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Pressemeldung vom 3.3.2026

Im Zeichen des 75. Jubiläums: Ausblick auf das Jahresprogramm 2026

Die Berliner Festspiele gestalten 2026 eine große Vielfalt an außergewöhnlichen, Genregrenzen überschreitenden künstlerischen Positionen mit internationaler Strahlkraft: im Haus der Berliner Festspiele, im Gropius Bau und an vielen anderen Orten Berlins. Marina Abramović steht mit einem häuserübergreifenden Ausstellungs- und Performanceprojekt im Fokus und die Berliner Ringbahn wird neuer Spielort.


Einen Rahmen für das Jubiläumsjahr setzt die ikonische Künstlerin Marina Abramović mit ihrem aktuellen, formatsprengenden Projekt Balkan Erotic Epic. Die Ausstellung Balkan Erotic Epic. The Exhibition findet im Frühjahr im Gropius Bau statt, die Performance Balkan Erotic Epic. The Stage Version eröffnet im Herbst die Performing Arts Season 2026/27 im Haus der Berliner Festspiele. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Künstlerin Gabriele Stötzer, deren bislang größte institutionelle Einzelausstellung Dabei sein und nicht schweigen ab Juni im Gropius Bau zu sehen ist. Für das Jubiläum hat Gabriele Stötzer ein exklusives Plakat für die Berliner Festspiele gestaltet. Ende August präsentiert sie aus gleichem Anlass eine außergewöhnliche Performance im Gropius Bau. Mit diesen Beiträgen sowie der Ausstellung Es ist nicht mehr mein Problem, macht eure Scheiße alleine mit Werken Christoph Schlingensiefs und der Gruppenausstellung Kreuzberg (AT) im Herbst beleuchtet der Gropius Bau unter der Leitung von Direktorin Jenny Schlenzka Leerstellen im Umgang mit der deutsch-deutschen Vergangenheit und eröffnet unterschiedliche Perspektiven auf die gesamtdeutsche Gegenwart.

Mit dem über mehrere Wochen auf der Ringbahn stattfindenden Kunstprojekt What If Berlin führt der japanische Künstler Akira Takayama globale Perspektiven und lokale Fragestellungen im Jubiläumsjahr zusammen. Ab Ende August stellt das Projekt, das in Partnerschaft mit der Deutschen Bahn realisiert wird, Besucher*innengruppen an 27 S-Bahn-Stationen unrealisierte künstlerische Ideen aus der Geschichte Berlins und der Berliner Festspiele vor – und verwandelt diese alten Ideen mit Hilfe von professionellen Stadtführer*innen in neue Vorschläge für die Zukunft der Stadt.


„Im 75. Jubiläumsjahr nehmen die Berliner Festspiele nicht nur ihre traditions- und transformationsreiche Entwicklung und ihre anhaltende Verbindung mit der deutschen und europäischen Nachkriegsgeschichte in den Blick, sondern richten diesen auch nach vorn und auf die kulturellen wie geopolitischen Umbrüche unserer Gegenwart. Mit besonderen Programmen im Festspielhaus, im Gropius Bau und auf der Berliner Ringbahn schaffen wir Räume und lebendige Orte für künstlerische Exzellenz und innovative Formate, für einen vielstimmigen Dialog mit der Welt und neue Möglichkeiten des Miteinanders.“

- Matthias Pees, Intendant der Berliner Festspiele


Unter dem Titel Die große Unordnung begrüßen die Thementage Reflexe & Reflexionen Ende August Gäste wie Angela Merkel, Adam Tooze, Steffen Mau und Meera Nanda in Gesprächsrunden zu geopolitischen und gesellschaftlichen (Un-)Ordnungsmustern im Haus der Berliner Festspiele, kuratiert von Saba-Nur Cheema und Meron Mendel. Mit Blick auf das Jubiläum reflektieren diese Thementage in ihrer dritten Ausgabe dabei auch die historische West-Bindung der Berliner Festspiele seit ihrer Gründung 1951 und fragen: Was kommt nach Ost-West und Nord-Süd?

Auch das Musikfest Berlin – veranstaltet in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker – stellt unter der künstlerischen Leitung von Winrich Hopp das Festspieljubiläum ins Zentrum seines Programms, ging es doch als internationales Orchesterfestival 2004 aus den am 5. September 1951 erstmals mit einem Konzert eröffneten Berliner Festwochen hervor. Das Eröffnungskonzert des Musikfest Berlin 2026 am 28. August in der Philharmonie Berlin mit György Ligetis Anti-Oper Le Grand Macabre ist zugleich ein Festakt zur 75-jährigen Geschichte der Berliner Festspiele und der mit ihnen verbundenen Festivalformate und Aktivitäten. Außerdem erinnert die diesjährige Ausgabe an eine Reihe von Komponist*innen und Werken, denen die Berliner Festwochen besonders verbunden waren, wie George Gershwins Oper Porgy and Bess oder der Musik von Igor Strawinsky, Hans Werner Henze, Sofia Gubaidulina und Wolfgang Rihm.

Raum für die experimentellen Seiten der zeitgenössischen Musik geben die Berliner Festspiele mit ihren Festivals MaerzMusik und Jazzfest Berlin. MaerzMusik – unter der künstlerischen Leitung von Kamila Metwaly – eröffnet mit Georg Friedrich Haas’ monumentaler Arbeit 11.000 Saiten im ehemaligen Fabrikraum MaHalla. Präsentiert werden insgesamt 16 Uraufführungen mit Ensembles wie Klangforum Wien und Ensemble Dedalus aus Frankreich und KNM Berlin. Einen weiteren Höhepunkt bildet das Konzert von Meredith Monk mit rahmenden Filmvorführungen. Die außergewöhnliche Komponistin und Musikerin erhält in diesem Jahr den von der Akademie der Künste vergebenen Großen Kunstpreis Berlin. 

Das Jazzfest Berlin – unter der künstlerischen Leitung von Nadin Deventer – verbindet Ende Oktober erneut die vielfältigen Improvisationsszenen der USA und weiterer Länder mit der lebendigen Berliner Musiklandschaft und setzt seine seit drei Jahren gewachsenen Community-Aktivitäten mit unterschiedlichen Partnern aus der Berliner Zivilgesellschaft, u.a. mit Kindern, Jugendlichen und Studierenden, fort. Ein im letzten Jahr daraus entstandener experimenteller Kurzfilm steht kurz vor seiner Premiere.

Das Theatertreffen, geleitet von Nora Hertlein-Hull und gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, präsentiert im Mai die von der Kritiker*innen-Jury ausgewählten zehn bemerkenswertesten Inszenierungen des vergangenen Jahres, darunter Regiearbeiten von Leonie Böhm, Sebastian Hartmann, Pınar Karabulut und Jette Steckel. Das von Matthias Dell konzipierte Diskursprogramm nimmt direkten Bezug auf die Themen der eingeladenen Stücke. Das neue Format Mehr Drama! – gemeinsam mit dem Verband Deutscher Bühnen- und Medienverlage (VDB) konzipiert – ermöglicht renommierten Autor*innen wie Gerhild Steinbuch, Sivan Ben Yishai oder Sasha Marianna Salzmann einen ganz persönlich kuratierten Blick auf die Gegenwartsdramatik. Zudem werden traditionell drei Preise verliehen.

Die Treffen junge Szene in den vier Sparten Theater, Tanz, Literatur und Musik bieten jährlich jungen Talenten im Alter von 11 bis 21 Jahren eine künstlerische Plattform sowie Raum für kreativen Austausch und Weiterentwicklung. Sie sind Teil einer ganzen Reihe von Bundeswettbewerben, initiiert und gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 2026 widmen sich die Treffen junge Szene unter der Leitung von Susanne Chrudina insbesondere den Zukunftsperspektiven und der politischen Dimension junger Kunst. Im November feiert das Treffen junger Autor*innen seinen 40. Geburtstag und geht dabei erstmalig eine Zusammenarbeit mit dem Bundeswettbewerb up-and-coming Internationales Film Festival Hannover ein.
Zur Anthologie der Preisträger*innen 2025

In der Performing Arts Season 2026/27 – unter der künstlerischen Leitung von Yusuke Hashimoto – ist ab Oktober nach dem Auftakt mit Marina Abramovićs Balkan Erotic Epic. The Stage Version im Haus der Berliner Festspiele zudem die Weltpremiere von Anne Teresa De Keersmaekers neuer Kreation GLA55 zu erleben, die sie gemeinsam mit dem Ictus Ensemble, Bl!ndman und den Tänzer*innen ihrer Kompanie Rosas zu frühen Kompositionen von Philip Glass erarbeitet. Bis Januar 2027 entfalten weitere fünf internationale Produktionen der Künstler*innen Mario Banushi, Marie Chouinard, Damien Jalet / Kohei Nawa, Gisèle Vienne und des Multimedia-Performance-Kollektivs Dumb Type ein facettenreiches Panorama der zeitgenössischen darstellenden Künste zwischen Performance, Tanz, multimedialen und multidisziplinären Ansätzen, die inhaltlich durch die künstlerische Auseinandersetzung mit Mythen und Ritualen verbunden sind.

Neben der Ausstellung von Marina Abramović präsentiert der Gropius Bau 2026 weitere künstlerische Positionen, die sich kritisch mit gesellschaftlichen Strukturen auseinandersetzen und Genregrenzen auflösen. Das Programm startet Anfang März mit Leila Hekmats neuer Performance Roses Rising – The Movement. Ebenfalls im Frühjahr werden zudem Arbeiten von Peter Hujar und Liz Deschenes in einem generationsübergreifenden Dialog über Fotografie zu sehen sein und BAUBAU lädt als dauerhafter Spielort wieder Kinder zum Lachen, Toben oder Nichtstun ein.

Die Berliner Festspiele sind mit ihren Häusern auch immer wieder Spielstätte für langjährige Kooperationspartner und Gastveranstaltungen: Die Festivals Tanz im August und das internationale literaturfestival berlin sind im Sommer erneut zu Gast im Festspielhaus. Zudem präsentiert die Akademie der Künste das Bundesjugendballett John Neumeier mit Die Unsichtbaren am 4. und 5. März im Haus der Berliner Festspiele. Ebenfalls auf der großen Bühne zu Gast ist die Kompanie Sasha Waltz & Guests, wo auch der Theaterpreis des Bundes am 17. April verliehen wird. Das Goethe-Institut begeht im Juni sein ebenfalls 75-jähriges Jubiläum im Haus der Berliner Festspiele.

Zur Jahresübersicht 2026

Die Berliner Festspiele danken ihren Partnern und Förderern für die verlässliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit.