Sonntag, 31. Mai 2026, 13:30 – 16:00 Uhr
Leichte Sprache und Aesthetics of Access in theaterpädagogischen Settings
Der praxisnahe Workshop ist als Input zum Themenkomplex Leichte Sprache konzipiert. Wir schauen auf ihre Regeln, Prinzipien und Praktiken sowie die Anwendungsgebiete im zeitgenössischen Theater und in theaterpädagogischen Settings. Im Workshop werden praktische Strategien zum Gebrauch von Leichter Sprache vermittelt. Leichte Sprache ist ein Hilfsmittel der barrierefreien Kommunikation und kann als solches theaterpädagogische Settings begleiten. Die Zielgruppe von Leichter Sprache ist dabei äußerst divers. Eine Gemeinsamkeit ist die sich im Aufbau befindende Lesefähigkeit. Die Regeln, Prinzipien und Praktiken der Leichten Sprache lassen sich darüber hinaus als künstlerisch-ästhetische Mittel, im Sinne des Verfahrens ‚Aestetic of Access‘ verstehen und für die Bühne nutzen. Welche Probenpraktiken lassen sich inspiriert durch Leichte Sprache entwickeln? Wie kann mit Leichter Sprache und deren Praktiken ästhetisch auf der Bühne gearbeitet werden?
Mit
Isabel Schwenk – Kulturwissenschaftlerin, Theatervermittlerin, (Access-)Dramaturgin und Performerin.
Sonntag, 31. Mai 2026, 13:30 – 16:00 Uhr
Entspannter ins Theater durch Relaxed Performances
Wer hat sich eigentlich diese „Theateretikette“ ausgedacht und wen schließen diese Regeln aus? Bei Relaxed Performances, also „entspannten Aufführungen“ lässt sich ein niedrigschwelliger Zugang zum Theater, jenseits von traditionellen und starren Konventionen, erleben. In diesem Workshop lernen und erproben wir, was es dafür braucht und wie nicht nur Theatervorstellungen, sondern auch Arbeitsprozesse oder Veranstaltungen im Allgemeinen relaxter gestaltet werden können.
Mit
Milena (Miles) Wendt – Wissenschaftler*in und Access-Dramaturg*in
Montag, 1. Juni 2026, 10:00 – 16:00 Uhr
DAS KINDERWAHLBÜRO. Kollektives Entscheiden und Lust an Politik.
Sobald Menschen zusammenkommen, finden kollektive Prozesse statt. Im Theater gibt es eine besondere Expertise in der Organisation von Kollektiven.
Wie lassen sich performative Elemente nutzen, um das gemeinsame Entscheiden lustvoller zu gestalten? Wie können mediale und theatrale Mittel motivierend genutzt werden, um sich mit politischen Themen auseinanderzusetzen? Was wäre, wenn junge Menschen wählen dürften? Wie müsste ein Kinderwahlbüro gestaltet werden? Wie müssten Wahlinformationen vermittelt und diskutiert werden? Und wie würde sich die Demokratie insgesamt verändern, wenn Kinder und Jugendliche als politisch relevante Subjekte ernst genommen werden würden?
In diesem Workshop werden die Erfahrungen aus dem Kinderwahlbüro 2025 (FUNDUS THEATER/Forschungstheater) vorgestellt, in dem junge Menschen im Alter von 8 – 14 Jahren mitgewirkt haben. Zudem gibt es konkrete partizipative Übungen und Formate, die sich auf die Arbeit mit älteren Gruppen übertragen lassen.
Mit
Hannah Kowalski – Performancekünstlerin und Kulturwissenschaftlerin
Montag, 1. Juni 2026, 10:00 – 16:00 Uhr
Künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum
Wir gehen raus – in den öffentlichen Raum. Ein Raum, der anderen Regeln folgt als der klassische Theaterraum. Hier ist bereits alles da: Performer*innen, Bühnenbild, Live-Sound, Publikum.
Inspiriert durch performative Audio-Walks von Lea Sherin und Soraya Reichl erkunden wir die Stadt als Bühne und fragen: Wie können wir den öffentlichen Raum neu wahrnehmen? Wie können wir in ihn eingreifen, ihn umdeuten oder Realitäten überschreiben?
Wir flanieren durch die Stadt, schärfen unsere Sinne und entwickeln performative Zugänge zu Orten, an denen wir sonst vielleicht vorbeigehen. Mit unseren Körpern intervenieren wir im Stadtraum und entwickeln kurze Szenencollagen, die direkt vor Ort erprobt werden. Dabei geht es darum, die Stadt für einen Moment anders zu lesen.
Der Workshop richtet sich an alle, die Lust haben, den öffentlichen Raum performativ zu erforschen, neue Perspektiven auf die Stadt zu entdecken und gemeinsam künstlerische Experimente zu wagen – in einem lebendigen Raum, der ständig überrascht und unvorhersehbar bleibt.
Mit
Soraya Reichl und Lea Sherin – Künstler*innen, Kunstvermittler*innen
Dienstag, 2. Juni 2026, 10:00 – 16:00 Uhr
Campus x Forum
Social Muscle Club
Was kannst du geben? Was brauchst du?
Der Social Muscle Club ist ein internationales Performanceprojekt, das Menschen dazu einlädt, den ‚ sozialen Muskel‘ zu trainieren: die Fähigkeit, sich gegenseitig durch Großzügigkeit, Kreativität und Austausch zu unterstützen. Durch Anbieten und Empfangen entstehen gemeinsame Performances, Aktionen und Begegnungen. Der Club untersucht, wie Kunst Räume für Verbindung und Solidarität öffnen kann – in einer Welt, die oft fragmentiert und von Konkurrenz geprägt ist.
Während des Theatertreffen der Jugend arbeitet der Social Muscle Club einen Tag lang mit den eingeladenen Preisträger*innen Ensembles. Gemeinsam entwickeln wir kleine Performances, Geschenke, Vorschläge und Ideen für einen abendlichen Club, der von und für die Teilnehmenden selbst gestaltet wird. Der Prozess ist offen und spielerisch: Gespräche werden zu Performances, Fähigkeiten werden zu Angeboten, und unerwartete Kooperationen entstehen.
Am Abend verwandelt sich der Raum in einen lebendigen Treffpunkt, in dem Begegnungen, Aktionen und kurze Performances stattfinden. Die Teilnehmenden teilen ihre Ideen, zeigen, was sie geben können, was sie brauchen und gestalten die Atmosphäre gemeinsam.
Der Social Muscle Club versteht diesen Raum als etwas, das wir aktiv praktizieren: ein temporäres Netzwerk aus Großzügigkeit, Neugier und Austausch. Eine Einladung, sich zu begegnen, etwas von sich anzubieten und zu entdecken, was möglich wird, wenn eine Gruppe junger Theatermacher*innen zusammenkommt, um ihre sozialen Muskeln zu trainieren.
Mit
Jill Emerson – Performerin, Choreografin
Till Rothmund – Künstler, Produzent
Stefan Oppenländer – Szenograph
Mittwoch, 3. Juni 2026, 10:00 – 12:30 Uhr
Bühnenbild statt Kulisse: Raumgestaltung als gleichberechtigter Spielpartner
Bühnenbild kann weit mehr, als Ästhetik und Stimmung eines Stücks prägen: Besonders bei Stückentwicklungen kann es im gesamten Probenprozess ein wertvoller Dialogpartner sein – von der Materialgenerierung bis zur Szenenentwicklung über die inhaltliche Setzung und den dramaturgischen Aufbau.
Der Workshop gibt einen ersten Einblick, wie man mit Raumgestaltung als Impulsgeber arbeiten kann und vermittelt Methoden zum partizipativen Entwerfen und Umsetzen in theaterpädagogischen Kontexten.
Mit
Jeanne Louët – Bühnen- & Kostümbildnerin, Illustratorin
Mittwoch, 3. Juni 2026, 10:00 – 16:00 Uhr
Demokratiebildung in interaktiven Performanceräumen
Hier wird die Bühne zum Spielfeld und alle Anwesenden entscheiden mit!
Wir leben in einer alternden Gesellschaft, in der die Themen von jungen Menschen zu wenig gehört werden und das Vertrauen in die Demokratie schwindet.
Wie kann Theater zum Erfahrungsraum für Teilhabe und demokratische Prozesse werden? Wie bringt man das Publikum zu gesellschaftspolitischen Themen miteinander in Kontakt? Wie muss ein Raum beschaffen sein, um zur Interaktion einzuladen?
Der Workshop vermittelt performative und theaterpädagogische Ansätze aus der Arbeit des Performancekollektivs Turbo Pascal. Die Methoden werden mit den Teilnehmenden gemeinsam ausprobiert, variiert und durch eigene Ideen weiterentwickelt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den politischen Aspekten der interaktiven Theaterpraxis: Vielstimmigkeit, hierarchiearme Räume, Partizipation des Publikums, niedrigschwellige Abstimmungs- und Gesprächsformate.
Mit
Margaret Schütz – Regisseurin, Performerin
Mittwoch, 3. Juni 2026, 13:30 – 16:00 Uhr
Psst! Mit Stimme Theater machen – Einblicke in das Kartenset
Das Kartenset Psst! Mit Stimme Theater machen richtet sich an alle, die Lust haben, gemeinsam die eigene Stimme zu erkunden. 94 Karten in fünf Bereichen laden zu einem spielerischen und vielfältigen Umgang mit Stimme im Theater ein. Übungen, Spiele, Experimente und Wissenskarten fördern künstlerisches Ausprobieren und bewusstes Wahrnehmen. Dafür kommen Perspektiven aus der Stimm- und Sprechbildung, der Theaterpädagogik sowie den Künsten zusammen.
Im Workshop werden wir einige Karten aus den Hauptkategorien „üben + wahrnehmen“ und „spielen + experimentieren“ ausprobieren. Die Übungen und künstlerischen Experimente regen dazu an, vielfältiger, raumfüllender und zielgenauer zu sprechen, in der Gruppe spielerisch mit Stimme zu experimentieren und erste kleine Präsentationen zu entwickeln. Ihr bekommt dabei einen Einblick in die weiteren Kategorien Wissen, Material, Formen und Miteinander und Anregungen, wie ihr mit dem Kartenset arbeiten könnt.
Mit
Caroline Intrup – Sprechtrainerin, Performerin, Sprechkünstlerin
Mittwoch, 3. Juni 2026, 10:00 – 16:00 Uhr
Theater als Spiegel der Realität?
„Der Mensch ist so und so, weil die Verhältnisse so und so sind.“, schrieb Bertolt Brecht über das Theater auf der Suche nach einem theatralen Zugriff, der die realen Verhältnisse abbilden sollte. Wie aber kann Realität erzählt werden, ohne diese zu reproduzieren? Wie kann Theater kreativ mit kritischen Themen umgehen?
Wie lassen sich die finstersten, gewaltvollsten Facetten der Wirklichkeit auf der Bühne zeigen? Gibt es abweichende Bilder? Können diese Bilder die Themen und Inhalte des Stücks vielleicht sogar unterstreichen?
Gemeinsam mit euch möchte ich die Möglichkeiten und Notwendigkeiten dieses Themas erforschen. In einer Zeit, in der Gewalt, Diskriminierung und Rassismus wieder zunehmen, ist es wichtig zu hinterfragen, was Theater darstellt, darstellen sollte und darstellen muss. Ein ergebnisoffener Raum, in dem wir gemeinsam Methoden der Darstellung erproben, uns austauschen und mit verschiedenen Perspektiven auf das Thema blicken - auch darüber, wo eine eindeutige Darstellung ein legitimes und wichtiges Mittel für das Theater ist. Das Ziel ist es, den Horizont zu öffnen, damit reine Reproduktion ein, aber nicht mehr das einzige Mittel der Darstellung bleibt.
Mit
Antigone Akgün – Regisseurin und Performerin
Donnerstag, 4. Juni 2026, 10:00 – 12:00 Uhr
Talk - Platz da! Theater und kulturelle Bildung in Zeiten von Spardiktat und Rechtsruck
Bundesweit geraten Theaterhäuser, freie Gruppen und Akteur*innen kultureller Bildung unter Druck. Projekte werden gestrichen, Spielstätten schließen, und der Anspruch – Theater für alle zugänglich zu machen – scheitert zunehmend an fehlenden Mitteln. Immer mehr Menschen können ihren Beruf in diesem Feld nicht mehr ausüben.
Gleichzeitig verschiebt sich die politische Öffentlichkeit zunehmend nach rechts. Teile der Gesellschaft scheinen bereit, demokratische Grundwerte abzuwählen – und rechtsextreme Parteien, die kein Interesse an einer offenen, diversen und kritischen Bildung und Öffentlichkeit haben, gewinnen an Einfluss.
Wie hängen die Kürzungen mit dieser politischen Entwicklung zusammen und welche Dynamik ergibt sich daraus? Wie arbeiten wir – Theaterpädagog*innen, Kunstvermittler*innen, Lehrer*innen und Akteur*innen kultureller Bildung – unter diesen Bedingungen weiter? Welche Strategien, Haltungen und Perspektiven helfen dabei, künstlerische und demokratische Räume zu verteidigen – und im besten Fall weiter zu öffnen?
Im Talk-Format diskutieren drei Gäst*innen mit unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen diese Fragen – und laden alle Teilnehmenden zur gemeinsamen Debatte ein.
Mit
Hannes Langer, Philipp Harpain und anderen