Konzert
Milliken (UA) / Dean / Schumann

© Samuel Zeller, CC0, via Wikimedia Commons
Late Night in der Philharmonie Berlin: Noah Samuel Bendix-Balgley, 1. Konzertmeister, und Ludwig Quandt, 1. Solocellist der Berliner Philharmoniker, finden sich zu später Stunde zum Konzert mit ihrem ehemaligen Kollegen Brett Dean (Viola) ein – gemeinsam mit dem Weltklasse-Pianisten Benjamin Hochman, dem die New York Times erst kürzlich „Finesse, Eleganz und Brillanz“ bescheinigte. Nach dem neuen Werk In Play von Cathy Milliken widmen sich die Musiker Deans Imaginary Ballet, einer schwungvollen Suite für Klavier und Streichtrio aus „schnellen, rhythmischen, tänzerischen Sätzen“ (Dean). Der Abend schließt mit Robert Schumanns romantischem Klavierquartett Es-Dur op. 47.
Schaffensrausch: Das Es-Dur-Klavierquartett entstand in einer weitgehend schlaflos verbrachten Woche zwischen dem 24. und dem 30. Oktober 1842; nach weiteren 19 Tagen lag die Partitur vollständig vor. Robert Schumanns Ehefrau Clara zeigte sich anlässlich der ersten Aufführung im privaten Rahmen „wahrhaft entzückt“ von diesem „schönen Werke, das so jugendlich und frisch ist, als wäre es das Erste.“ Zweifellos besticht die poetische, von einem individuellen romantischen Tonfall geprägte Musik durch eingängige Themen und eine ausgeprägte Gleichberechtigung aller vier Akteure – wobei der sich aussprudelnde „Champagnergeist“ des Scherzos (Schumann) einen besonderen Akzent setzt. Überschäumend und stürmisch gibt sich auch Brett Deans Imaginary Ballet für Klavier und Streichtrio, dessen tänzerische Teile durch eine Reihe langsamerer Zwischenspiele kontrastiert werden, die das Ganze mit allerhand „Oasen aus Silhouetten und Schatten“ (Dean) bereichern. Geprägt wurde das Stück von den musikalischen Vorlieben des Komponisten während der Corona-Pandemie, in der er sich „energiegeladener, direkter und temperamentvoller Musik“ zuwandte, um dem „manchmal fast überwältigenden Gefühl einer globalen Tragödie bewusst entgegenzuwirken. Diese Hörgewohnheiten während des Lockdowns, zu denen oft auch heimliche Freuden an alten Pop-, Rock- und Dance-Music-Lieblingen gehörten, haben sich irgendwie unbemerkt in dieses neue Stück eingeschlichen. So wurde aus einem abstrakten Kammermusikstück für die klassische Klavierquartett-Besetzung ein ‚Imaginäres Ballett‘ […]“.
Cathy Milliken (*1956)
In Play (2026)
für Klavierquartett
Uraufführung
Brett Dean (*1961)
Imaginary Ballet (2021)
für Klavier und Streichtrio
Robert Schumann (1810–1856)
Klavierquartett Es-Dur op. 47 (1842)
Noah Samuel Bendix-Balgley – Violine
Brett Dean – Viola
Ludwig Quandt – Violoncello
Benjamin Hochman – Klavier
Eine Veranstaltung der Stiftung Berliner Philharmoniker in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin