, die Kansas City Symphony, das London Symphony Orchestra, Le Concert des Nations, die Wiener Philharmoniker, das Freiburger Barockorchester sowie zahlreiche Solist*innen. Das Gesamtprogramm ist veröffentlicht und der Ticketvorverkauf startet heute um 14:00 Uhr, die Akkreditierung beginnt im Juni.
Mit György Ligetis Oper Le Grand Macabre eröffnen die Berliner Festspiele am 28. August das diesjährige Musikfest Berlin in der Philharmonie Berlin und feiern zugleich ihr 75-jähriges Jubiläum. Ligeti gehörte zu den prägenden Komponist*innen der Berliner Festwochen, die 1951 erstmals veranstaltet wurden. Rund um das Eröffnungswochenende sind an verschiedenen Orten weitere Jubiläumsaktivitäten der Berliner Festspiele geplant, darunter im Haus der Berliner Festspiele, im Gropius Bau und auf der Ringbahn. Nach der Festivaleröffnung mit einer Festrede von Meron Mendel nimmt das Programm des Musikfest Berlin 2026 auch im weiteren Verlauf vielfach Bezug auf die Geschichte der Berliner Festspiele.
Es erinnert an die Anfangszeit in den 1950er-Jahren und an den Aufbau eines kontinuierlichen Ost-West-Dialogs in den 1970er- und 1980er-Jahren mit Komponist*innen der sowjetisch-russischen Nachkriegsavantgarde. Zudem knüpft es an die Tradition internationaler Gastspiele mit außereuropäischen Perspektiven an und präsentiert Komponist*innen der Gegenwart, die über viele Jahre den Berliner Festspielen verbunden waren, wie Igor Strawinsky, Wolfgang Rihm, Hans Werner Henze und Sofia Gubaidulina.
Neben Le Grand Macabre sind weitere halbszenische Konzertformate und Opernaufführungen zu erleben: eine Neuproduktion der Cape Town Opera und des Chineke! Orchestra von George Gershwins Porgy and Bess (Deutsche Erstaufführung bei den Berliner Festwochen 1952), Wolfgang Rihms Tutuguri mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra sowie, als Produktion der Deutschen Oper Berlin, Karlheinz Stockhausens Mittwoch aus Licht in der Inszenierung von Susanne Kennedy. Das Salzburger Marionettentheater ist im Haus der Berliner Festspiele mit der von Matthias Bundschuh und Georg Baselitz in Szene gesetzten Histoire du Soldat von Igor Strawinsky zu Gast, mit einem von Isabelle Faust zusammengestellten Solistenensemble und Dominique Horwitz als Sprecher. Aus Tokio reisen das Kanze Nō-Theater-Ensemble und sein berühmter Hauptdarsteller und Großmeister Kiyokazu Kanze VIXX an und präsentieren zwei Nō-Dramen und eine Kyōgen-Komödie in der Philharmonie Berlin. Am Tag danach wird in einem gemeinsamen Education-Projekt des Musikfest Berlin und der Stiftung Berliner Philharmoniker für die Berliner Schüler*innen der Großmeister Kanze einen Einblick in diese traditionelle Kunstform geben.
Anlässlich des 100. Geburtstags von Hans Werner Henze am 1. Juli 2026 würdigt das Musikfest Berlin sein Werk mit der Aufführung von Die Musen Siziliens (UA 1966 bei den Berliner Festwochen), dem Klavierkonzert Tristan mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und Tamara Stefanovich als Solistin sowie der Sinfonia N. 9 (UA 1997 bei den Berliner Festwochen als Auftragswerk) mit dem Konzerthausorchester und dem Rundfunkchor Berlin.
Mit einer Wiederentdeckung rückt eine weitere Komponistin in den Fokus: 80 Jahre nach ihrer Entstehung kommt die 15-sätzige orchestrale Dichtung La Sainte Face von Yvonne Loriod zur Uraufführung mit dem WDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Kent Nagano. Am nächsten Tag bringt das WDR Sinfonieorchester einen besonderen Gast mit in die Philharmonie Berlin: Das Konzert mit der Maus feiert Berlin-Premiere und lädt die Jüngsten des Berliner Publikums zu Musik und Lach- und Sachgeschichten rund um Wolfgang Amadeus Mozart ein.
Zahlreiche Konzerte des Musikfest Berlin sind der heute entstandenen Musik gewidmet. Zu hören sind Werke von Milica Djordjević und Clara Iannotta sowie Uraufführungen von Alex Nante, Márton Illés und Enno Poppe. Die Musikpersönlichkeiten Brett Dean, Cathy Milliken und Liza Lim verbindet ihr gemeinsames Herkunftsland Australien sowie eine transnationale künstlerische Präsenz. Ihre Werke sind im Konzert des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin unter der Leitung von Simone Young und in den beiden Programmen der Berliner Philharmoniker mit Brett Dean und Sir Simon Rattle als Dirigenten zu erleben, außerdem in kammermusikalischer Besetzung in einer Late Night.
Die Werke der Gegenwart und der frühen Moderne treffen im Festivalprogramm auf klassisch-romantisches Repertoire mit Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy, Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Benjamin Britten, Anton Bruckner, Claude Debussy, Antonín Dvořák, Manuel de Falla, Leoš Janáček, Gustav Mahler, Wolfgang Amadeus Mozart, Sergej Prokofjew, Sergej Rachmaninow, Robert Schumann, Peter Tschaikowsky und Richard Wagner.
Über 60 Werke von rund 40 Komponist*innen werden in 36 Veranstaltungen in der Philharmonie Berlin, in deren Kammermusiksaal, im Haus der Berliner Festspiele, im Konzerthaus Berlin und in der Deutschen Oper Berlin präsentiert. Neben den Orchestern und Chören der Musikstadt Berlin treten über 65 Solist*innen des internationalen Musiklebens und über 30 Instrumental- und Vokalensembles aus Finnland, Spanien, den USA, der Schweiz, Österreich, Südafrika, England, Japan und aus Deutschland auf.
Das Musikfest Berlin wird gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
In Zusammenarbeit mit der Stiftung Berliner Philharmoniker.
Medienpartner: radio3 vom rbb, Deutschlandfunk Kultur, arte, Dussmann das Kulturkaufhaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Monopol – Magazin für Kunst und Leben, Tagesspiegel, Wall und Yorck Kinogruppe.