Musiktheater
Roland Pfrengle
Auf der Bühne agieren vier Frauen auf eigentümliche Weise. Sie verkörpern vier spezifische Arten, sich in der Musik, im Tanz zu positionieren. Ganz anders der Publikumsraum. Er dient als Projektionsfläche für Bilder, wird von mobilem Schlagwerk umrundet. Über Lautsprecher tritt ein zweiter, virtueller Publikumsraum hinzu. Er verkörpert die zunehmende Bildhaftigkeit des Lebens und die im Aktionismus und in der Bilderflut verschüttete Wahrnehmung in maschineller Abhängigkeit. Hauptthema von „An sich – Bilder/Stille“ ist die unmittelbare Rezeption von Phänomenen. Der theatralische Gesamtraum, also Bühne und Publikumsraum, beherbergt eine Auffächerung verschiedener Verhaltensweisen zum Thema Sinneswahrnehmung. Musikalisches Mittel ist u.a. eine Live-Elektronik, in Stufen der Unmittelbarkeit gerastert, die von den Solistinnen ausgelöst wird. Bewegtes Licht, bewegte Reflektionen von Licht überschneiden sich in ihren Tendenzen mit den musikalischen Vorgängen, lösen sich davon, um eigene Wege von Aktion zu Konzentration zu finden. Musiktheater ist hier auch „instrumentales“ Theater.
Roland Pfrengle
An sich – Bilder/Stille (2002)
UA / AW MaerzMusik und Hebbel-Theater Berlin
Roland Pfrengle – Komposition, Musikalische Leitung, Live-Elektronik
Fred Pommerehn – Licht und Bühne
Frank Krug – Regie
Susanne Achilles – Klavier
Amelia Cuni – Stimme und Gongs
Susanne Kirchner – Tanz
Beate-Gabriela Schmitt – Kontrabassflöte
Friedemann Werzlau, Tobias Dutschke – Schlagzeug
Eine Koproduktion von Hebbel-Theater Berlin und MaerzMusik / Berliner Festspiele