Die Kieselwand im Foyer der Berliner Festspiele ist mit durchsichtigen Planen geschützt, die den Eindruck eines Vorhangs entstehen lassen. Im Vordergrund befinden sich weitere Planen, die wie eine Art Skulptur wirken.

12.5.–
28.5.23

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Die vier Leiterinnen des Theatertreffens auf einem Baugerüst im Haus der Berliner Festspiele

Carolin Hochleichter, Olena Apchel, Joanna Nuckowska, Marta Hewelt
© Jacobia Dahm

In Arbeit

In künstlerischen Prozessen denken wir oft über alternative Realitäten und Zukunftsmodelle nach. Nun stehen wir tatsächlich vor einer solchen Alternative: Ein gleichberechtigtes, mehrsprachiges, weibliches Leitungsteam arbeitet an einer neuen Textur für die nächsten Ausgaben des Theatertreffens. 2023 werden wie gewohnt die zehn von der Jury ausgewählten bemerkenswerten Aufführungen des deutschsprachigen Theaters präsentiert. Gleichzeitig wird mit zehn unterschiedlichen, transdisziplinären Begegnungsformaten der Aspekt des „Treffens“ auf europäischer Ebene herausgearbeitet und es werden eine Reihe von Veranstaltungen konzipiert, die einen deutlichen Resonanzraum für das traditionsreiche Festival bilden. Bestehende Formate wie zum Beispiel das Internationale Forum, das Theatertreffen-Blog oder das TT Kontext-Programm können darin ebenso aufgehen wie eine Reihe von neuen Veranstaltungen, die – alle in Anlehnung an unterschiedliche Qualitäten eines Treffens – in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt werden.

Die Kommunikation und die Arbeit in unserem Team ist dabei bereits ein Treffen, in dem verschiedene Kulturen, Sprachen, Präferenzen und Kontexte zusammenkommen und in dem wir versuchen, zu einer einvernehmlichen Vereinbarung zu kommen – darüber, wie wir vielfältige sichere Treffen zu den unsicheren Themen Europas ermöglichen können. Wir akzeptieren dabei, dass der Zustand „in Arbeit“ andauernd ist. Das kann zuweilen beunruhigend und unsicher erscheinen, aber gleichzeitig auch lebendig, performativ und transitiv sein.

Eine Veränderung betrifft den Stückemarkt, der nicht fortgeführt, zum 60. Jubiläum des Festivals aber retrospektiv eine besondere Würdigung erfahren wird.

Das Theatertreffen findet im Zeitraum vom 10. bis 28. Mai 2023 statt. Die Auswahl der zehn bemerkenswerten Inszenierungen sowie weitere Details zur kommenden Festivalausgabe werden im Rahmen einer Pressekonferenz am 26. Januar 2023 vorgestellt.

Leitungsteam des Theatertreffen (v.l.n.r. Marta Hewelt, Carolin Hochleichter, Joanna Nuckowska, Olena Apchel)
Theatertreffen

Neues Leitungsteam

Vier Theatermacherinnen aus Polen, der Ukraine und Deutschland übernehmen ab 2023 die gemeinsame Leitung des Theatertreffens der Berliner Festspiele. Olena Apchel, Marta Hewelt, Carolin Hochleichter und Joanna Nuckowska arbeiten seit Anfang September an der Planung und Gestaltung des kommenden Festivals. Sie treten damit die Nachfolge von Yvonne Büdenhölzer an.

Yvonne Büdenhölzer mit dem Theatertreffen-Team auf der Bühne im Haus der Berliner Festspiele am Ende des Theatertreffen 2022
Theatertreffen

Danke für 11 Jahre Theatertreffen

„In den 11 Jahren meiner Festivalleitung haben wir gemeinsam 690 Stunden Theater im Mai in Berlin erlebt, 110 Inszenierungen gesehen – gespielt von 1025 Schauspieler*innen, inszeniert von 67 Regisseur*innen inklusive Kollektiven –, produziert von 92 eingeladenen Theatern und ausgewählt von 29 Juror*innen. Mein Dank gilt allen, die das Festival zu diesem inspirierenden und streitbaren Ort für die Theaterkunst gemacht haben: Künstler*innen, Partner*innen, Förder*innen, Juror*innen, Kritiker*innen, Kolleg*innen und dem Publikum!“

‒ Yvonne Büdenhölzer, Leiterin Theatertreffen 2012–2022

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50 % Frauenquote

Mit der Festivalausgabe 2020 führte das Theatertreffen eine Frauenquote von mindestens 50 Prozent in der Regieposition der 10er Auswahl ein. In Absprache mit der Festivalleiterin Yvonne Büdenhölzer verständigte sich die Jury darauf, die Frauenquote um weitere zwei Jahre bis einschließlich 2023 zu verlängern.

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