
Der Alfred-Kerr-Darstellerpreis würdigt jährlich im Rahmen des Theatertreffens die herausragende Leistung eines*einer jungen Schauspieler*in in einer der eingeladenen 10 bemerkenswertesten Inszenierungen. Juror ist dieses Jahr der Schauspieler, Hörbuchsprecher und Autor Matthias Brandt. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wird zum Festivalabschluss am Sonntag, 17. Mai 2026, in einer öffentlichen Matinee im Haus der Berliner Festspiele vergeben.
Der Alfred-Kerr-Darstellerpreis wurde 1991 zur Erinnerung an den Berliner Theaterkritiker Alfred Kerr von seinen Kindern Judith und Michael Kerr gemeinsam mit der Pressestiftung Tagesspiegel und den Berliner Festspielen/Theatertreffen ins Leben gerufen und würdigt seither die herausragende Leistung eines*einer jungen Schauspieler*in in einer der zum Theatertreffen eingeladenen 10 bemerkenswertesten Inszenierungen. Als Juror*in fungiert jährlich wechselnd eine renommierte Theaterpersönlichkeit. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird von der Alfred-Kerr-Stiftung mit Unterstützung des Theatertreffens ausgelobt. Weitere Unterstützungen kommen vom Verlag Der Tagesspiegel, der Familie Hartung und der Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs-GmbH.
Matthias Brandt wurde 1961 in Berlin geboren und zählt heute zu den profiliertesten deutschen Schauspielern und Sprechern. Zu Beginn seiner schauspielerischen Laufbahn gehörte er den Ensembles unterschiedlicher Theater an, darunter das Nationaltheater Mannheim, das Schauspielhaus Zürich und das Schauspielhaus Bochum. Derzeit ist er, nach einer langen Theaterpause, Teil des Berliner Ensembles und spielt dort den Max-Frisch-Monolog Mein Name sei Gantenbein und den Estragon in Samuel Becketts Warten auf Godot. Regelmäßig erarbeitet er gemeinsam mit dem Musiker und Performer Jens Thomas improvisative Wort-Musik-Collagen, die sie live aufführen.
Seit vielen Jahren arbeitet Matthias Brandt insbesondere für Film und Fernsehen und wurde vielfach ausgezeichnet. Als Münchner Kommissar Hanns von Meuffels in der Krimireihe Polizeiruf 110 und in der Rolle des August Benda in der Serie Babylon Berlin wurde er einem breiten Fernsehpublikum bekannt. Eine intensive Arbeitsbeziehung verbindet ihn zudem mit dem Autorenfilmer Christian Petzold, zuletzt war er in dessen Filmen Miroirs No. 3 (2025) und Roter Himmel (2023) zu sehen.
Weiterhin ist Brandt auch als Sprecher von Hörbüchern und Hörspielen tätig, 2014 erhielt er den Deutschen Hörbuchpreis für seine Einlesung des Romans Schöne neue Welt von Aldous Huxley.
Auch als Autor tritt Matthias Brandt in Erscheinung: Der Kurzgeschichtenband Raumpatrouille aus dem Jahr 2016 enthält autobiografische Skizzen aus seiner Kindheit, 2019 folgte sein Romandebüt Blackbird. Im März 2026 erscheint, ebenfalls im Verlag Kiepenheuer & Witsch, der Essay Nein sagen. Angesichts der erneuten Bedrohung der Demokratie durch Rassismus und Fremdenfeindlichkeit erinnert Brandt an das Vermächtnis des Widerstands gegen den Nationalsozialismus und an den Mut der Widerstandskämpfer*innen, zu denen auch seine Eltern gehörten.
Matthias Brandt erhielt 2024 die Carl-Zuckmayer-Medaille und 2025 den Deutschen Sprachpreis.
Ehemalige Juror*innen waren u. a. Edith Clever, Maren Eggert, Samuel Finzi, Martina Gedeck, Fabian Hinrichs, Marianne Hoppe, Nina Hoss, Imogen Kogge, Ursina Lardi, Eva Mattes, Ulrich Matthes, Bernhard Minetti, Ulrich Mühe, Franz Rogowski, Edgar Selge, Thomas Thieme, Valery Tscheplanowa, Gerd Wameling, Martin Wuttke und zuletzt 2025 Bettina Stucky.
Ehemalige Preisträger*innen waren u. a. Kathrin Angerer, Lina Beckmann, Benny Claessens, August Diehl, Dominik Dos-Reis, Fritzi Haberlandt, Julia Häusermann, Fabian Hinrichs, Steffi Kühnert, Johannes Nussbaum, Wiebke Puls, Samouil Stoyanov, Devid Striesow, Valery Tscheplanowa, Johanna Wokalek und im vergangenen Jahr Carmen Steinert.
Zur Theatertreffen-Chronik
Zum Porträtfoto von Matthias Brandt © Jan Düfelsiek
Pressekontakt |
| Sara Franke, Anna Hinz presse@berlinerfestspiele.de +49 30 254 89 269/ 132 Zum Pressebereich des Theatertreffens |