Die 10 bemerkenswertesten Inszenierungen

Die Glasmenagerie

Ein Spiel der Erinnerungen von Tennessee Williams

Theater Basel

Premiere: 30.1.2025

Drei Personen stehen auf Vibrationsplatten vor einer grauen Wand, in gelblichem Bühnenlicht.

Die Glasmenagerie © Theater Basel

Das intime Porträt einer zerrütteten Familie, die am American Dream zerschellt, zeichnen Jaz Woodcock-Stewart und ihr Team in Die Glasmenagerie mit atmosphärischer Dichte und hintergründigem Humor.
 

Publikumsgespräch
am Dienstag, 5.5.2026 im Anschluss an die Vorstellung

Es könnte ein entscheidender Abend werden für Laura Wingfield, die mit ihrer Mutter Amanda und ihrem Bruder Tom in einer bescheidenen Wohnung in St. Louis lebt. Denn Jim kommt zu Besuch und mit ihm vielleicht ein Ausweg aus dem tristen Leben, dem sich Laura durch das liebevolle Pflegen ihrer Glasfigurensammlung zu entziehen versucht. Am Ende zerbrechen jedoch nicht nur ihre Träume. In ihrer klaren und sensiblen Inszenierung der Glasmenagerie konzentriert sich Jaz Woodcock-Stewart besonders auf die Rolle von Frauen und die Mechanismen von Selbstaufopferung und Selbstoptimierung innerhalb des fragilen Familiengefüges. Wie wirkt sich der finanzielle und gesellschaftliche Druck auf die alleinerziehende Mutter und die weiteren Familienmitglieder aus? Woodcock-Stewart und ihr Ensemble laden zu einem empathischen Blick auf die Figuren und schauen zugleich hinter die Fassade.

Jurybegründung

„Das Faible für narrative Ästhetik gilt als UK-typisch. Jaz Woodcock-Stewart ist eine jener jungen britischen Regisseurinnen, die gekonnt erzählen, ohne schlicht nachzuerzählen. Sie gibt Tennessee Williams’ Glasmenagerie am Theater Basel einen sehr gegenwärtigen Drive, ohne den Text – der in den späten 1930-Jahren spielt – zu zerbrechen. (Aktuelle) Powerplates, Vibrationsplatten aus dem Gym, fördern hier gerade nicht den Muskelaufbau, sondern sind im Gegenteil ironisch gewendete, kongeniale Zeichen für die Erschütterung aller Halt gebenden Strukturen. Zwischen den nackten Betonwänden verlieren sich die drei Hauptfiguren. Eine Treppe führt ins Nichts, eine Rampe in ein reduziertes Leben ohne Geld und ohne Kontakt zur Außenwelt. Die queere Tochter flieht in eine Art Hikikomori-Dasein. Kurz wird für einen Besucher der Familie eine (Haus-)Fassade über das ausgehöhlte Leben des unglücklichen Trios gekippt; das wird nichts nützen. Eine leise, zeichenstarke, berührende Arbeit!“
– Alexandra Kedves für die Theatertreffen-Jury

ZumVideostatement

Künstlerisches Team

Jaz Woodcock-StewartInszenierung
Rosie ElnileBühne und Kostüme
Josh GriggSounddesign
Alex FernandesLichtdesign
Inga SchonlauDramaturgie

Besetzung

Hilke AltefrohneAmanda Wingfield, die Mutter
Jan BluthardtTom Wingfield, ihr Sohn
Antoinette UllrichLaura Wingfield, ihre Tochter
Julian Anatol SchneiderJim O’Connor, ein junger Mann
Thomy Riedtmann – Statisterie

Aufführungsrechte: Verlag Jussenhoven & Fischer

Mit freundlicher Unterstützung durch den Gönnerkreis