(Re-)Claim Space: Theater-Räume und ihre politische Dimension
Das FORUM ist das Workshop- und Fortbildungsprogramm des Theatertreffen der Jugend – offen für Theaterpädagog*innen, Lehrkräfte, Regisseur*innen, Sozialarbeiter*innen, Künstler*innen, Studierende, Hochschullehrende sowie die Gruppenleitungen der eingeladenen Produktionen. Es umfasst die Bereiche Praxis und Dialog und ist offiziell als Weiterbildung anerkannt.
Theater ist Raum. Theater schafft, nutzt, befragt und verteidigt Räume – auf vielfältige Weise. Unter dem Motto (Re-)Claim Space: Theater-Räume und ihre politische Dimension lädt das diesjährige FORUM-Programm dazu ein, den Raum-Begriff in seinen mannigfaltigen Dimensionen zu erkunden – als künstlerisches Material, als politisches Instrument, als gesellschaftlicher Begegnungs- und Verhandlungsraum, und als pädagogische Haltung.
In Zeiten zunehmender autoritärer Tendenzen, politischer Rechtsentwicklung und massiver Kürzungen im Kulturbereich stellt sich die Frage mit besonderer Dringlichkeit, welche Räume wir schaffen, öffnen und behaupten. Wie gestalten wir Theater als zugänglichen Raum für alle – durch neue ästhetische Ansätze, durch Sprache, Bewegung und Körper? Wie können wir Barrieren weiter abbauen und verhindern, dass bereits Erreichtes wieder zunichtegemacht wird? Wie arbeiten wir mit jungen Künstler*innen so, dass Räume für Selbstwirksamkeit, Solidarität und Mitgestaltung entstehen? Und wie bewahren wir Theater als widerständigen, subversiven Raum gegen gesellschaftliche Entwicklungen, die das Kulturelle und Soziale in ihrer Substanz gefährden?
Die Workshops der Sektion Praxis bieten den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich künstlerisch, diskursiv und praxisorientiert aus vielfältigen Perspektiven mit dem Thema Raum zu beschäftigen:
Das Forum startet mit einem Kick-Off-Workshop, der einen Raum zum gegenseitigen Kennenlernen und zum gemeinsamen Einstieg in das Festival bietet. Zwei parallele Workshops widmen sich dem Themenkomplex ‚Aestetic of Access‘ und der Frage, wie Theaterräume barriereärmer und zugänglicher werden können: Isabel Schwenk erkundet die Möglichkeiten von Leichter Sprache im Theater, Miles Wendt führt in das Format der ‚Relaxed Performance‘ ein. Hannah Kowalski vom Fundus Theater gibt Einblick in die Praxis des Kinderwahlbüros – ein Workshop über kollektives Entscheiden mit jungen Menschen, der Theater als Ort demokratischer Partizipation erfahrbar macht. Mit Margret Schütz vom Performancekollektiv Turbo Pascal erproben die Teilnehmer*innen Strategien interaktiver Performance: Wie lässt sich das Publikum in Austausch und Verhandlung bringen – und wie wird Theater dabei zum Versammlungs- und Verhandlungsraum gesellschaftlicher Prozesse? Die Bühnenbildnerin Jeanne Louët lädt ein, Stückentwicklung vom Raum ausgehend zu denken – und den Bühnenraum als dramaturgisches Material zu entdecken. Der öffentliche Raum ist Ausgangspunkt im Workshop von Soraya Reichl und Lea Sherin Kübler: Durch Performance und Audiowalk im öffentlichen Raum erkunden die Teilnehmenden, wie Nicht-Theaterräume zum Spielfeld werden können. Die Sprechtrainerin Caroline Intrup von der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Rostock widmet sich schließlich dem Zusammenhang von Stimme und Raum und stellt das neu entwickelte Kartenset PSST! Mit Stimme Theater machen vor, das praktische Zugänge zu diesem Thema eröffnet. Ein Talk-Format nimmt die politische Dimension des Themas explizit in den Blick: Gemeinsam mit kulturpolitischen Akteurinnen diskutiert das Forum, wie rechte und autoritäre Tendenzen sowie Kürzungen in Kunst, Kultur und sozialer Infrastruktur den Theaterraum gefährden und welche Strategien diesen Entwicklungen entgegengesetzt werden können.
Die Sektion Dialog, unter der Leitung Nina Kruska und Astrid Petzoldt bietet allen Teilnehmer*innen am FORUM und Fachbesucher*innen die Möglichkeit, im Rahmen von Nachgesprächen über die eingeladenen Produktionen des Theatertreffens zu sprechen.
Konzeptionelle Leitung FORUM:
Friederike Falk – Wissenschaftlerin, Performerin und Theaterpädagogin
Alexander Kuen – Theaterpädagoge
Bei dem Workshopangebot handelt es sich um eine anerkannte Weiterbildungsmaßnahme, für die es eine Teilnahmebestätigung gibt.
Tickets für die Workshops können ab dem 6. Mai 2026 gebucht werden.
Ticketpreise:
Der Preis für Verpflegung ist in der Teilnahmegebühr enthalten. Die Teilnahme an den Nachgesprächen ist kostenlos. Die Teilnahme am Forum wird als Weiterbildung anerkannt.
Die Sektion Dialog bietet allen Teilnehmer*innen am Forum die Möglichkeit, im Rahmen der Aufführungsgespräche über die eingeladenen Produktionen des Theatertreffens zu sprechen.
Leitung:
Astrid Petzoldt – Theatervermittlerin, Dozentin, Referentin und Netzwerkerin
Nina Kruska – Lehrerin
Sonntag, 31. Mai 2026, 10:00 – 12:30 Uhr
Kick-Off-Workshop Forum
Willkommen beim Theatertreffen der Jugend! Zu Beginn des Festivals wollen wir uns in diesem Kick-Off-Workshop Zeit zum Kennenlernen nehmen. Wer sind „wir“ und was macht dieses temporäre „wir“ aus? Welche Perspektiven auf die Theaterarbeit mit Jugendlichen gibt es und wie wollen wir dazu miteinander ins Gespräch gehen? Welche Erwartungen stehen in Hinblick auf das Festival im Raum? Diesen und anderen Fragen wollen wir uns ganz praktisch widmen. Eingeladen sind alle Spielleitungen der eingeladenen Produktionen, Delegierte sowie Teilnehmende des Forum-Programms.
Astrid Petzoldt – Theatervermittlerin, Dozentin, Referentin und Netzwerkerin
Nina Kruska – Lehrerin
Friederike Falk – Wissenschaftlerin, Performerin und Theaterpädagogin
Alexander Kuen – Theaterpädagoge