Konzert | Musik + Text
Ingrid Caven / Pierre Henry
Ein Ereignis besonderer Art verspricht der Bühnen-Auftritt von Ingrid Caven bei MaerzMusik. Die gefeierte Chanteuse, Schauspielerin und einst Muse von Rainer Werner Fassbinder durchmisst singend, sprechend und spielend „Schattenzonen“ – Fragmente und Bilder ihres Lebens. Vorlage für das Hörstück und die Live-Version ist der mit dem französischen Kritikerpreis (Prix Goncourt 2000) ausgezeichnete Roman Ingrid Caven ihres Lebengefährten Jean-Jacques Schuhl. Das bildreiche Klangband komponierte Pierre Henry, der Mitbegründer der Musique Concrète, den die Technobewegung zum „Vater der DJ-Kultur“ kürte. In einem Kostüm des Pariser Modeschöpfers Azzedine AlaÏa wird Ingrid Caven auftreten. Die Bühne wird sich in der Regie des renommierten Künstlers Salomé in eine Lichtbühne verwandelt, auf der die schillernde und wandlungsreiche Figur Caven aus ihrem Leben spielt.
Skurrile Szenen sind verkettelt. Eine Rollschuhfahrerin hält sich an einem Lastwagen fest und schreit „tatü tata“. Eine altmodische Foxtrott-Melodie ertönt in einer futuristischen Bar. Eine Sitzbadewanne im Chelsea-Hotel blitzt auf. Ein kleines Mädchen singt „Stille Nacht“ vor Wehrmachtsoffizieren. Im Jahr 2000 blickt ein Paar von der Terrasse eines New Yorker Cafés auf den Hudson. Orte von der Ostseeküste über Saarbrücken, München und New York bis nach Paris werden gestreift. Figuren wie Homer, Baudelaire, Tristan Tzara, Captain Haddock, Odysseus, Goethe und Rainer Werner Fassbinder tauchen auf und verschwinden unvermittelt, genauso wie Lieder und Klänge der Lebens.
„Geschichten, Alltag, burleske Episoden, die das Übrige einrahmen. Dazwischen ist so etwas wie ein weißer Fleck auf der Landkarte, eine unerforschte, namenlose, sogar unbenennbare Gegend oder eine dunkle Zone im Gehirn, die man nicht eingestehen kann..., eine Schattenzone.“
Ingrid Caven / Pierre Henry
Schattenzonen (2003)
nach dem Roman „Ingrid Caven“ von Jean-Jacques Schuhl
UA/AW Bayerischer Rundfunk und MaerzMusik / Berliner Festspiele
Ingrid Caven – Stimme
Pierre Henry – Komposition
Salomé – Lichtbühne
Azzedine Alaïa – Robe
Etienne Bultingaire, Roland Girard – Tontechnik
Antoinette Maslak – Regieassistenz
Rosemarie Schnittler – Kommunikationsassistenz
Koproduktion von Bayerischer Rundfunk / Hörspiel und Medienkunst und MaerzMusik / Berliner Festspiele
Mit Unterstützung der Französischen Botschaft Berlin / AFAA