Der Vortrag betrachtet die engen künstlerischen Verbindungen zwischen Dresden und Warschau, zwei bedeutenden Kunstzentren im 18. Jahrhundert. In der Literatur wurde bisher angenommen, dass diese Kontakte bis zum Jahr 1763 – während die Könige August II. und August III. aus der sächsischen Dynastie der Wettiner die sog. „Republik beider Völker“ (das Königreich Polen und das Großfürstentum Litauen) regierten – noch sehr ausgeprägt waren, dass sie aber nach dem Tod von August III. nachließen. Tatsächlich jedoch hielten sie weiterhin an. Viele Künstler, die nach Warschau kamen, blieben dort und pflegten weiterhin Kontakte nach Dresden (S.B. Zug, J.Ch. Kamsetzer). Viele, die bereits in Dresden gearbeitet hatten, brachten Erfahrungen, die sie durch ihre Arbeit am Dresdner Hof gesammelt hatten, nach Warschau mit (M. Bacciarelli, B. Bellotto gen. Canaletto). Auch sie pflegten weiterhin Verbindungen zur Dresdner Kunstakademie.
Veranstalter: Martin-Gropius-Bau
Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung
Tür an Tür. Polen – Deutschland. 1000 Jahre Kunst und Geschichte