Konzert
Yakou ist ein japanisches Wort und heisst "Nächtliches Schimmern" oder auch "Nachtreise". Wird es falsch ausgesprochen, heisst es "Metallvorarbeiter" oder auch "Tofu, in Würfel geschnitten." Eine schöne Metapher für den Balanceakt, ein erhabenes ästhetisches Gefühl nicht in Richtung reinen Handwerks oder eigengeschmacksarmer Supermarktprodukte abglitschen zu lassen. In zahlreichen Konzerten und auf zwei Alben für Traumton Records hat das Berliner Quartett sich in dieser Übung bisher glänzend bewährt. Nach Exkursionen in die Poesie der Beat-Generation und des Underdogs Charles Bukowski, die sie gemeinsam mit Christian “The Voice" Brückner unternahmen, hat die Band nun wieder zu sich selbst zurück gefunden: Ohne Worte - aber nicht sprachlos - beschreiben Kai Brückners sanft verhallende Gitarrenklänge, Jan von Klewitz’ klare Saxofonlinien und eine hochsensible, dynamische Rhythmusgruppe imaginäre Landschaften dies- und jenseits des Atlantiks.
Arto Tuncboyaciyans Musik ist durchflutet von den Klängen aus der armenischen und anatolischen Tradition, die mit Elementen verschiedenster musikalischer Richtungen verschmolzen werden. Geboren in der Nähe von Istanbul emigrierte er Anfang der Achtziger in die USA um bei den Ethno-Jazz-Pionieren Oregon, Paul Winters Earth Band, Al DiMeolas World Sinfonia, Night Ark sowie Joe Zawinul verschiedene Kombinationen von Folklore und Jazz zu erproben. Im neuen Jahrtausend kehrte er zu seinen Wurzeln nach Eriwan zurück, wo er inzwischen seinen eigenen Club eröffnet hat. Dort realisiert er mit der Armenian Navy Band auch sein eigenes Modell von „Avantgarde Folk“. Das Navy-Logo steht dabei keineswegs für Seemannslieder – Armenien hat keinen direkten Zugang zum Meer – sondern für genau jenen Aspekt des unter Beibehaltung der eigenen Tradition in die Ferne Schweifens. Tuncboyaciyan liebt es, dick und farbenprächtig aufzutragen, in märchenhaften Kategorien zu träumen, um darin einer nie endenden Hoffnung für eine friedfertige Zukunft Ausdruck zu geben.
Kai Brückner – guitar
Jan von Klewitz – saxophones
Johannes Gunkel – bass
Rainer Winch – drums
Arto Tuncboyaciyan – percussion, vocals, bular
Anahit Artushyan – kanun
Armen Ayvazyan – kemanche
Armen Husnounts – tenor, soprano sax
Ashot Harutiunyan – trombone
David Nalchajyan – alto sax
Tigran Suchyan – trumpet
Norair Kartashyan – blul, duduk, zurna
Vartan Grigoryan – duduk, zurna
Arman Jalayan – drums
Vahagn Hayrapetyan – piano, keys
Vartan Arakelian – bass