HESPEROS’ JÜNGER

Eintritt frei

Donnerstag, 1. September 2005 | 16:00

Freitag, 2. September 2005 | 16:00

Samstag, 3. September 2005 | 16:00

60 Min., Deutschland/Türkei 2005, OmU (dt.)

Regie: Aslı Özge

Kamera: Emre Erkmen

Wenn man sich in Istanbul auf den Stuhl eines Friseurgeschäfts setzt, heißt das, dass man nicht nur einen Haarschnitt bekommt, sondern auch in das tägliche Geschehen miteinbezogen wird. Die Friseursalons spiegeln die Sorgen und Freuden der Gesellschaft sowie die Verschiedenheiten der Lebensstandards wider. Vor dem Hintergrund der nach Europa strebenden Türkei erzählt der Film Hesperos’ Jünger von Istanbul – aus der Perspektive dreier Friseure. Einer von ihnen ist der Bahnhofsfriseur Ahmet; er arbeitet in einem historischen Gebäude, das den wichtigsten Verbindungsweg zwischen Europa und Asien darstellt. Er arbeitet für die unteren sozialen Schichten und schneidet nur Männern die Haare; er bietet auch Rasuren an – eine alte Tradition in der Türkei. Petra, einer seit zwölf Jahren in Istanbul lebenden Deutschen, schneidet bei sich zu Hause sowohl Männern als auch Frauen die Haare. Anstatt die deutsche Lebensweise durch die Augen der Türken in Deutschland zu betrachten, sehen wir hier die türkische Lebensweise durch die Augen einer deutschen Frau in der Türkei. Der letzte Friseur, Özcan, schneidet Frauen die Haare und bedient nur die wohlhabenden Schichten der Gesellschaft. Er ist der bekannteste Friseur in Istanbul und arbeitet wie am Fließband. In seinem Geschäft kommt es nicht nur auf eine gute Frisur an, sondern auch auf Luxus. (Asli Özge)

Asli Özge, geboren 1975 in Istanbul, lebt in Berlin

Filmprogramm

zur Ausstellung „Urbane Realitäten: Fokus Istanbul“