Performance | Spätschicht x Leila Hekmat
Eine poetische Personifizierung von Unruhestifter*innen, verlorenen Seelen und mystischen Komödiant*innen

James Main, Arthur Chruszcz, Monique Fei, Roman Ole, Shade Théret © Fotos: Robert Knoke / Lisa Baer / Chisom Ibe / Roman Ole / Shade Théret
Für die letzte Ausgabe der Spätschicht in diesem Jahr hat Leila Hekmat ein vielschichtiges Performanceprogramm kuratiert. Die Arbeiten in I’m Leaving. It’s Too Infinite for Me bespielen Bereiche des Gropius Bau, die für Besucher*innen sonst nicht zugänglich sind.
„Timothy Leary und Taylor Mead haben ein Baby bekommen, und das bist du. Heute bist du geboren, es ist dein Geburtstag. Schräges, kindliches Baby, pietätlose, karikaturenhafte, launische Besucher*innen, die in den endlosen Korridoren nach dem Ausgang oder Eingang suchen. Tantrische Liebhaber*innen, Lebenskünstler*innen, selbstverwirklichte hedonistische Elitist*innen entfliehen den masturbatorischen Grenzen ihres Körpers durch bio-neuronale Verschmelzung. Mitglieder dieser Kaste erkennen sich gegenseitig an ihrer Ausstrahlung. Dein amphibisches Gehirn lässt sich nicht unterdrücken: Es verlangt nach regelmäßiger Stimulation. Action.“
Leila Hekmat – Kuration
Arthur Chruszcz, James Main, Roman Ole, Shade Théret – Performances
Monique Fei – Kostümdesign
Leila Hekmat ist eine in Berlin lebende Künstlerin, die Installation, Performance, Film und Musik auf satirische Weise verbindet. Mit handgefertigten Kostümen und Bühnenbildern erschafft sie detailreiche Welten, die gesellschaftliche Konventionen sowie Konstruktionen von Sexualität, Geschlecht und Gender aufbrechen und spielerisch in Frage stellen.
Arthur Chruszcz arbeitet als Physical-Theatre-Künstler, Schauspieler und Performer und lebt derzeit in Berlin. Seine Performances verbinden Gestik, Bewegung und Theatralik zu formwandelnden Befragungen von Subjektivität und Begehren. Eigene Projekte zeigt er international und arbeitet regelmäßig mit Künstler*innen aus den Feldern bildende Kunst, Theater und Tanz zusammen.
Monique Fei ist eine französische Designerin und Künstlerin, die an der Schnittstelle von Handwerk, Couture, Mode und Performance arbeitet. Ihre Praxis definiert Materialien, die traditionell mit Sinnlichkeit und Fetischismus in Verbindung gebracht werden – insbesondere Latex –, durch Techniken aus der bildenden Kunst, experimentelle Kostüme und skulpturale Konstruktionen neu.
Shade Théret ist eine Choreografin, Tänzerin und Regisseurin, die sich in den Bereichen Performance, Film, Video und Poesie bewegt. In ihrer Praxis dekonstruiert sie klassische westliche Tanzformen, um zwischenmenschliche Dynamiken, körperliche Anstrengung und das Unheimliche zu erforschen. Théret präsentierte ihre Arbeiten bereits in Institutionen und auf Festivals in ganz Europa und den USA. Zurzeit lebt sie in Berlin.
Roman Ole ist eine transdisziplinäre Künstlerin in Berlin, deren Schwerpunkt auf Klang und Performance liegt. Indem sie die Grenzen zwischen Komposition und Verkörperung verwischt, schafft sie klangliche und räumliche Erlebnisse, die Stimme, Bewegung und Ritual miteinander verschmelzen.
James Main alias i.u.r.a.n.u.s alias James Jeanette ist als Gründer des berüchtigten Performance-Raums Jeanette’s und Frontmann der Garage-Kink- und Cock-Rock-Band Wild Daughter eine feste Größe der Londoner Undergroundszenen. Seine jüngsten Arbeiten, die er in den Bands Itchy Spots und Death Awareness Café entwickelt, kreisen um die Frage des Verschwindens und der Identität als instabiles Medium.