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Donnerstag, 19.5.2022

Impulse für die Zukunft

Von Yvonne Büdenhölzer (Leiterin Theatertreffen)

Wir haben es vermisst: unser Festspielhaus, das wir pandemie- und sanierungsbedingt nicht bespielen konnten. Nun sind wir nach zwei digitalen Festivalausgaben zurück im analogen Festspielbetrieb. Das Haus ist noch nicht ganz fertig, es empfängt uns trotz seiner historischen Grandezza mit ein paar Baustellen, mit Spuren der letzten Monate. Damit könnte es fast ein Symbol sein für unsere von Umbrüchen geprägte Gegenwart. Und zugleich strahlt es in hellem Pink: wiederverwendetes Granulat von einem Bühnenbild liegt auf dem Vorplatz und weist erste Schritte in eine von Achtsamkeit und Nachhaltigkeit geprägte Zukunft.

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Diese drei Säulen waren auch beim Theatertreffen immer präsent. Etablierte Formate wie die Auswahl der zehn bemerkenswerten Inszenierungen verbinden Vergangenes und Gegenwärtiges; diskursive und experimentelle Formate verbinden Gegenwärtiges und Zukünftiges. Die 10er Auswahl des Festivals mit ihrer inhaltlichen und formalen Vielfalt, Kreativität, Drastik und Behutsamkeit gibt einen Einblick in die ungebrochene Kraft der deutschsprachigen Theaterszene. Die fünf internationalen Arbeiten des Stückemarkts präsentieren kritische, skurrile und subtile Antworten auf die Frage „Was ist (uns) die Zukunft wert?“. Die Stipendiat*innen des Internationalen Forums und des Theatertreffen-Blogs können einander endlich wieder begegnen und gemeinsam an der Zukunft des Theaters und der Theaterkritik arbeiten.

All das erfüllt mich, trotz der Herausforderungen der Gegenwart, mit Freude. Dass wir uns als Festival kontinuierlich weiterentwickeln konnten, verdanken wir nicht zuletzt unseren Partner*innen, allen voran der Kulturstiftung des Bundes und 3sat, die uns immer verlässlich unterstützt haben. Den Jurys der 10er Auswahl und des Stückemarkts danke ich für ihre kritische Sichtungsarbeit und die guten Anregungen und meinem wunderbaren Team für die fantastische Zusammenarbeit.

In meiner letzten Ausgabe als Leiterin des Theatertreffens geht es nicht um ein Bilanzieren, sondern darum, Impulse für die Zukunft zu geben. Unser Diskursprogramm greift daher Themen auf, die uns schon lange beschäftigen – das Interesse für Struktur-, Macht und Genderfragen in der Konferenz „Burning Issues x Theatertreffen 2022: PERFORMING ARTS & EQUITY“, die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit im Theater in zwei Gesprächsrunden und die Verbindung mit der freien Szene in einem Gespräch zum Thema Gegenwart. Und wir treten wieder mit Ihnen, unserem Publikum, direkt in Kontakt – in Gesprächen, im Festspielgarten und in den Foyers; im Bewusstsein, dass die Pandemie, die Klimakrise, der Krieg bei uns allen Spuren hinterlassen haben. Wir möchten Sie dennoch einladen, mit uns zusammenzukommen: genauso kraftvoll wie vor der Pandemie, mit dem gleichen Drang zu mehr Wissen, mehr Erfahrungen, mehr kritischer Auseinandersetzung.

Herzlich willkommen beim Theatertreffen 2022!

Ein einzelner Baum mit grünen Blättern auf einem Feld, dahinter steht eine weiße Leinwand. Es sieht deshalb aus wie ein großes Bild eines Baumes, das in der Landschaft steht.

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50 % Frauenquote

Mit der Festivalausgabe 2020 führte das Theatertreffen eine Frauenquote von mindestens 50 Prozent in der Regieposition der 10er Auswahl ein. In Absprache mit der Festivalleitung verständigte sich die Jury darauf, die Frauenquote um weitere zwei Jahre bis einschließlich 2023 zu verlängern.

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