Die 10 bemerkenswertesten Inszenierungen

Mephisto

nach dem Roman einer Karriere von Klaus Mann

Münchner Kammerspiele

Premiere: 28.2.2025

Person in dunkler Kleidung steht allein vor schwarzem Hintergrund, eine Hand leicht hervorgehoben.

Mephisto © Münchner Kammerspiele

Mit Mephisto bringen Jette Steckel und ihr herausragendes Ensemble den Drahtseilakt eines Schauspielers zwischen persönlichem Vorteil und Kritik am System sowie die Frage nach Kunstfreiheit in einem autoritären Regime in poetischen, klaren und fein komponierten Bildern auf die Bühne.

Publikumsgespräch
am Sonntag, 3.5.2026 im Anschluss an die Vorstellung


3sat „Starke Stücke“: Die Inszenierung in voller Länge im TV sehen
am Samstag, 9.5.2026 um 20:15 Uhr auf 3sat

3sat „Starke Stücke“: Die Inszenierung ist in voller Länge online verfügbar
in der 3satMediathek und in der BerlinerFestspiele Mediathek ab Freitag, 1.5.2026 für ein Jahr

Der Schauspieler Hendrik Höfgen ist im Begriff, den Gipfel seiner Karriere zu erklimmen: Er bekommt ein Engagement am Preußischen Staatstheater Berlin, brilliert als Mephisto in Goethes Faust und wird schließlich vom Ministerpräsidenten zum Intendanten berufen. Doch der Aufstieg hat seinen Preis: Höfgen paktiert mit dem nationalsozialistischen Regime und verfängt sich in der Rolle seines Lebens. Klaus Manns Roman Mephisto gilt als ein Schlüsselwerk der Nachkriegsliteratur und thematisiert das Verhalten und die Verantwortung des Einzelnen in einem autoritären Regime, inspiriert von realen Vorbildern. In Jette Steckels eindrücklicher und kluger Inszenierung findet die gesamte Handlung im Theater statt. Damit rückt sie auch die Rolle von Künstler*innen innerhalb des Theaterbetriebs den Fokus und schafft ein Fest der Schauspielkunst: Das Ensemble ist in Höchstform, allen voran Thomas Schmauser mit seinem vielschichten und einprägsamen Spiel, das die inneren Konflikte der Hauptfigur sichtbar werden lässt und ein Ereignis ist.

Jurybegründung

„Jette Steckel und ihrem Team ist ein Abend gelungen, der den Mephisto-Roman Klaus Manns mit wenigen Sätzen Fremdtext zu einer beklemmenden, aktuellen Studie über das Verhältnis von Kunst und Macht formt. Virtuos zeigt Thomas Schmauser die Wandlung seines Hendrik Höfgen vom Vorkämpfer eines ,Revolutionären Theaters‘ zum opportunistischen Nazi-Günstling als von einer Mischung aus künstlerischer Eitelkeit und einigen Rest-Gedanken über Widerstand motiviert. Er tastet diese Figur sorgfältig von innen ab, zeigt sie als brüchig, hadernd und/oder hadern spielend. Dass Steckel selbst die Szenen dieses Abends, die im privaten Raum stattfinden, als Theater im Theater anlegt, ist deshalb nur konsequent. Es geht auch um einen Menschen-Typus, dem die Kunst die ganze Welt bedeutet und der sich der Illusion hingibt, dass das Theater ein Fluchtort ist, der letztlich unantastbar bleibt. Pustekuchen! Schaut man dem tollen Ensemble bei der Arbeit zu, sieht man auch Menschen, die die Neue Rechte nur zu gerne wieder von der Bühne verjagen würde. Dieser Abgleich zwischen der historischen Vergangenheit und der möglichen Zukunft tut richtig weh.“
– Sabine Leucht für die Theatertreffen-Jury

ZumVideostatement

DigitalesProgrammheft auf der Webseite der Münchner Kammerspiele

Künstlerisches Team

Jette SteckelRegie
Florian LöscheBühne
Pauline HünersKostüme
Mark Badur, Elias KrischkeMusik
Maximilian KraußmüllerLichtdesign
Emilia Heinrich, Jette Steckel, Johanna Höhmann – Fassung
Johanna Höhmann, Theresa Schlesinger, Carl HegemannDramaturgie

Besetzung

Thomas SchmauserHendrik Höfgen
Erwin AljukićTheophil Marder, Cäsar von Muck, Gottfried Benn
Bless AmadaJulien Martens
Johanna EiworthDora Martin, Lotte Lindenthal
Elias KrischkeHans Miklas, Live-Schlagzeug und Vibraphon
Linda PöppelBarbara Bruckner
Maren SoltyNicoletta von Niebuhr
Edmund TelgenkämperIntendant Kroge, Professor, Ministerpräsident
Martin WeigelOtto Ulrichs