Performance

Marina Abramović: Balkan Erotic Epic. The Stage Version

Deutsche Erstaufführung

Uraufführung der immersiven Hangar-Version: 9. Oktober 2025, Factory International, Manchester
Uraufführung der Bühnenversion: 24. Januar 2026, Gran Teatre del Liceu, Barcelona

Eine Person tanzt in traditioneller Kleidung auf einer Wiese, mit ausgebreiteten Armen und dynamischer Körperhaltung.

Balkan Erotic Epic © Berliner Festspiele

Mit Balkan Erotic Epic kehrt die Performance-Ikone Marina Abramović zu ihren Wurzeln zurück – und verwandelt slawische Mythen in ein rauschhaftes Ritual über Körper, Scham und Lebenskraft. Eine intensive Beschwörung des Erotischen als Quelle von Energie, Erkenntnis und Gemeinschaft.

2026 feiern die Berliner Festspiele ihr 75-jähriges Bestehen. Marina Abramović: Balkan Erotic Epic. The Stage Version ist ein Highlight im Programm dieses Jubiläumsjahrs. Bereits im Frühjahr eröffnete im Gropius Bau die gleichnamige Ausstellung der Künstlerin, Marina Abramović: Balkan Erotic Epic. The Exhibition.


Zur Gewährleistung des Schutzes und der Sicherheit der Performer*innen sowie für ein vollständiges Eintauchen in Balkan Erotic Epic ist die Nutzung von Mobiltelefonen nicht gestattet. Diese werden in Sicherheitstaschen verstaut, die während der Performance verschlossen bleiben.


Es liegen Hinweisezu sensiblen und/oder gesundheitlich relevanten Inhalten vor.

Mit Balkan Erotic Epic präsentiert Marina Abramović eines der radikalsten und zugleich sinnlichsten Werke ihrer Karriere. Die große Pionierin der Performancekunst kehrt zu ihren Wurzeln zurück und entfesselt daraus eine neue, kollektive Energie. Inspiriert von den erotischen Ritualen und Volksmythen des Balkans, ihrer Heimat, erschafft die Künstlerin eine vielstimmige Hymne auf die Lebenskraft: roh, archaisch, überwältigend.

Balkan Erotic Epic ist mehr als eine Performance, es ist eine Beschwörung. Ausgehend von ihrer gleichnamigen Videoarbeit aus dem Jahr 2005 entfaltet Abramović eine kraftvolle neue Arbeit über weibliche Energie, Scham, Lust und das Verhältnis von Körper und Geschichte. Nach der Uraufführung als immersive Performance in Manchester im Oktober 2025 präsentiert die Performing Arts Season 2026 erstmals die Bühnenversion von Balkan Erotic Epic in Deutschland.

Sänger*innen, Tänzer*innen und Musiker*innen gestalten eine Abfolge aus Szenen, die zwischen Feier, Gebet und Befreiung oszillieren. Körper vollziehen ein fiebriges Ritual, winden sich am Boden in einem verzweifelten Ruf nach Fruchtbarkeit. Frauen massieren ihre nackten Brüste, um die Erde zu erwecken, oder entblößen sich unter freiem Himmel, um Stürme zu bannen. Erotik erscheint hier nicht als Reiz, sondern als Urkraft, als Sprache jenseits von Scham, Moral und Kontrolle.

Wie schon in früheren Schlüsselwerken – dem körperlich extremen Reinigungsritual Balkan Baroque (1997) oder der stillen Begegnung The Artist is Present (2010) – lotet Abramović die Grenzen zwischen Körper, Bewusstsein und Publikum aus. Doch während sie ihrem Publikum einst mit stiller, singulärer Präsenz gegenübertrat, entfaltet sie hier eine kollektive Körpererfahrung von neuer Dimension und Komplexität.

Balkan Erotic Epic knüpft an die spirituelle und politische Wucht von Abramovićs Gesamtwerk an und führt es zugleich in eine neue Phase: gemeinschaftlicher, sinnlicher, ritualhafter. Sie kehrt zu den Mythen und Spannungen ihrer Heimat zurück und lässt Erotik, Schmerz und Glaube aufeinandertreffen. Es ist eine Rückkehr zu den Ursprüngen – und zugleich ein Aufbruch in eine Zukunft, in der das Erotische zu einer Quelle von Erkenntnis, Heilung und Kraft wird.

Die 1946 in Belgrad geborene Marina Abramović gilt als zentrale Figur der Performancekunst. Seit den 1970er-Jahren erforscht sie mit radikaler Konsequenz die Grenzen von Körper, Schmerz, Ausdauer und Präsenz. In frühen Arbeiten setzte sie ihr eigenes Leben und ihren Körper aufs Spiel (Rhythm 0, 1974). Gemeinsam mit dem Künstler Ulay entwickelte sie intensive Duo-Performances, die Intimität, Verbindung und Trennung thematisierten. Eine ihrer weltweit bekanntesten Arbeiten ist The Artist is Present, in der sie im Museum of Modern Art (MoMA) stundenlang schweigend Besucher*innen gegenübersaß – ein ikonischer Moment stiller Begegnung und radikaler Präsenz.

Künstlerisches Team

Balkan Erotic Epic von Marina Abramović

Marina AbramovićKünstlerin, Regie, Konzept, Design
Georgine Maria-Magdalena BalkCo-Regie
Blenard AzizajChoreografie
Billy ZhaoRegie Durational Performance
Nabil ElderkinFilmregie
Marko NikodijevićKomposition
Luka KozlovačkiKomposition, Sounddesign
Urs SchönebaumLichtdesign
Anna SchöttlSetdesign
Roksanda IlinčićKostümdesign
Sonia Alcón, Fredrik NordbeckAnimation
Marco AnelliFotografie
Svetlana SpajićKünstlerische Beratung, Gesang
Aleksandar TimotićKünstlerische Beratung, Gesang
Dragana JovanovićKünstlerische Beratung, Gesang, Band Leader
Elke LuytenPerformance-Künstler*in, Mitentwicklung der Rolle
Maria Stamenković HerranzPerformance-Künstlerin, Mitentwicklung der Rolle 
Rowan SchratzbergerAssistenz Choreografie
Helene SchönebaumAssistenz Setdesign
Tigger BlaizeIntimacy Coordination
Shanti FreedKostümkollaboration und -aufsicht
Rafi Gokay WolKünstlerische Beratung, Executive Producer für Marina Abramović 
Yasemin KandemiroğluKünstlerische Beratung, Producer für Marina Abramović

Besetzung

Dragana Jovanović, Svetlana Spajić, Aleksandar TimotićGesang
Elke Luyten, Maria Stamenković Herranz (MSH)Performancekünstlerinnen
George Adams, Blenard Azizaj, Louis Baxter, Jem Bentham, Maria Vittoria Bortolotti, Kennady Brim, Kibrea Carmichael, Elena Cattardico, Molly Crabtree, Daisy Dancer, Chiara Duccini, Ayesha Fazal, Myrto Georgiadi, Isaac Glenister, Silas Grocott-Cain, Lucy Harries, JP Hon, Joshua Hubbard, Esme Jobey, Spike King, Mak Korda, Gabriella Lemma, Ting Li, Andrea Louca, Margherita Mattia, Sara Maurizi, Nicole Nevitt, Zara Phillips, Vilim Poljanec, Ella Posti, Emma Poyer, Dominic Rocca, Clara Selberg, Marianna Sfyridi, Sophie Thomas, Jack Trotter, Stylianos Tsatsos, Yue Ying HoTänzer*innen
Ruby Abbas, Lily Antonia, Anton Apicella, Chris Brown, James Cale, Porcelain Delaney, Rowena Gander, Owen Gaynor, Vanda Hagan, Tom Halls, Tora Hed, Lewys Holt, Neil Jacob, Maisha Kungu, Ali Matthews, Lizzy Owen, Saskia Roy, Ian Sharpe, Yuma SyllaPerformer*innen
Natalia LeniartekPerformerin, Make-up Artist

Musiker*innen

Valerie BarrAkkordeon
Chris Barron, Maxim KempTuba
Will BirdTrompete
Grace Harman, Robbie RichardsonFlügelhorn
Georgina MacDonell FinlaysonVioline
Sam Milton, Emilio Yañez RuizPercussion
James SeabrookSousaphon
Die musikalische Programmgestaltung wurde vom Royal Northern College of Music unterstützt.

Tito’s Funeral Filmbesetzung

Fahmida Afzal, Alexandra Alexandre, Maxine Blake, Christina Boden, Lin Bosomworth, Belinda Cunningham, Geraldine Curry, Joan Dewhurst, Rose Dewhurst, Jane Disley, Susan Elliott-Lyall, Ann England, Elaine Fell, Clara Fernandez Pakter, Cheryl Finnigan, Nicola Fitzgerald, Sue Frumin, Teresa Ghorbani, Karen Greenwood, Sharon Hall, Venus Hudnott, Kate Jobling, Anne Jones, Diane Kay, Maria Kay, Ping Kelly, Amanda Maugham, Christine McAlister, Helen Orme, Wendi O’Toner, Rosemary Phiri, Anne Preston, Rachel Puddick, Charlotte Quinn, Hilary Richards, Rio Roberts, Siobhan Roscoe, Denise Sides, Susan Skarratts, Alison Smeltzer, Sharon Sutherberry, Liliane Taylor, Caroline Thompson, Mimi Walder, June WeightsPerformer*innen

Vollständige Besetzung von Balkan Erotic Epic. The Stage Version

Marina Abramović über Balkan Erotic Epic

Eine Person sitzt vor einem neutralen, beigefarbenen Hintergrund. Sie trägt einen dunklen Blazer über einem dunklen Oberteil und ein Ansteckmikrofon ist am Revers befestigt. Die Person sitzt ruhig und frontal zur Kamera.

Marina Abramović über Balkan Erotic Epic

© Factory International, Manchester

Im Auftrag von Factory International, Manchester; Berliner Festspiele, Gran Teatre del Liceu, Park Avenue Armory, Ruhrtriennale, Les Théâtres de la Ville de Luxembourg; und WestK Performing Arts, Hong Kong

Produziert von Factory International, Manchester