Inszenierung

Hoping for…

Cactus Junges Theater, Theater im Pumpenhaus, Münster

Sechs Personen sind in Bewegung. Sie werfen Kleidungsstücke hoch. Alle sind gelb gekleidet.  Die Bühne ist ein Kreis und das Publikum sitzt drumherum.

Hoping for... © Ralf Emmerich

Was ist eigentlich Frieden und wie können wir ihn erreichen? Das sechsköpfige transkulturelle Ensemble erkundet in „Hoping for…“ mit szenischen Darstellungen und choreografischen Bildern Trauriges, Ernstes und Hoffnungsvolles im Spannungsfeld von Konflikt und Frieden. Die Collage ist eine Einladung an das Publikum, gemeinsam die vielfältigen Fragestellungen und Facetten zu einem der wichtigsten Themen unserer Zeit zu beleuchten.

Was ist eigentlich Frieden und wie können wir ihn erreichen? Das sechsköpfige transkulturelle Ensemble erkundet in „Hoping for…“ mit szenischen Darstellungen und choreografischen Bildern Trauriges, Ernstes und Hoffnungsvolles im Spannungsfeld von Konflikt und Frieden. Beginnt der Frieden bei mir selbst oder an den politischen Konferenztischen weltweit? Die Darstellenden haben erforscht, erfragt, diskutiert, entdeckt, gezweifelt und geträumt. Die Collage, die daraus entstanden ist, ist eine Einladung an das Publikum, gemeinsam die vielfältigen Fragestellungen und Facetten zu einem der wichtigsten Themen unserer Zeit zu beleuchten.

Cactus Junges Theater ist eine Theaterplattform, die sich darauf konzentriert, die Gefühle und Gedanken junger Menschen in den Blick zu nehmen, einschließlich ihrer Hoffnungen, Ängste, Konflikte und Sehnsüchte. Dabei setzt sich Cactus besonders mit Fragen auseinander, die für Jugendliche heute relevant sind, wie zum Bespiel ihre Rolle in der Gesellschaft, die Vielfalt der Geschlechterrollen und der Dialog zwischen verschiedenen Kulturen.

Cactus entwickelt gemeinsam mit jungen Menschen Theaterstücke und bringt sie zur Aufführung. Für „Hoping for…“ wurde ein neues Ensemble gebildet, das ein Jahr lang wöchentlich und in mehreren Intensiv-Blöcken geprobt hat. Sie haben verschiedene Methoden wie Text-, Bewegungs- oder Szenenimpulse, Workshops, Interviews und Körperimprovisationen genutzt, um rund um das Thema Frieden zu arbeiten und Material für das Stück zu sammeln.

Jurykommentar von Sakiye Boukari

Ich werde sehr warm und herzlich empfangen und noch bevor es losgeht, fühle ich mich als Zuschauerin gesehen und wahrgenommen. Im Raum suche ich mir aus, von welcher Seite aus ich das Stück schauen möchte, denn die Spielfläche befindet sich in der Mitte. Irgendwie auch egal, denn ich werde von allen Seiten bespielt. Nicht nur das, ich bin zeitweise sogar Teil des Spiels.

Es geht direkt los und mit der Inszenierung „Hoping for…“ vermittelt das Ensemble vom Cactus Theater Münster, dass auch ihr Anliegen schon lange drängt. Es ist eine Suche, eine Darstellung und ein Entdecken von Frieden. Was bedeutet er, wie finden wir ihn oder wo fängt er an?

Da ist ein Koffer auf der Bühne und noch viel wichtiger ist das, was im Koffer zu finden ist. Die Darstellenden erzählen durch und mithilfe von Kleidungsstücken Geschichten, die berühren. Bei mir springen alle Sinne an. Ich fühle viel, ich höre viel, ich sehe und rieche auch viel. Ich sehe bekannte Bilder aus Büchern, der Geschichte und sogar aus dem Fernsehen. Mich nimmt das mit und ich frage mich, ist das die Welt, in der wir leben? Wo bleibt der Frieden?

In ihren Stimmen und in ihren Körpern sind die Darsteller*innen kraftvoll, klar und die Gefühle, die sie vermitteln, dringen in mich ein. Ich bin eingeladen, mit zu überlegen, was Frieden für mich bedeutet, mich zu entspannen und zu ruhen um friedliche Momente zu finden. Im nächsten Moment tobt es wieder auf der Bühne, der Moment ist vorbei. Ich frage schon wieder: Ist das die Welt, in der wir leben? 
Dieses starke Kollektiv erzählt mir ganz viel. Es wird deutlich, dass die Spieler*innen keine Angst haben, sich an ein so schwieriges Thema heranzuwagen und dafür sowohl auf der Bühne, als auch im Probenprozess mit Menschen in den Austausch zu gehen. Sie versammeln Geschichten und Hoffnungen. Und jetzt sollen wir mitmachen!

Ich bewundere dieses warme Ensemble in ihrer Arbeit und ihrem körperlichen Ausdruck. Nicht allein mit ihren Stimmen, sondern auch mit ihren starken Bewegungen und Choreos, hauen sie mich um. Es ist eine Inszenierung, die alle Menschen einlädt zu überlegen, in was für einer Gesellschaft wir eigentlich leben wollen. Ein dringender Aufruf zur Reflexion und Veränderung, der nicht nur heute, sondern auch immer brennend und unumgänglich erscheint.

Ich danke „Hoping for…“ für diesen unglaublich schönen bewegenden Theaterabend!

Von und mit

Moaz Alraie, Marie Benien, Stella Bensmann, Larissa Kjortosheva, Rahmatallah Ramzi, Alae Rtimi

Judith SuermannRegie
Emmanuel EdororChoreografie
Gaby SoglBühne und Kostüme
Hanna Kroll, Diletta BrunoRegieassistenz
Team und EnsembleStückentwicklung
Ariane FiliusSchreibwerkstatt
Paula Marie BerdrowSprecherziehung
Charlene KösterHospitanz
Erich Saar, Manuel TalaricoGrafikdesign
Ralf EmmerichFotos
Gianluca StrubLichtdesign

Dank an: alle Geschichtenschenker und an Armin Wetzel, Amar, Ida, Joseph, Nuri, Soph

Eine Produktion von Cactus Junges Theater, in Koproduktion mit Theater im Pumpenhaus, in Kooperation mit Jugendtheater-Werkstatt e. V., gefördert durch kontinuierliche Förderung durch das Kulturamt der Stadt Münster, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, SOZIOKULTUR NRW / Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren NRW e. V., unterstützt durch Stiftung Bürger für Münster, Roadstop GmbH, Soroptimist International, Cibaria, Carsharing Münster, Liba GmbH & Co KG