Mythen und Musik

Für SchülerInnen und Schulklassen | Öffentlicher Workshop für Familien

Ihr liebt Musik und verrückte Erzählungen aus fremden Welten? Dann seid Ihr hier genau richtig. Wir erzählen Euch alte Geschichten, die Ihr vertonen oder skizzieren könnt. Beispielsweise die eines Baumkängurus, dessen Kind ein Riesenkrokodil war. Zwischen seinem Oberkiefer, dem Himmel, und seinem Unterkiefer, der Unterwelt, lebten Menschen. Sein Bauch war voll; aber nicht voller Essen, sondern voller Luft. Um ihn zu leeren, blies und blies das Krokodil. Es blies so fest, dass sich seine Zunge vom Rachen löste, sich spaltete und zwei Menschen hervorbrachte. Es waren die beiden ersten Männer am Sepik. Und natürlich stritten sie sich, wie das Menschen leider nun mal so tun. Der eine heiratete das Baumkänguru. Und der andere? Ja, was mit ihm geschah, ist nur eine von etlichen Mythen, die wir mit Euch entdecken wollen…

Adjirab, Aiome, Ndu oder Kambot, das sind keine Namen von Außerirdischen eines aktuellen Kinofilms, sondern Worte verschiedener Sprachen wie sie dicht an dicht rund 13.000 km von hier entfernt gesprochen werden.

Wir fliegen von Berlin Richtung Australien. Dort im pazifischen Ozean, 160 km nördlich von Australien liegt die Insel Neuguinea. Der Ostteil dieser Insel heißt Papua-Neuguinea. Dort durchfließt ein 1200 km langer Fluss das Tiefland. Es ist der Sepik. Rechts und links des Sepik sind große Sumpfgebiete, dort haben sich viele kleine Dörfer angesiedelt. Und obwohl sie nah beieinander liegen, spricht nahezu jedes Dorf eine andere Sprache. Hundert verschiedene Clans leben entlang des Flusses in einstmals abgeschotteten Gemeinschaften. Kriegszüge und Kopfjagden hatten über die Jahrhunderte dafür gesorgt, dass die einzelnen Dörfer weitgehend isoliert voneinander existierten. Oft wird eine Sprache nur von einem Dorf, also von wenigen hundert Menschen gesprochen.

Aber alle Bewohner am Sepik glauben an Geister und Mythen. Sie halten ihre Geschichte in Kunstobjekten fest. Und da sich die Dörfer so stark voneinander unterscheiden, ist auch die Kunst der Sepiklandschaft seltsam und vielfältig. Noch bis heute sind Forscher damit beschäftigt, die Geheimnisse zu entschlüsseln. Einige Objekte haben wir nach Berlin geholt. Sie erzählen von Menschen, die eines gemeinsam haben: Sie lieben das Tanzen, das Inszenieren und das Geschichten erzählen. Die Geschichten möchten wir Euch weitersagen. Sie geben Einblicke in eine verborgene Welt, wie sie wundersamer nicht sein kann.