Eintritt frei
Donnerstag, 21. Juni 2007 | 18:30
Sie lebte auf drei Kontinenten und in mehreren Ländern und sie lebte in Etappen. Ré Soupault war in Paris als Unternehmerin in der Modebranche tätig, sie arbeitete als Fotografin und schließlich, nach dem Zweiten Weltkrieg, als literarische Übersetzerin.
Die Geschichte des 20. Jahrhunderts und die Notwendigkeiten des Lebens machten Ré Soupault zu einer Vagabundin – im geografischen wie im biografischen Sinn. Diese flexible Kreativität und Identität ist indes ein charakteristisches Merkmal vieler Biografien von Künstlerinnen, wie beispielsweise Lee Miller, die die Aufbruchstimmung der 1920er Jahre für ihren persönlichen Aufbruch in die Autonomie und in die Freiheit nutzten, sich in verschiedensten Rollen, Tätigkeiten und Lebenskonstellationen zu entfalten.
Auch heute ist diese weibliche Vagabondage ein Rezept weiblichen Erfolges, wenn auch als permanente Umgestaltung der optischen Erscheinung und als Popkultur interpretiert. Die eifrigste Vagabundin durch Rollen, Moden und Selbstentwürfe ist in der Gegenwart wohl Madonna.
Ursula März ist Autorin der Biografie: „Du lebst wie im Hotel. Die Welt der Ré Soupault“, erschienen 1999 im Wunderhorn Verlag, und lebt als freie Literaturkritikerin in Berlin.
Im Rahmen der Ausstellung
„Ré Soupault (1901–1996) – Die Fotografin der magischen Sekunde“