Ein Gruppe von Personen steht mit dem Blick zueinander gerichtet in und vor einem Gebäude mit einer großen geöffneten Tür. Im Hintergrund sind ein Gewässer sowie Bäume zu sehen.

Internationales Forum 2026 © Constanze Flamme

Internationales Forum

Das Internationale Forum ist ein Stipendienprogramm für aufstrebende Künstler*innen der Darstellenden Künste aus der ganzen Welt. Es ist eine Plattform für internationalen Austausch und Nachwuchsförderung, Initialzündung für Kollaborationen, die Suche nach vielfältigen lokalen Perspektiven auf globale Fragen und ein Freiraum für das gemeinsame Entwickeln künstlerischer Ideen. Hier kommen während des Theatertreffens Künstler*innen in Berlin zusammen, um gemeinsam Theater zu schauen, zu denken, zu experimentieren und  Verbindungen zu knüpfen.

Open Call 2027

In der Ausgabe 2027 widmet sich das Internationale Forum der Kunst des Zuschauens. Theaterschaffende aller Sparten der Darstellenden Künste, die circa fünf Jahre künstlerische Berufserfahrung mitbringen, können sich bis zum 26. November bewerben. Gemeinsam möchten wir im Mai 2027 das Zuschauen als Teil unserer Theaterpraxis erforschen, uns mit verschiedenen Techniken des Zuschauens beschäftigen und in künstlerischen Workshops untersuchen, wie wir das Zuschauen als kreativen Prozess gestalten können. Wir wollen ins Gespräch kommen: zwei Wochen lang verschiedene Blickwinkel austauschen, ins Theatertreffen eintauchen und Inszenierungen besprechen. Gemeinsam kochen und essen (und abwaschen). In der Stadt unterwegs sein. Und zusammen die Kunst des Zuschauens feiern.

Internationales Forum 2026

Im Herbst 2025 bewarben sich auf den Open Call über 800 Künstler*innen aus rund 90 Ländern. Das Internationale Forum 2026 versammelte 33 aufstrebende Theaterschaffende von Alexandria bis Quezon City, von Timișoara bis Langenthal. Für diese Ausgabe zog das Internationale Forum unter der Leitung von Aljoscha Begrich und Sima Djabar Zadegan in die Floating University, ein Regenwasserrückhaltebecken des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof und ein Lernort, in dem heute Vögel, Insekten, Algen, Schilfgräser und einige wissensdurstige Menschen koexistieren.  

Dort, inmitten der Stadt und doch nicht nur zwischen Menschen, stellte sich die Frage des Zusammenlebens auf ganz neue Weise. In der Regel denken und praktizieren wir Theater in laborhaften Settings aus der menschlichen Perspektive und versuchen von dort Aussagen über die Welt zu treffen. Kann man diesen human gaze innerhalb der Theaterpraxis überwinden? Welche Sprache(n), Bilder, Bewegungen und künstlerischen Strategien werden wir als direkte Nachbar*innen des Ökosystems Floating University finden? Diesen und anderen Fragen widmeten sich die Stipendiat*innen gemeinsam in Workshops der Künstler*innen Rolf Abderhalden (Mapa Teatro), Shelley Etkin und Christophe Meierhans.   

Darüber hinaus hatten die eingeladenen Stipendiat*innen die Gelegenheit, das Festival zu besuchen und zu reflektieren: in Gesprächen mit den Künstler*innen der zum Theatertreffen eingeladenen Produktionen und Teilnehmenden anderer Programmformate des Festivals, nachts im Theaterfoyer und morgens beim Frühsport. Theater nonstop, zwei Wochen lang – als szenische Forschung ganz ohne Produktionszwang. Und doch zeigten sich die Welten der Künstler*innen auch im Theatertreffen-Programm: Bei der Veranstaltung The Forum’s Forum am 6. Mai 2026 präsentierten die Stipendiat*innen eine spielerische Antwort auf die Frage, wie Theater heute für sie aussieht.

Eindrücke vom Internationalen Forum

Team

Co-Leitung: Aljoscha Begrich, Sima Djabar Zadegan
Assistenz: Johanna Rolshausen
Tel +49 30 254 89 182
internationales-forum@berlinerfestspiele.de

Geschichte

Das Internationale Forum (IF) besteht seit 1965. Gegründet unter dem Titel „Begegnung junger Bühnenangehöriger“ ist es die älteste kontinuierlich arbeitende Einrichtung ihrer Art. Zu Beginn war es eine Informations- und Diskussionsveranstaltung für junge professionelle Theatermacher*innen aus der Bundesrepublik Deutschland, 1970 konnte der Teilnehmer*innenkreis nach Vereinbarungen mit Institutionen in Österreich und der Schweiz erweitert werden. Durch die 1980 begonnene Kooperation mit dem Goethe-Institut konnten Stipendiat*innen aus der ganzen Welt eingeladen werden.
Ziel des IF ist es bis heute, einen Freiraum für Theatermacher*innen zu schaffen, die am Beginn ihrer Laufbahn stehen: Einen Raum, in dem es Zeit und Möglichkeiten für künstlerischen Austausch, für gemeinsames Arbeiten, spielerisches Ausprobieren und Forschen gibt – frei vom Druck, ein vorzeigbares Produkt abliefern zu müssen. Bis heute prägt das Infragestellen und Infragegestellt-Werden nachhaltig die Arbeits- und Denkweise der beteiligten Künstler*innen. Nicht zufällig entwickelten sich aus dem Internationalen Forum immer wieder einzigartige transnationale und lang währende Arbeitsgemeinschaften.

Mit den internationalen Stipendiat*innen öffnete sich das IF auch inhaltlich und widmete sich verstärkt gesellschaftspolitschen Fragen auf lokaler und globaler Ebene, um Theater als Raum politischer Öffentlichkeit im Spannungsfeld von Kunst, Politik und Gesellschaft zu befragen. Diskurse um Perspektivwechsel, Gleichstellung, strukturelle Machtverhältnisse und Zugang wurden verstärkt im IF verhandelt, da gerade der Austausch zwischen der lokalen Theaterszene mit Kolleg*innen aus Ländern, die im westeuropäischen Kulturbetrieb weniger im Fokus stehen, die pluralistische Weltsicht und die kritische Auseinandersetzung mit anderen Blickweisen und Arbeitsformenförderten, über den Horizont des deutschsprachigen Kulturbetriebs hinaus.

Das Internationale Forum erhielt im Jahr 2000 den Fritz-Kortner-Preis, verliehen von der Zeitschrift Theater heute und gefördert von der Friedrich Stiftung. 2001 vergab das Internationale Theaterinstitut (ITI – Zentrum Deutschland) seinen Preis zum Welttheatertag an das IF und seinen damaligen Leiter Manfred Linke.

2025 wurde das 60. Jubiläum des Internationalen Forums mit dem „Forum Theatertreffen 1965–2025“ gefeiert. Das von Aljoscha Begrich, Sima Djabar Zadegan und Nora Hertlein-Hull kuratierte künstlerische Programm, das ausschließlich aus Beiträgen von Alumni bestand, gab einen Einblick in die Vielfalt des künstlerischen Schaffens der 2.476 Künstler*innen aus 90 Ländern, die bisher am sonst für die Öffentlichkeit unsichtbaren Internationalen Forum teilgenommen hatten.

Leiter*innen

Von 1965 bis 1968 wurde die „Begegnung junger Bühnenangehöriger“ von Joachim Werner Preuß geleitet, in der Zeit von 1969 bis 2005 als „Internationales Forum junger Bühnenangehöriger“ von Manfred Linke. Von 2006 bis 2014 wurde das Internationale Forum geleitet von Uwe Gössel, von 2015 bis 2017 von Daniel Richter und von 2018 bis 2022 von Necati Öziri. 2023 war das Internationale Forum Teil der „10 Treffen“. 2024 übernahmen Aljoscha Begrich und Sima Djabar Zadegan die Leitung.

Stipendiat*innen

Seit 1965 haben über 2500 Theaterschaffende aus 90 Ländern ein Stipendium erhalten.

Das Internationale Forum findet in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, dem österreichischen Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport sowie Kultur l lx – Arts Council Luxembourg statt.
Es wird unterstützt durch den Deutschen Bühnenverein.

 

Das Theatertreffen wird gefördert durch die

Logo Kulturstiftung des Bundes

gefördert von

Logo Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

 

Das Internationale Forum wird realisiert in Kooperation mit 

Logo Goethe-Institut
Logo Pro Helvetia
Logo Bundesministerium Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport
Logo Arts Council Luxembourg
Logo Deutscher Bühnenverein
Logo Deutscher Bühnenverein Intendant:innengruppe

Das Internationale Forum 2026 wurde ermöglicht dank der Unterstützung unserer Partner*innen:

Logo Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Logo Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt
Logo Hamburg Behörde für Kultur und Medien
Logo Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur
Logo Landeshauptstadt München, Kulturreferat
Logo Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Logo Sachsen-Anhalt #moderndenken
Logo Freistaat Thüringen, Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur