Konzert & Tanz

Contemplations into the Radical Others: Exacerbated Movement

Agnese Toniutti / Lucia Dlugoszewski / Katherine Duke / Erick Hawkins Dance Company

Schwarzweißfoto von oben: Lucia Dlugoszewski am Timbre-Piano

Lucia Dlugoszewski am Timbre-Piano Gerali © Library of Congress

Agnese Toniutti kehrt im zweiten Teil von „Contemplations into the Radical Others“ zur MaerzMusik zurück, um ihre laufende Auseinandersetzung mit dem Schaffen von Lucia Dlugoszewski zu vertiefen. Gemeinsam mit Katherine Duke und der Erick Hawkins Dance Company adaptiert die Pianistin zentrale Stücke aus dem Werk der Komponistin.

Ähnlich wie die US-amerikanische Komponistin Lucia Dlugoszewski erkundet die Pianistin Agnese Toniutti die Möglichkeiten des Klaviers weit über dessen Tastatur hinaus. Schon im Vorjahr präsentierte Toniutti im Rahmen des Projekts „Contemplations into the Radical Others“ bei MaerzMusik ihre Interpretationen von Dlugoszewkis Stücken für das sogenannte Timbre-Piano. Bei ihrer Rückkehr zum Festival erweitert die auch interdisziplinär arbeitende Künstlerin und Wissenschaftlerin ihren Fokus: Ausgehend von Dlugoszewskis jahrzehntelanger Zusammenarbeit mit der Tanzkompanie ihres Partners Erick Hawkins kollaboriert Toniutti mit Katherine Duke für eine gemeinsame Performance, für welche die vormalige Schülerin Hawkins’ und heutige Leiterin seiner Kompanie die Choreografien von Stücken Dlugoszewskis wie „Fountain in the Middle of the Room“ und das Meisterwerk „Cantilever“ aus dem Jahr 1963 rekonstruiert hat.

„Contemplations into the Radical Others“ ist ein von MaerzMusik gemeinsam mit dem Ensemble Musikfabrik, der Erick Hawkins Dance Company, Katherine Duke und Agnese Toniutti lanciertes Rechercheprojekt zu Lucia Dlugoszewski. Nach einer ersten Ausgabe im Vorjahr wird die Auseinandersetzung mit der im Jahr 2000 verstorbenen Komponistin weiter vertieft. Die auch als Dichterin aktive Dlugoszewski studierte Ende der 1940er-Jahre bei Edgard Varèse, Grete Sultan und John Cage, beeindruckte Arnold Schönberg mit ihrem Klavierspiel und suchte in der Arbeit am präparierten Klavier nach Wegen, neue Klänge zu erschaffen. Daneben entwarf sie über hundert Instrumente, von denen einige für „Contemplations into the Radical Others“ von Musikfabrik-Mitglied Thomas Meixner rekonstruiert wurden. Dlugoszewskis Auseinandersetzung mit dem scheinbar Mondänen wie auch dem radikal Anderen setzte auf die Unmittelbarkeit von Musik. Dabei arbeitete sie nicht nur hinter den Kulissen als Komponistin für die Erick Hawkins Dance Company, sondern trat in poetischer Manier oftmals auch auf der Bühne neben den Tänzer*innen auf. Ihr Werk wird in Kollaboration mit dem Kölner Ensemble Musikfabrik mit demselben Duktus in den Vordergrund gerückt, in dem sie es einst konzipierte: als Ausdruck der Freiheit von Klang, der wiederum dem Publikum Momente der Freiheit bieten sollte. Im zweiten Teil von „Contemplations into the Radical Others“ präsentiert das Ensemble einige ihrer Stücke erstmals in Europa, nachdem die Partituren aus vorhandenen Aufnahmen aufwendig rekonstruiert wurden. Neben einem Konzertabend mit der Musikfabrik, drei auf Dlugoszewski reagierende Auftragswerke sowie eines umfassenden Laboratoriums, in dem ihre Musik, ihr Klang und ihre Philosophie ausgiebig untersucht und diskutiert werden sollen, schließt das diesjährige Programm Auftritte der Pianistin Toniutti sowie der Choreograf*innen Duke und Edivaldo Ernesto mit Mitgliedern der Erick Hawkins Dance Company und in Berlin ansässigen Tänzer*innen ein. Ebenso werden im Rahmen des Projekts drei Auftragswerke von Bethan Morgan-Williams, Mazyar Kashian und Elena Rykova aufgeführt, die künstlerisch auf Dlugoszewski antworten.

Programm

Lucia Dlugoszewski
Exacerbated Subtlety Concert (Why Does A Woman Love a Man?) I, II + Fountain in the middle of the room (1997, rev. 2000)
für Timbre Piano und Tanz solo

Henry Cowell
The tides of Manaunaun (1912)
für Klavier

The Banshee (1925)
für Innenklavier

Eleanor Hovda
Spring Music with Wind (1973)
für Klavier

Alan Hovhaness
Shalimar op 177 (1950, rev. 1951)
für Klavier

Musik von Lucia Dlugoszewski, Choreografie von Erick Hawkins
Cantilever (1963)
für Klavier und vier Tänzer*innen

Agnese ToniuttiKlavier, Timbre-Piano
Erick Hawkins, Lucia DlugoszewskiChoreografie
Katherine DukeStaging
Kristina Berger, Juan Corres, Laia Vancells Pi, Marco Rizzi – Tänzer*innen
Deanna Berg Mac Lean, Erick HawkinsKostüme

Weitere Veranstaltungen des Rechercheprojekts

Präsentation: Contemplations into the Radical Others
Mittwoch 20.3., 18:30–19:15, Radialsystem

Konzert: Contemplations into the Radical Others: Music for the Left Ear
Mittwoch 20.3., 20:00–22:30, Radialsystem

Gespräch, Lesung & Listening Sessions: Contemplations into the Radical Others: Laboratory Part 1
Donnerstag 21.3., 12:00 – 15:30, Haus der Berliner Festspiele

Gespräch, Lesung & Listening Sessions: Contemplations into the Radical Others: Laboratory Part 2
Samstag 23.3., 12:00 – 15:30, Haus der Berliner Festspiele

Gespräch, Lesung & Listening Sessions: Contemplations into the Radical Others: Laboratory Part 3
Sonntag 24.3., 12:00 – 15:30, Haus der Berliner Festspiele

Konzert & Tanz: Contemplations into the Radical Others: To Everybody Out There
Sonntag 24.3., 19:00 – 21:00, Haus der Berliner Festspiele

Gefördert durch 

„Contemplations into the Radical Others“ ist ein Langzeitprojekt von MaerzMusik in Kooperation mit der Erick Hawkins Dance Company, dem Ensemble Musikfabrik, Agnese Toniutti und vielen anderen.

Mit Dank für die freundliche Unterstützung durch die Library of Congress.