Pressemeldung vom 30.4.2026

Wortmarke Theatertreffen

Das 63. Theatertreffen 2026 eröffnet morgen mit Il Gattopardo

Morgen Abend, am 1. Mai 2026, eröffnet das Theatertreffen im Haus der Berliner Festspiele seine 63. Ausgabe in den detailreich ausgestatteten Palast-Kulissen von Il Gattopardo, einer Produktion des Schauspielhaus Zürich. Regisseurin Pınar Karabulut und ihr künstlerisches Team erzählen in opulenten Bildern die Geschichte des Untergangs einer Familie und eines Lebensstils im Zuge von politischen Umbrüchen. 

Bis zum Sonntag, 17. Mai, präsentiert das von der Kulturstiftungdes Bundes geförderte Festival die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen der Saison im Haus der Berliner Festspiele, im Berliner Ensemble, im Deutschen Theater Berlin, im HAU Hebbel am Ufer (HAU1) und im Hans Otto Theater in Potsdam. Zudem wird es in diesem Jahr ein TT-Nachspiel geben: Da die Produktion A Year without Summer von Florentina Holzinger aus terminlichen Gründen nicht im Mai programmiert werden konnte, wird sie am 10. und 11. Oktober in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz gezeigt. Nahezu alle Vorstellungen sind derzeit ausverkauft, verfügbare Restkarten sind im Webshop und an den Abendkassen erhältlich.

Packend und mitunter unangenehm berührend erzählen die ausgewählten Inszenierungen von Menschen, deren moralische Überzeugungen – getrieben von Machtgier, Scham, Eitelkeit oder Opportunismus – ins Wanken geraten. Viele der Produktionen interpretieren bekannte Texte neu und übertragen sie in aktuelle Kontexte. Dabei zeigen sie ein Spektrum zeitgenössischen Theaters: von aufwendig ausgestatteten Inszenierungen wie Il Gattopardo bis zu reduzierten Performances wie Serotonin, von der Dokufiktion Three Times Left is Right bis zur siebenstündigen Marathon-Inszenierung von Wallenstein. Ein Schlachtfest in sieben Gängen, vom Solo in Fräulein Else zu Ensemble-Arbeiten in Mephisto und Der Hauptmann von Köpenick, von der Geschichte einer zerrütteten Familie in Die Glasmenagerie bis zur introspektiven Erzählung Die Welt im Rücken und einem Mix aus Tanz, Akrobatik, Horror und Musik in A Year without Summer. Im Anschluss an die Veranstaltungen ist das Publikum in die TT-Kantine eingeladen, dem neuen Treff- und Begegnungsraum in der Kassenhalle mit erweitertem gastronomischen Angebot.

Drei Vorstellungen im Haus der Berliner Festspiele werden außerdem mit Live-Audiodeskription angeboten – Il Gattopardo am 2. Mai, Die Glasmenagerie am 5. Mai und Die Welt im Rücken am 14. Mai. Außerdem wird die Inszenierung Il Gattopardo am 16. Mai um 20:15 Uhr auf 3sat mit Audiodeskription ausgestrahlt und ist bereits ab dem 1. Mai für ein Jahr in der Mediathek der Berliner Festspiele und in der 3sat-Mediathek abrufbar.


Dramatik und Diskurs im Rahmenprogramm

Das Rahmenprogramm greift die gesellschaftlichen und individuellen Fragestellungen der 10er-Auswahl in Gesprächsformaten, Filmvorführungen und einer Ausstellung auf. Kuratiert wird es in diesem Jahr vom Theater-, Film- und Medienkritiker Matthias Dell. In Gesprächen mit dem Poptheoretiker Diedrich Diedrichsen, dem ehemaligen CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz, der Rapperin Ebow, der*dem Professor*in für Soziale Arbeit Francis Seeck, der Journalistin und Autorin Teresa Bücker sowie der ehemaligen Top-Managerin Vera Schneevoigt werden Fragen zu Care-Arbeit, intersektionalem Klassismus oder mediale Vorstellungen von „links“ und „rechts“ diskutiert. Ergänzt wird das Diskursprogramm durch zwei Filmvorführungen und der Sammelausstellung It Is Reel – Theatertreffen Meets TikTok im Foyer im Haus der Berliner Festspiele.

Das Diskursprogramm wird gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb.

Darüber hinaus bietet das Rahmenprogramm mit dem Format Mehr Drama! der Gegenwartsdramatik eine Bühne. Vom 14. bis 16. Mai stellen Sivan Ben Yishai, Necati Öziri, Sasha Marianna Salzmann, Ferdinand Schmalz, Gerhild Steinbuch und Paula Thielecke jeweils eine von ihnen nominierte neue Stimme der Gegenwartsdramatik vor. Ausgewählt wurden Dora Yuemin Cheng, Lennart Kos, Jara Nassar, Sharon Dodua Otoo, Laura Uribe und Leonie Ziem. Ihre Texte werden in Lesungen mit namhaften Schauspieler*innen wie Lilith Stangenberg und Charly Hübner sowie in anschließenden Gesprächen im Haus der Berliner Festspiele präsentiert.

Mehr Drama! ist eine Zusammenarbeit des Theatertreffens der Berliner Festspiele mit den Theaterverlagen Felix Bloch Erben, S. Fischer Verlage, henschel Schauspiel, Rowohlt Verlag, Suhrkamp Verlag, Verlag der Autoren und dem Verband Deutscher Bühnen- und Medienverlage e.V. und wird gefördert von der Heinz und Heide Dürr Stiftung.


Internationales Forum

Das Internationale Forum ist ein Stipendienprogramm für aufstrebende Künstler*innen der Darstellenden Künste aus der ganzen Welt. 2026 kommen während des Theatertreffens 33 Künstler*innen unter der Leitung von Aljoscha Begrich und Sima Djabar Zadegan in der Floating University zusammen, um gemeinsam Theater zu schauen, zu denken, zu experimentieren und Verbindungen zu knüpfen. Inspiriert vom Ort, der einst das Rückhaltebecken des Flughafens Tempelhof war, untersuchen sie in Workshops mit den Künstler*innen Rolf Abderhalden (Mapa Teatro), Shelley Etkin und Christophe Meierhans, wie sich Theater jenseits eines ausschließlich menschlichen Blicks denken und praktizieren lässt.

Bei The Forum’s Forum am 6. Mai geben die Stipendiat*innen in kurzen Mini-Lectures Einblicke in ihre Arbeitswelten und Denkweisen und vermitteln auf kreative Weise künstlerische Fragestellungen in lokalen und globalen Kontexten.

Das Internationale Forum findet in Kooperation mit dem Goethe-Institut, der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, dem österreichischen Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport und Kultur | lx - Arts Council Luxembourg statt. Es wird unterstützt durch den Deutschen Bühnenverein. Weitere Förderer sind 2026 die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Berlin, die Behörde für Kultur und Medien Hamburg, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalts und das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.


Theatertreffen-Blog

Das Theatertreffen-Blog unter konzeptioneller und redaktioneller Verantwortung von Grete Götze und der Mitarbeit von Frieda Ahrens versteht sich als Werkstatt-Redaktion, in der Theater- und Kulturjournalismus im Kontext eines laufenden Festivals erprobt werden. Es begreift sich als Nachwuchsförderung für Publizist*innen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, und möchte vielfältigen Stimmen den Zugang zur Medien-und Kulturwelt ermöglichen. Die fünf aufstrebenden Kulturjournalist*innen Marie-Louise Fürnsinn, Jean Maurer, Ella Rendtorff, Melvin Schwertel und Ceren Yildirim berichten ab sofort kritisch vor Ort vom Theatertreffen.

Das Theatertreffen-Blog wird gefördert durch die Stiftung Presse-Haus NRZ.

Das Festival dankt all seinen Kooperationspartnern und Unterstützern sowie allen Beteiligten für die Zusammenarbeit.