Mittwoch, 20. September 2006 | 20:00
Veranstalter
Stiftung Topographie des Terrors
Stresemannstrasse 111
10963 Berlin
Telefon +49 (0)30 25 45 09-0
Fax +49 (0)30 25 45 09-99
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Sportfilmer, Mitarbeiter von Leni Riefenstahl, Farbfotograf und
„Kameramann des Führers“
Im Rahmen ihrer Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen lädt
die Stiftung Topographie des Terrors zu einer Buchvorstellung in den Martin-Gropius-Bau ein.
Begrüßung
Professor Dr. Andreas Nachama Stiftung Topographie des Terrors
Moderation
Birgit Kolkmann Deutschlandradio Kultur, Berlin
Podium
Hanns-Peter Frentz Leiter des Bildarchivs Preußischer Kulturbesitz, Sohn von Walter Frentz
Klaus Hesse Stiftung Topographie des Terrors, Mitautor
Hans Georg Hiller von Gaertringen Deutscher Kunstverlag, Herausgeber
Matthias Struch Filmmuseum Potsdam, Mitautor
Walter Frentz (1907-2004) begann um 1930 mit avantgardistischen Sportfilmen. 1933 wurde er einer der Kameraleute von Leni Riefenstahl und hat ihre NS-Propagandafilme „Triumph des Willens“ und „Olympia“ entscheidend mitgeprägt. Mit Kriegsbeginn 1939 wurde er „Kameramann des Führers“ und gehörte bis Kriegsende zu Hitlers ständiger Begleitung. Zu seinen bekanntesten Filmaufnahmen zählen die Bilder von Hitlers „Freudentanz“ in Frankreich im Juni 1940 und dessen letztem Auftritt bei der Auszeichnung von „Hitlerjungen“ im Garten der Reichskanzlei in Berlin im März 1945.
Frentz hat neben seiner offiziellen Haupttätigkeit für die nationalsozialistische „Deutsche Wochenschau“ viel fotografiert. Seine meist farbigen Fotografien zeigen vor allem den Alltag Hitlers und seiner engsten Umgebung auf dem „Berghof“ sowie in seinen Hauptquartieren, aber auch Eindrücke, die Frentz bei seinen privat oder im Auftrag unternommenen Reisen in die von der Wehrmacht besetzten Länder Europas gewann. Dabei entstanden auch die in den letzten Jahren häufig publizierten Farbaufnahmen von KZ-Häftlingen bei der Montage sogenannter „VWaffen“ im KZ Mittelbau-Dora, aber auch Bildserien im Bombenkrieg zerstörter deutscher Städte. Nach vorübergehender Internierung arbeitete Frentz nach Kriegsende zunächst wieder als Kameramann, später vorwiegend als „Kulturfilmer“.
Frentz Aufnahmen werden in dem Bildband erstmals umfassend präsentiert und quellenkritisch kommentiert. Zehn namhafte Historiker, Film- und Fotowissenschaftler betrachten kritisch das Werk eines bedeutenden, bis heute aber kaum namentlich bekannten Bildpropagandisten der NS-Zeit und ordnen seine Aufnahmen in den Kontext der propagandistischen Selbstinszenierung und Außendarstellung des NS-Regimes ein.
Hans Georg Hiller von Gaertringen (Hg.), Das Auge des Dritten Reiches. Hitlers Kameramann und Fotograf Walter Frentz, München, Berlin (Deutscher Kunstverlag) 2006, erscheint im September