Theatertreffen der Jugend

Unsere Zukunft gestalten wir jetzt!

Susanne Chrudina

Die Welt lehrt uns das Fürchten – durch Krisen, Konflikte und Unsicherheiten. Und doch wächst eine junge Generation heran, die uns mit Energie und Kreativität Hoffnung für die Zukunft schenkt.

So viele selbstbewusste, reflektierte und politische Inszenierungen mit Sinn für Diversität, Gemeinschaft und gesellschaftliches Engagement haben uns in diesem Jahr erreicht. Für die Jury war es eine schwere Aufgabe, aus den über 100 Bewerbungen die sieben Preisträger*innen-Produktionen auszuwählen.

Die prämierten Arbeiten der 47. Ausgabe des Theatertreffen der Jugend sind gleichsam kraftvoll und sensibel. Alle jungen Theaterschaffenden eint ein ausgeprägtes politisches Anliegen und das Verantwortungsbewusstsein für die Zukunft, das sie durch ihre theatralen Arbeiten zum Ausdruck bringen. Die vielfach personenstarken Ensembles vertreten unterschiedliche Perspektiven und kulturelle Hintergründe, nicht selten sind mehrere Sprachen auf der Bühne zu hören. Die Produktionen entführen uns in den Keller eines Wohnhauses, nach Delphi vor das Tor der Götter, ins Wunderland, in das Universum von Held*innen, geleiten uns durch die fünf Stadien der Trauer, in ein Hinterhaus nach Amsterdam und bis ins Angesicht des Todes.

Die Stücke beschäftigen sich mit dem Erwachsenwerden im Kontext von Flucht, Migration und Polykrisen. Welche Held*innen braucht es heute, um die Welt zu retten? Die jungen Künstler*innen reflektieren Identitätsentwicklung unter dem Einfluss von Social Media und die Suche nach dem eigenen Platz in der Gesellschaft als junge Menschen mit und ohne Behinderung. Thematisiert werden Ängste, Trauer als privates und kollektives gesellschaftliches Phänomen, Gefühle von Macht und Ohnmacht. Ein rein männlich gelesenes Ensemble spürt dem „männlichen Erbe“ nach und begibt sich auf die Suche nach zukünftigen Rollenbildern. Ein weiteres Ensemble beschäftigt sich mit dem Leben und Wirken von Anne Frank. So wird Erinnerung zur wichtigen Arbeit an der Gegenwart.

Zu erleben sind Performances, inklusive und intergenerative Produktionen, äußerst physische Bühnensprachen mit Tanz und Choreografien, Videokunst, Musiktheater mit Live-Musik und Original-Kompositionen, dokumentarisches Theater, mythologische Stoffe und Figurentheater. Hier betreten junge Künstler*innen die Bühne, die überzeugt sind von der tiefen Notwendigkeit, ihre Anliegen zu formulieren.

Vielen Dank an die Jury für das Suchen und Finden dieser bemerkenswerten Theaterarbeiten. Zu tiefem Dank verpflichtet bin ich allen Kolleg*innen der Berliner Festspiele, die mit vollem Einsatz ihr Bestes geben, diese jungen Theaterarbeiten strahlen zu lassen. Dem Team der Treffen junge Szene gebührt all meine Hochachtung und Dankbarkeit für die liebevolle und unermüdliche Arbeit an diesem Festival.

Ohne die engagierte, treue und beispielhafte Förderung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend wäre dieses besondere Treffen junger Theaterschaffender nicht möglich. Für Ihre Unterstützung bin ich Ihnen dankbar und verbunden.

Mein Dank geht in diesem Jahr auch jenseits unseres Bundeswettbewerbs ausdrücklich an alle Künstler*innen, Regisseur*innen, Lehrenden und Gruppenleitungen, die mit großem Einsatz und Energie Kreativräume für junge Theaterschaffende und Menschen öffnen und auch erhalten. Die künstlerischen Ergebnisse dürfen wir mit großer Freude jährlich im Rahmen unserer Treffen präsentieren. Die Arbeit dieser Menschen erweitert Horizonte, bereichert Perspektiven, lässt junge Menschen so vielseitig und intensiv lernen, und kann Leben verändern. Ebenso danke ich allen fördernden Akteur*innen, Institutionen und kulturpolitischen Entscheidungstragenden für die Ermöglichung dieser Räume. Seien Sie gewiss, dies ist eine Investition in die Zukunft, in die Zukunft junger Menschen, aber auch in die Zukunft unserer demokratischen Gesellschaft. Wir benötigen Klugheit, Kreativität, Weitblick und Empathie, um den zukünftigen Herausforderungen gewachsen zu sein.

Liebe Künstler*innen des Theatertreffen der Jugend – ihr baut die Zukunft, jetzt! Herzlich willkommen und danke, dass ihr da seid!

Susanne Chrudina
Leiterin Treffen junge Szene

Eine Gruppe von Menschen präsentiert eine kleine Szene, andere sitzen im Halbkreis drumherum und schauen zu.

© Berliner Festspiele, Foto: Dave Grossmann

„Wir sind bunt, wir sind laut und wir sind viele! Lasst uns einfach neue Gesetze machen! Lasst uns diese Welt gemeinsam gestalten!“

ALICE im Wunderl@nd

Die Festivalzeitung (FZ)

Die Festivalzeitung (FZ) begleitet das Festivalgeschehen des Theatertreffen der Jugend und erscheint täglich am Abend. 

In der Mediathek

Neben der Aufzeichnung der Eröffnungsveranstaltung stehen auch die Inszenierungen aller Preisträger*innen des Theatertreffen der Jugend 2026 in der Mediathek der Berliner Festspiele zur Verfügung – jeweils ab dem folgenden Werktag nach der Aufführung und bis Anfang Juni 2027. Die Mediathek bietet zudem On-Demand-Angebote aus vergangenen Jahren.

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Ein Trikot und ein Megafon liegen auf einem Boden mit Schachbrettmuster.

Preisträger*innen Theatertreffen der Jugend

Alle ausgewählten Theaterproduktionen seit 1980

Zu den Preisträger*innen

Das Theatertreffen der Jugend

Das Theatertreffen der Jugend versteht sich als Plattform und Ort der Impulse und des Austauschs, an dem junge Theaterschaffende ihre Arbeitsweisen und ihre unterschiedlichen Themen und Positionen verhandeln können und in ihren individuellen, künstlerischen Ausdrucksformen bestärkt werden. Im Zentrum stehen die eingeladenen Produktionen und die Begegnung und der Austausch der jungen Spieler*innen und ihrer Spielleiter*innen in unterschiedlichsten Formaten.

Das Theatertreffen der Jugend ist Teil der Treffen junge Szene der Berliner Festspiele.

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