Pressemeldung vom 3.11.2025

Wortmarke Jazzfest Berlin

Jazzfest Berlin 2025: Künstlerische Vielfalt und hohe Auslastung

Mit dem Auftritt des Fire! Orchestra im Haus der Berliner Festspiele und dem James Brandon Lewis Quartett im Quasimodo ging am Sonntagabend das Jazzfest Berlin 2025 zu Ende.
Unter dem Motto „Where Will You Run When the World’s on Fire?“ präsentierte die 62. Ausgabe des Festivals vom 30. Oktober bis 2. November 120 internationale Musiker*innen aus 20 Ländern. Fast 6.000 Besucher*innen kamen zu den insgesamt 27 Acts im Haus der Berliner Festspiele, A-Trane, Quasimodo und in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche – fast alle Konzerte waren ausverkauft.
Vor und parallel zum Konzertgeschehen fand vom 27. bis 31. Oktober die Jazzfest Community Week mit Aktivitäten in Moabit und dem Jazzfest Community Film Lab im Gropius Bau statt. Zu den Angeboten bei freiem Eintritt – Lunchkonzerten im SOS-Kinderdorf, Kiez-Sessions an Orten in Moabit und mehreren Konzerten im Jazz-Institut Berlin und im Quasimodo – kamen knapp 2.000 Gäste. Über 90 Kinder, Jugendliche, Workshopleiter*innen, Musikstudent*innen, Musiker*innen sowie ein Filmteam waren an dem Outreach-Programm beteiligt.

Beim Jazzfest Berlin 2025 war eine Reihe eindrucksvoller Premieren zu erleben, die die stilistische Bandbreite und Innovationskraft der internationalen Jazzszene zeigten und das Publikum begeisterten. Marc Ribot bezauberte und entflammte das Quasimodo mit seinem neuen Album „Map of a Blue City“, dem das diesjährige Festivalmotto entstammt. Europa-Premiere ihres neuen Albums feierte Amirtha Kidambi mit ihrer Band Elder Ones. Die Trompeterin Lina Allemano und ihr Quartett spielten erstmals in Deutschland Musik von „The Diptychs“. Tim Berne trat beim Festival mit seinem neuen Trio CAPATOSTA zum ersten Mal in Europa auf, Komponist Barry Guy stellte die neue Besetzung des London Jazz Composers Orchestra mit einer neuen Fassung der Komposition „Double Trouble” vor, zu der unter anderem die Pianistinnen Angelica Sanchez und Marilyn Crispell gehören. Mit „Words“ brachte das Fire! Orchestra unter Leitung von Mats Gustafsson außerdem ein neues Werk zur Uraufführung, das kollektive Energie und Spoken Word zu einem mitreißenden Konzerterlebnis verband.

Viele weitere etablierte Künstler*innen waren in bekannten und neuen Konstellationen erneut beim Festival zu sehen, wie die Altsaxofonistin Angelika Niescier, die diesmal mit der Cellistin und Komponistin Tomeka Reid und Schlagzeuger*in Eliza Salem das Jazzfest eröffnete, David Murray mit seinem neuen Quartett und Gitarristin Mary Halvorson mit ihrem Amaryllis Sextet. The Young Mothers traten nach sechs Jahren wieder beim Jazzfest auf und Makaya McCraven wurde sieben Jahre nach seinem Club-Auftritt diesmal auf der Großen Bühne des Festspielhauses als ein Highlight gefeiert. Das Jazzfest Berlin würdigte insbesondere den Trompeter und Komponisten Wadada Leo Smith auf seiner letzten Europatour. Gemeinsam mit dem Pianisten Vijay Iyer präsentierte er ihr aktuelles Album „Defiant Life“ und wurde vom sichtlich bewegten Publikum mit tosendem Applaus verabschiedet.

Auch jüngere Musiker*innen waren beim Festival zu Gast wie der Bassist Felix Henkelhausen mit seiner Großformation „Deranged Particles”, das Quartett hilde oder die Saxofonistinnen Signe Emmeluth und Amalie Dahl, letztere mit ihrer zwölf-köpfigen Band Dafnie EXTENDED. Gerade erst in der Jazzfest Community Week gegründet, hatte das Ensemble Moabit Imaginarium mit seinem transkulturellen Repertoire Freitag im voll besetzten Saal des Jazz-Institut Berlin Uraufführung und einen Auftritt beim Abschlusskonzert des Festivals im Haus der Berliner Festspiele vor dem Soloauftritt von Pat Thomas am Flügel.

Das Konzertprogramm wurde ergänzt durch Artist Talks, die Verleihung des diesjährigen Albert-Mangelsdorff-Preises an die Vokalistin und Komponistin Lauren Newton sowie kostenfreien Jam Sessions und eine Afterparty im Quasimodo.
Die Jazzfest Community Week, die bereits am 27. Oktober begann, bot mit weiteren Konzerten, Workshops und einem interdisziplinären Filmprojekt im Gropius Bau ein breites Angebot für Austausch und Teilhabe bei freiem Eintritt.

Zahlreiche Veranstaltungen des Jazzfest Berlin waren bereits im Vorfeld ausverkauft. Insgesamt konnte das Festival 2025 zusammen mit der Community Week fast 8.000 Besucher*innen anlocken. Die Auslastung der Konzerte lag bei knapp 99 %.
Durch die drei Live-Übertragungen im Deutschlandfunk Kultur, in der ARD und auf radio3 vom rbb sowie der langen ARD Jazznacht von Samstag auf Sonntag mit insgesamt über 1000 Sendeminuten vom Festivalgeschehen konnte außerdem ein Publikum weit über Berlin hinaus erreicht werden.

Das Jazzfest Berlin 2026 findet vom 29. Oktober bis 1. November unter der künstlerischen Leitung von Nadin Deventer statt.


Über der 62. Festivalausgabe stand die Frage „Where will you run when the world’s on fire?“ Es geht um unsere Positionierung in einer auf vielfache Weise bewegten, von Ängsten geprägten Zeit. Dies gilt auch für die Rolle des Jazz, jener kreativen improvisierten Musik, die der Künstler und Musikforscher George E. Lewis einmal als „Medium der klanglichen Echtzeit-Übersetzung von kulturellen Werten“ bezeichnet hat – zugleich aber auch als „Bananenschale unter dem Fuß“ der Macht. In der aktuellen Festivalausgabe konnten wir starke Statements von legendären improvisatorischen Erneuerern wie Wadada Leo Smith und Barry Guy erleben, ebenso die klanglichen Weltentwürfe der jüngeren Generation: von Marta Sánchez, Amirtha Kidambi, Patricia Brennan oder Felix Henkelhausen. Mal zart und sinnlich, mal donnernd und aufwühlend – enorm vielfältiger Stoff für unsere Live-Übertragungen und die lange Jazznacht.
Heute geht es auch dringlich darum, neben bewährten Spielstätten neue Räume zu erschließen und mit der Musik zu den Menschen zu gehen, vor allem zu den Jüngsten. Die nachhaltige Community-Arbeit des Jazzfest Berlin in Moabit trägt immer mehr Früchte – auch dies ist eine wichtige Geschichte, die wir fürs Radio gerne weiter begleiten und miterzählen wollen.
Vielen Dank an Nadin Deventer und das Festival-Team für ein hervorragendes Programm und eine tolle Zusammenarbeit.

 – Stefan Gerdes, Sprecher des Rundfunkgremiums


Das Jazzfest Berlin wird gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Medienpartner sind ARTE, Dussmann, Monopol, Wall und die Yorck Kinogruppe.
Das Jazzfest Berlin ist Mitglied des Europe Jazz Network und der Initiative Keychange.

Das Jazzfest Berlin 2025 und einzelne Projekte werden unterstützt durch: Schweizer Kulturstiftung ProHelvetia, Robert Bielecki Foundation, Swedish Arts Council und Norwegische Botschaft in Berlin.

Die Jazzfest Community Week wird gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Berliner Sparkasse.
Die Partner der Jazzfest Community Week sind: Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin | Jazz Institut Berlin | Kallasch& | KUKUMU e. V. | KULTURFABRIK Moabit | Mullewapp e. V. & Miriam-Makeba-Grundschule | OTTO-Spielplatz –Moabiter Ratschlag e. V. | PAS Berlin | SOS-Kinderdorf Berlin: Familienzentrum / Mehrgenerationenhaus | Theater X | Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule | ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik