Konzert
Die Vorlage kommt von Doug Wamble [sprich: Wombel] selbst: „Robert Johnson und John Coltrane gingen nach einem Sonntagsessen in eine Kirche in Memphis“. Und trafen dort Louis Armstrong, Charlie Christian, Ornette Coleman, Bill Frisell, Donny Hathaway, Frank Sinatra, die Dorseys und Jimi Hendrix, möchte man meinen.
Er sei erst am Anfang, sagt er selbst, doch die Indizien – ein Plattenvertrag bei Branford Marsalis’ Label, Gigs bei dessen Bruder Wynton, bei Steven Bernstein und Cassandra Wilson – sagen viel aus über den Gitarristen aus Tennessee. Und der New Yorker meldete im letzten Juni enthusiastisch: „Country Libations ist bislang das Debüt des Jahres!“
Wie Wamble ländlichen Blues, Gospel, Swing und Free Jazz in eine organisch-musikalische Spielhaltung einbringt ist ohne Beispiel. Dieser akustische Gitarrist, Sänger und Komponist ist schon allein für sich ein wandelndes Kompendium der Avant-Americana.
Mit seinem vollen, mondänen Ton auf dem Tenorsax schlägt Michael Blake eine Brücke von der New Yorker Downtown-Avantgarde zu neueren Spielauffassungen im Big Apple. In den Neunzigern gehörte der gebürtige Kanadier zum Stamm der Lounge Lizards, in Ben Allison’s Medicine Wheel spielt er heute fulminanten Kammer-Jazz in der Nachfolge Gil Evans. Mit Kingdom of Champa und Drift realisierte er unter Aufsicht Teo Maceros komplexe Großprojekte, und mit Slow Poke zelebrierte er waghalsigen Trash Jazz. All diese Erfahrungen fließen (sehr „roh a la Steak Tartare“) in seiner aktuellen Band Blake Tartare zusammen. Keyboarder Søren Kjaergaard, Bassist Jonas Westergaard und Drummer Kresten Osgood, ein Schüler Ed Thigpens, spielten in Kopenhagen bereits unter dem Logo Fuschia zusammen, bevor sie sich in New York mit Blake vereinten. Fünfter im Bunde ist Gitarrist Teddy Kumpel. Mit Blake Tartare schießt Blake ein transatlantisches Feuerwerk zwischen explosivem Mainstream, packenden Grooves und hintergründigem Fake Jazz ab.
Doug Wamble – guitar, vocals
Roy Dunlap – piano
Jeff Hanley – bass
Peter Miles – drums
Michael Blake – tenor + soprano sax, kalimba
Søren Kjaergaard – piano, keyboards
Jonas Westergaard – bass
Kresten Osgood – drums
special guest
Teddy Kumpel – guitar