Sonntag, 27.9.2026 – Donnerstag, 1.10.2026
Das FORUM ist das Workshop- und Fortbildungsprogramm des Tanztreffen der Jugend – für Tanzpädagog*innen, Lehrkräfte, Choreograf*innen, Sozialarbeiter*innen, Künstler*innen, Studierende, Hochschullehrende sowie für die Gruppenleitungen der eingeladenen Produktionen. Es ist offiziell als Weiterbildung anerkannt und versteht sich als Ort des Peer-based Learning: Dozent*innen und Teilnehmende begegnen sich als Lernende und Expert*innen zugleich – mit dem Ziel, künstlerisch-pädagogische Praxis für Jungen Tanz gemeinsam weiterzudenken, zu stärken und zu vernetzen.
Der Vorverkauf beginnt am 29. Juli 2026 um 14:00 Uhr.
Das FORUM widmet sich in diesem Jahr der politischen Dimension künstlerischer und pädagogischer Praxis im Jungen Tanz.
Wie bleiben wir mit jungen Menschen im Dialog – angesichts der Dringlichkeit multipler Krisen, zunehmender Polarisierung und dem digitalen Exil von gesellschaftlichen Prozessen? Wie öffnen und halten wir Räume im Hier und Jetzt, in denen Privilegien und Diskriminierungen benannt und unterschiedliche Perspektiven ausgehalten werden – verbal und nonverbal, körperlich und kollektiv? Wie kann der Tanz in seiner Flüchtigkeit zugleich Schutzraum, Ausdrucksform, Aktivismus und Mittel gesellschaftlicher Teilhabe sein?
Praxisorientierte Workshops stellen diese Fragen durch Einblicke in unterschiedliche künstlerische und pädagogische Ansätze: Be van Vark stellt ihre Arbeitsweise mit dem Verein Tänzer* ohne Grenzen vor, Izabella Herzfeld gibt Einblicke in die Arbeit mit Tanz als Protestmedium im öffentlichen Raum über die weltweite politische Initiative und Tanzdemo One Billion Rising. Fanny Kulisch stellt die Toolbox dancing*politics vor, die 2022 von Chance Tanz im Modellprogramm zur Stärkung von Demokratie durch Tanzvermittlung entwickelt wurde. In einem zweiten Workshop geht es darum, in unserer Rolle als Anleitende diskriminierungskritische Handlungsfähigkeit zu üben. Mit Modjgan Hashemian suchen wir im Körper nach einer Sprache jenseits der Worte, Rike Flämig teilt Zugänge, um mit jungen Menschen und Zeitzeug*innen geschichtlich und ortsspezifisch zu arbeiten. Die eingeladenen Dozent*innen teilen ihre Methoden, Erfahrungen und Perspektiven und schaffen einen Rahmen, in dem gemeinsames Lernen ebenso Platz hat wie das Ausprobieren, Reflektieren und produktive Scheitern im kollegialen Austausch.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf viel Bewegung und gemeinsamem Lernen von FORUM und CAMPUS: In 30 Classes können am Montag und Dienstag der Festivalwoche unterschiedliche urbane, zeitgenössische und klassische Tanzstile ausprobiert und vertieft werden.
Runder Tisch: Tanz an Schulen ist eine fünfteilige Gesprächsreihe in Zusammenarbeit mit dem Bundeswettbewerb Schultheater der Länder (SDL) des Bundesverbands Theater an Schulen (BVTS), Aktion Tanz - Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft e. V. und dem Tanztreffen der Treffen junge Szene der Berliner Festspiele, die im Rahmen von Fachtagungen und Festivals der Partner*innen seit September 2025 durchgeführt wird und nun im Tanztreffen der Jugend 2026 seinen Abschluss findet. Die Initiative widmet sich der Förderung von Tanz an Schulen und öffnet den Raum für einen produktiven Diskurs zwischen tanz- und theaterinteressierten Lehrkräften sowie weiteren interessierten Akteur*innen mit dem Ziel des Wissenstransfers, der Qualitätsförderung, der Problemanalyse und der Erarbeitung von Handlungsempfehlungen.
Die täglichen Nachgespräche der Preisträger*innenstücke verbinden Reflexionen zu den künstlerischen Arbeiten mit dem Lerngewebe der Woche.
Das FORUM-Programm findet in deutscher Sprache statt.
Sonntag, 27.9.2026, 10:30–12:30
Kick-Off FORUM
Gemeinsam warm werden für die Festivalwoche und das FORUM als temporäres Peer-to-Peer Lernkollektiv. Neugierig aufeinander werden, sich kennenlernen, sich verbinden, sich finden. Den eigenen Fokus finden, Wünsche und Ziele formulieren für die Woche. Das Auftakttreffen aller FORUM Teilnehmenden.
Sonntag, 27.9.2026, 14:00–16:30
MUTAUSBRUCH – Tanz als politische Praxis
Mut ist der Ausgangspunkt dieses praxisorientierten Workshops – exemplarisch für die Arbeitsweise von Tänzer* ohne Grenzen. Mut verbindet individuelle Erfahrung mit kollektivem Handeln: Er zeigt sich im Sich-Einlassen, im Sichtbar-Werden, im Aushalten von Unsicherheit und im gemeinsamen Gestalten. Gerade in aktuellen gesellschaftlichen Spannungsfeldern wird Mut zu einer zentralen Ressource – als Voraussetzung für Begegnung, für Verantwortung und für aktives Mitgestalten.
In diesem kompakten Format wird Mut in Bewegung gebracht: durch Improvisation, biografische Impulse und gemeinsames Arbeiten im Raum. Eigene Erfahrungen werden zum Ausgangspunkt für einen künstlerischen Prozess, der unmittelbar ins Tun führt. Tanz wird dabei als sozialer und politischer Handlungsraum verstanden – als Möglichkeitsraum für temporär gelebte Utopien.
Sonntag, 27.9.2026, 14:00–16:30
Dancing Resistance – One Billion Rising
Tanz im öffentlichen Raum als politischer Widerstand. Dieser Workshop erkundet am Beispiel der globalen OneBillion Rising-Kampagne, wie Tanz und Protest zusammenwirken. Wir lernen gemeinsam den Tanz zum Protestsong Break the Chain und untersuchen anhand der Berliner Dance Demo Tanz als nonverbales Protestmedium und Empowermentstrategie. Wie organisiert man eine Dance Demo? Welche Potenziale bietet Tanz im öffentlichen Raum? Ein praxisnaher Einblick in nachhaltige Organisationsarbeit und Vernetzung.
Montag, 28.9.2026, 14:00–16:30
Mit dem Körper erinnern
Wie wird Erinnerung im Körper gespeichert? Was erzählen Orte über historisches Unrecht? Welche Bewegungen erinnern an Widerstand? Wie werden Dokumente lebendig? Welche Rolle spielt der Tanz für politische Bildung? Wie können wir anhand von ortsspezifischen Tanzprojekten mit jungen Menschen und Tanzbegegnungen mit Zeitzeug*innen zentrale historische Entwicklungen aufgreifen, versteckte Geschichten entdecken und neue Narrative erzählen?
Im Workshop stellt Rike Flämig zunächst einschlägige Projektbeispiele mit jungen Tänzer*innen und Zeitzeug*innen vor. In einem Praxisteil erproben wir anhand von kurzen Übungen tanzpädagogische Ansätze und ortsspezifische Strategien. Im Anschluss reflektieren wir gemeinsam das Potential des Körpers und der Kunstform Tanz.
Montag, 28.9.2026, 14:00–16:30
dancing*politics Toolbox
Diskriminierungskritische Haltung und Empowerment an der Schnittstelle von Tanz und politischer Bildung
Der Workshop bietet eine praxisnahe Einführung in die Toolbox und den Fragenkatalog von dancing*politics. Im Fokus steht die Auseinandersetzung mit diskriminierungskritischen Ansätzen und Empowerment an der Schnittstelle von Tanzvermittlung und politischer Bildung. Anhand konkreter Übungen probieren wir Methoden aus und fragen gemeinsam: Wer trägt Verantwortung für das Wohlbefinden aller? Wie gehen wir mit Grenzüberschreitungen um? Und wie lassen sich gesellschaftliche Ungleichheitsverhältnisse in Bildungskontexten erkennen - benennen - und durch Handlung verändern? Beim Ausprobieren steht die Reflexion der eigenen Positionierung im Mittelpunkt – mit Raum für Austausch, Fragen und Bewegung.
Mittwoch, 30.9.2026, 14:00–16:30
Zwischen Körper und Zeichen
Wie können wir uns ausdrücken, wenn Worte nicht ausreichen?
Wenn Worte überhört, verdreht oder bewusst missverstanden werden?
Dieser Workshop widmet sich Bewegung und Körpersprache als Formen politischer Artikulation und gesellschaftlichen Ausdrucks. Er gibt Einblicke in die künstlerische Arbeit der Choreografin Modjgan Hashemian und konkrete Anregungen für die eigene künstlerische und tanzpädagogische Praxis.
Durch improvisatorische Übungen, Bewegungsrecherche und gemeinsame Reflexion erforschen wir, wie der Körper Bedeutung vermittelt, Raum einnimmt, Widerstand ausdrücken und Zugehörigkeit erfahrbar machen kann. Dabei setzen wir uns auch mit gesellschaftlichen Zuschreibungen auseinander: Welche Erwartungen, Rollenbilder und Deutungen werden Körpern zugeschrieben – und wie können wir diese durch Bewegung sichtbar machen, hinterfragen oder aufbrechen?
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Zusammenspiel von Körper, Stimme und Sprache. Gesprochene Worte werden rhythmisiert, fragmentiert oder aus ihren gewohnten grammatikalischen Strukturen gelöst und in körperliche Ausdrucksformen übersetzt.
Mittwoch, 30.9.2026, 14:00–16:30
Diskriminierungskritische Handlungsfähigkeit
Der Workshop richtet sich an Anleitende, die ihre diskriminierungskritische Handlungsfähigkeit stärken möchten. In Workshops ist der Wunsch nach konkreten Handlungsempfehlungen in Situationen von Diskriminierung stark. Die Schritte, die wir dabei oft überspringen, sind das Erkennen und Benennen von Diskriminierung. Gemeinsam schauen wir auf typische Dynamiken in angeleiteten Räumen und fragen: Was nehme ich wahr? Wie kann ich konkret beschreiben, was passiert? Welche Ängste hemmen mich? Wie kann ich handlungsfähig bleiben? Anhand von Beispielen, Übungen und Austausch entwickeln wir Strategien – klar, reflektiert und gemeinschaftlich.
Donnerstag, 1.10.2026, 10:00–16:00
Runder Tisch Tanz an Schulen
Die von dem Bundeswettbewerb Schultheater der Länder (SDL) des Bundesverbands Theater an Schulen (BVTS), Aktion Tanz - Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft e. V. und dem Tanztreffen der Treffen junge Szene der Berliner Festspiele ins Leben gerufene Initiative Runder Tisch Tanz an Schulen trifft sich in fünf Ausgaben seit September 2025 bundesweit an wechselnden Orten mit unterschiedlichen Themensetzungen. Im diesjährigen FORUM wird es erstmals ganztägig um kollegiale und politische Vernetzung, um Austausch und Analyse im Kontext von Tanz an Schulen gehen. Ziel ist dabei, Strategien zur nachhaltigen Etablierung von Tanz an Schulen zu entwickeln und ein länderübergreifendes politisches Forderungspapier mit Handlungsempfehlungen zu entwerfen.
Nähere Informationen zu Runder Tisch Tanz an Schulen folgen im Juli 2026.
28.9. – 29.9.2026
Am 28. und 29. September laden wir in diesem Jahr zu zwei besonderen Tagen der Begegnung zwischen FORUM und CAMPUS ein – offen, lebendig und voller Bewegung. In mehreren Slots geben internationale Dozent*innen tänzerische Impulse und bringen ihre verschiedenen Stile und Perspektiven ein. Ein Raum zum Ausprobieren, Austauschen und Wachsen.
Nähere Informationen zum Classes Programm im Juli 2026.
27.9. – 1.10.2026, 17:30 Uhr / 2.10.2026, 10:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Probebühne
In den Forumsnachgesprächen widmen wir uns in Worten und in Bewegung jedem einzelnen Stück: Lässt sich ein Thema, ein Motiv oder eine Stimmung in mehreren Produktionen wiederfinden? Wie wurde mit den jungen Tänzer*innen geforscht und gearbeitet? Nach welchen Kriterien wurden ästhetische Entscheidungen getroffen? Eingeladen sind Choreograf*innen, Juror*innen und Forumsteilnehmer*innen. Gefragt sind Expertise, konstruktive Kritik und Lust auf neue Perspektiven.
Bei dem Workshopangebot handelt es sich um eine anerkannte Weiterbildungsmaßnahme, für die es eine Teilnahmebestätigung gibt.
Tickets für die Workshops können ab dem 29. Juli 2026 gebucht werden.
Der Preis für Verpflegung ist in der Teilnahmegebühr enthalten. Die Teilnahme an den Nachgesprächen ist kostenlos.