Workshop mit Dialogführung | Für Schüler und Schulklassen
Die Natur und ihre Träume waren für Meret Oppenheim wichtige schöpferische Quelle und Konstante ihres Schaffens. Bereits mit 14 Jahren fing sie an, ihre Träume aufzuschreiben. Sie führte dafür ein Traumtagebuch. Der Traum und die Natur öffneten ihr Fenster zu neuen Bildern und Objekten. Aus natürlichen Materialien entstand spielerisch Neues. Meret Oppenheim erwähnte dazu die Geschichte eines Häuptlings, der stets seine Männer nach einem Traum zusammenrief, um ihnen seinen Traum zu erzählen, weil er ihn für die Gesellschaft wichtig schien. Wenn also Künstler, Dichter oder Du, das darstellen, was ihnen wichtig erschient, dann ist das vielleicht auch wichtig für die Menschheit. Wie würdest Du Deinen Tag- oder Nachttraum in Bildhaftes wandeln?
Meret Oppenheim (1913-1985), zählt zu den bedeutendsten und eigenwilligsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie ist am 6. Oktober 1913 in Berlin-Charlottenburg geboren. Ihren einhundertsten Geburtstag nimmt der Martin-Gropius-Bau zum Anlass, ihr Werk in Gänze zu zeigen.
Berühmt und zur zentralen Figur einer neuen Kunstbewegung, dem Surrealismus, wird sie mit einem Objekt, das sie 1936 in Paris schuf: Sie überzog eine Tasse mit Unterteller und Löffel mit Gazellenfell. So war er, der Surrealismus der Meret Oppenheim: Verrückte Wirklichkeiten, zerlegte Gewohntheiten, spitzfindiger Humor, geistreicher Wortwitz.
Ihr Motto lautete: „Mit ganz enorm wenig viel.“ Sich mit Meret Oppenheim zu beschäftigen, bedeutet daher, sich mit unterschiedlichen Kunstgenres auseinanderzusetzen, mit Malerei, Skulptur, Dichtung, Design. Sie wechselte ihre Stile, war stets neugierig und kannte keine Tabus. Das macht ihre Kunst ist bis heute frisch und gleichzeitig tiefgründig. Da entstehen aus Knochen Halsketten, aus einem Bierglas ein Eichhörnchen, aus Alltagsmaterialien Masken. Es gibt aber auch Werke, wo sie mit Bleistift nur zart schraffiert oder der feine Pinsel nur tupft. Es ging ihr um ein Suchen nach Traumideen und –bildern und nach Identität. Dabei spielten Sprache, Körper, Natur eine wichtige Rolle. „Jeder Einfall wird geboren mit einer Form. Ich realisiere die Idee, wie sie mir in den Kopf kommt. Man weiß nicht, woher die Einfälle einfallen.“