Konzert & Tanz

Contemplations into the Radical Others: To Everybody Out There

Ensemble Musikfabrik / Erick Hawkins Dance Company / Katherine Duke / Edivaldo Ernesto / Lucia Dlugoszewski / Elena Rykova

Lucia Dlugoszewski und Erick Hawkins © Library of Congress

Gemeinsam mit Katherine Duke, der Erick Hawkins Dance Company sowie dem Tänzer Edivaldo Ernesto und nach einem Open Call gecasteten Tänzer*innen beschließt das Ensemble Musikfabrik im Abschlusskonzert der MaerzMusik 2024 das zweiteilige Projekt „Contemplations into the Radical Others“ zum Schaffen von Lucia Dlugoszewski.

Der Abschluss des zweiteiligen Projekts „Contemplations into the Radical Others“ stellt auch das Finale der diesjährigen Ausgabe von MaerzMusik dar. Das Ensemble Musikfabrik findet gemeinsam mit Katherine Duke, Mitgliedern der Erick Hawkins Dance Company sowie dem Tänzer Edivaldo Ernesto und in Berlin ansässigen, nach einem Open Call der MaerzMusik gecasteten Tänzer*innen zusammen. Neben einem Auftragswerk der Komponistin Elena Rykova stehen unter anderem eine Neuauflage von „Space Is a Diamond“ aus dem Jahr 1970 für Solo-Trompete auf dem Programm, das tänzerisch von dem in Berlin lebenden Ernesto begleitet wird. Mit „Tender Theater Flight Nagerie“ aus dem Jahr 1978 für ein kleines Ensemble sowie „Disparate Stairway Radical Other“ aus dem Jahr 1995 werden darüber hinaus umfassendere Werke neu interpretiert beziehungsweise in Kollaboration zwischen dem Ensemble, Duke und Ernesto rekonstruiert und mit einer Adaption von „To Everybody Out There“ aus der Frühphase Dlugoszewskis kontrastiert.

„Contemplations into the Radical Others“ ist ein von MaerzMusik gemeinsam mit dem Ensemble Musikfabrik, der Erick Hawkins Dance Company, Katherine Duke und Agnese Toniutti lanciertes Rechercheprojekt zu Lucia Dlugoszewski. Nach einer ersten Ausgabe im Vorjahr wird die Auseinandersetzung mit der im Jahr 2000 verstorbenen Komponistin weiter vertieft. Die auch als Dichterin aktive Dlugoszewski studierte Ende der 1940er-Jahre bei Edgard Varèse, Grete Sultan und John Cage, beeindruckte Arnold Schönberg mit ihrem Klavierspiel und suchte in der Arbeit am präparierten Klavier nach Wegen, neue Klänge zu erschaffen. Daneben entwarf sie über hundert Instrumente, von denen einige für „Contemplations into the Radical Others“ von Musikfabrik-Mitglied Thomas Meixner rekonstruiert wurden. Dlugoszewskis Auseinandersetzung mit dem scheinbar Mondänen wie auch dem radikal Anderen setzte auf eine Unmittelbarkeit von Musik, hinter der sie als Komponistin buchstäblich verschwand. Dlugoszewski spielte bei Solo-Auftritten hinter einem Vorhang und betätigte sich hinter den Kulissen als Komponistin für die Choreografien der Erick Hawkins Dance Company. Ihr Werk wird in Kollaboration mit dem Kölner Ensemble Musikfabrik mit demselben Duktus in den Vordergrund gerückt, in dem sie es einst konzipierte: als Ausdruck der Freiheit von Klang, der wiederum dem Publikum Momente der Freiheit bieten sollte. Im zweiten Teil von „Contemplations into the Radical Others“ präsentiert das Ensemble einige ihrer Stücke erstmals in Europa, nachdem die Partituren aus vorhandenen Aufnahmen aufwendig rekonstruiert wurden. Neben einem Konzertabend mit der Musikfabrik, drei auf Dlugoszewski reagierende Auftragswerke sowie eines umfassenden Laboratoriums, in dem ihre Musik, ihr Klang und ihre Philosophie ausgiebig untersucht und diskutiert werden sollen, schließt dies Auftritte der Pianistin Toniutti sowie der Choreograf*innen Duke und Edivaldo Ernesto mit Mitgliedern der Erick Hawkins Dance Company und in Berlin ansässigen Tänzer*innen ein. Ebenso werden im Rahmen des Projekts drei Auftragswerke von Bethan Morgan-Williams, Mazyar Kashian und Elena Rykova aufgeführt, die künstlerisch auf Dlugoszewski antworten.

Programm

Lucia Dlugoszewski
Depth Duende Scarecrow Other: Symphony for Seven Instruments (1996)

Space is a Diamond (1970)
für Trompete solo,  mit einer Choreografie von Edivaldo Ernesto

Disparate Stairway Radical Other (1995)
für Streichquartett mit Tanz, choreografiert von Katherine Duke

Elena Rykova
A Sonic Corona to a Song Eclipsed (UA 2024)
Kompositionsauftrag von MaerzMusik, finanziert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung.

Lucia Dlugoszewski
Tender Theater Flight Nageire (1978)
für Blechbläserquintett und Orchester mit erfundenen Schlaginstrumenten, mit einer Choreografie von Edivaldo Ernesto

Besetzung

Ensemble Musikfabrik
Gregor A. Mayrhofer
 Dirigent

Katherine DukeChoreografie
Edivaldo ErnestoChoreografie
Thomas WegnerKlangregie

Weitere Veranstaltungen des Rechercheprojekts

Präsentation: Contemplations into the Radical Others
Mittwoch 20.3., 18:30–19:15, Radialsystem

Konzert: Contemplations into the Radical Others: Music for the Left Ear
Mittwoch 20.3., 20:00–22:30, Radialsystem

Gespräch, Lesung & Listening Sessions: Contemplations into the Radical Others: Laboratory Part 1
Donnerstag 21.3., 12:00 – 15:30, Haus der Berliner Festspiele

Gespräch, Lesung & Listening Sessions: Contemplations into the Radical Others: Laboratory Part 2
Samstag 23.3., 12:00 – 15:30, Haus der Berliner Festspiele

Gespräch, Lesung & Listening Sessions: Contemplations into the Radical Others: Laboratory Part 3
Sonntag 24.3., 12:00 – 15:30, Haus der Berliner Festspiele

Konzert & Tanz: Contemplations into the Radical Others: Exacerbated Movement
Sonntag 24.3., 17:00 – 18:00, Haus der Berliner Festspiele

Gefördert durch 

„Contemplations into the Radical Others“ ist ein Langzeitprojekt von MaerzMusik in Kooperation mit der Erick Hawkins Dance Company, dem Ensemble Musikfabrik, Agnese Toniutti und vielen anderen.

Mit Dank für die freundliche Unterstützung durch die Library of Congress.