Gespräch | Dramatik und Diskurs

Warum ist der Arbeiter nur auf der Bühne klasse?

Ein Gespräch über arm sein, reich werden wollen und Intersektionalität

Mit Ebow und Francis Seeck

In einer Zeichnung in den Farben orange und grün halten sich Besucher*innen im Oberen Foyer des Haus der Berliner Festspiele auf

© Berliner Festspiele, Illustration: 3pc

Fake it till you make it: Im Hauptmann von Köpenick kann das Ensemble in der Regie von Sebastian Hartmann viele Rollen spielen. In dem Stoff, der um ein emanzipatorisches Rollenspiel herum gestaltet ist, ist der klassenüberschreitende Trick zentral, mit dem ein namenloser Arbeiter sich qua Uniform zum respektierten Militär nobilitiert. Für den historischen Wilhelm Voigt (1849–1922) bedeutete die kalkulierte Performance als „Hauptmann von Köpenick“ finanziell die beste Zeit seines Lebens. Die mediale Vermarktung der Köpenickiade brachte weit mehr Ruhm und Geld ein als das prekäre, nomadische Arbeitsleben als Schuster zuvor – und sicherte Voigts Nachruhm. Ohne den Stunt mit der Uniform wüssten wir heute gar nicht, wer das war. Warum sind proletarische Figuren nur in ihrer medialen Inszenierung von Interesse? Und was sagt das über den Klassismus von Kultur und Gesellschaft? Antworten auf diese Fragen sucht das Gespräch mit Rapperin Ebow und Professor*in für Soziale Arbeit Francis Seeck.
 

Mit

EbowRapperin
Francis Seeck – Professor*in für Soziale Arbeit, Autor*in

Moderation Matthias Dell