Theatertreffen

Mehr Drama!

Autor*innen zeigen ihre Auswahl neuer Dramatik

Einen ganz persönlich kuratierten Blick auf die Gegenwartsdramatik ermöglicht das neue Theatertreffen-Format Mehr Drama!, das gemeinsam mit dem Verband Deutscher Bühnen- und Medienverlage (VDB) konzipiert wurde. Sechs Theaterverlage haben renommierte Autor*innen aus ihrem Programm gebeten, jeweils eine*n aufstrebende*n Dramatiker*in zu benennen, dessen*deren Text im Theatertreffen in einer Lesung mit hochkarätigen Schauspieler*innen präsentiert wird. 2026 trafen die Auswahl: Sivan Ben Yishai, Necati Öziri, Sasha Marianna Salzmann, Ferdinand Schmalz, Gerhild Steinbuch und Paula Thielecke.

Die ausgewählten Dramatiker*innen sind: Dora Yuemin Cheng, Lennart Kos, Jara Nassar, Sharon Dodua Otoo, Laura Uribe und Leonie Ziem

Eine Zusammenarbeit des Theatertreffens der Berliner Festspiele mit den Theaterverlagen Felix Bloch Erben, S. Fischer Verlage, henschel Schauspiel, Rowohlt Verlag, Suhrkamp Verlag, Verlag der Autoren und dem Verband Deutscher Bühnen- und Medienverlage e.V.  Gefördert von der Heinz und Heide Dürr Stiftung.

In einer Zeichnung in den Farben orange und grün gehen zwei Personen die Treppe hoch ins Obere Foyer des Haus der Berliner Festspiele

© Berliner Festspiele, Illustration: 3pc

Jury-Abschlussdiskussion im Livestream

Zum Schluss ein Blick hinter die Kulissen: Wie kam es zur finalen Auswahl der zehn bemerkenswertesten Inszenierungen? Wie ist es, mehr als 700 Produktionen zu sichten? Im Haus der Berliner Festspiele diskutiert die Theatertreffen-Jury genau diese Fragen am 17. Mai um 17:30 Uhr. Das Gespräch wird live in unserer Mediathek und auf nachtkritik.de gestreamt.

Die sieben Theatertreffen-Jurymitglieder stehen oder sitzen im Rang eines Theaters und schauen in die Kamera.

Willkommen zum Theatertreffen 2026

Die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen kehren das Innerste nach außen: Der Mensch in seinen niedrigsten Momenten, getrieben von Machtgier, Scham, Eitelkeit oder Opportunismus, tritt uns in den für das Theatertreffen 2026 ausgewählten Arbeiten auf ebenso bedrückende wie berückende Weise entgegen. Die Ambivalenz des Menschen und die immer wieder relativierte moralische Standfestigkeit des*der Einzelnen machen die Geschichten in dieser 10er-Auswahl so packend und mitunter unangenehm berührend.

Für ihre Beobachtungen menschlicher Abgründe wählen die künstlerischen Teams der Produktionen größtenteils bereits bekannte Texte und Geschichten, die sie kauen, drehen und wenden, um überraschende Aromen der Gegenwart zu Tage zu fördern. Formal und ästhetisch ist die Bandbreite der eingeladenen Inszenierungen groß. Vom Kostümopus bis zum nackt performten Musical, von der diskursiven Versuchsanordnung bis zu zwei Marathon-Aufführungen: Die diesjährige Juryauswahl verspricht beeindruckendes (Erzähl-)Theater mit überwältigenden Abenden, die uns mitunter schlau aufs Glatteis führen und die eigenen ethischen Parameter auf den Prüfstand stellen.

Über Ethik, gesellschaftliche Phänomene und Politik wird auch im neu aufgestellten Rahmenprogramm diskutiert, das sich auf die Bereiche Dramatik und Diskurs konzentriert. Für das neue Format Mehr Drama! suchte eine Gruppe renommierter Theaterautor*innen ihre ganz persönlichen neuen Stimmen zeitgenössischer Dramatik für Sie aus. Diese befinden sich an verschiedenen Stationen ihrer Karriere: Manche kommen frisch von der Universität, andere wurden schon in ersten Lesungen der Öffentlichkeit vorgestellt oder sogar mit Preisen ausgezeichnet. Vorgestellt werden die Texte der ausgewählten Nachwuchsdramatiker*innen von hochkarätigen Schauspieler*innen in klassischen Lesungen. Im Anschluss finden Gespräche mit den Dramatiker*innen und den Autor*innen, die die Auswahl getroffen haben, statt. Wir danken der Heinz und Heide Dürr Stiftung herzlich für die Unterstützung von Mehr Drama!

Das Diskursprogramm wiederum lädt zur weiteren Beschäftigung mit den Themen der 10er-Auswahl ein, mit namhaften Gästen aus unterschiedlichen Bereichen und aus unerwarteter Perspektive. Zwei Filme, drei Podiumsgespräche und eine Ausstellung in den Foyers bieten überraschende Verknüpfungen zwischen den Inszenierungen und unserer herausfordernden Gegenwart, kuratiert vom Theater-, Film- und Medienkritiker Matthias Dell. Gefördert wird das Diskursprogramm von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, vielen Dank! Außerdem möchten wir all unseren weiteren Kooperationspartnern und Förderern sehr für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die kontinuierliche Unterstützung danken, allen voran der Kulturstiftung des Bundes und unserem Medienpartner 3sat.

„In der Kunst lernen wir als Gesellschaft, einander zu ertragen“, schrieb der ehemalige Theatertreffen-Juror Janis El-Bira in einem Text zur Unverzichtbarkeit von Kultur für die Gesellschaft. Auch wenn es manchmal herausfordernd scheinen mag, ist die Auseinandersetzung im Theater auch Training im Aushalten von Ambivalenzen. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen kontroverse, bereichernde und erfüllende Momente im Theatertreffen 2026!

Nora Hertlein-Hull 
Leiterin Theatertreffen 

In einer Zeichnung in den Farben orange und grün befinden sich Besucher*innen vor dem Haus der Berliner Festspiele.

Trailer Theatertreffen 2026, Design: 3pc

© Berliner Festspiele / Theatertreffen

Auf einen Blick

Veranstaltungen mit Audiodeskription 2026

Im Rahmen des Theatertreffens können Sie drei Vorstellungen der 10 bemerkenswertesten Inszenierungen mit Live-Audiodeskription besuchen – Il Gattopardo, Die Glasmenagerie und Die Welt im Rücken im Haus der Berliner Festspiele.

Außerdem wird die Inszenierung Il Gattopardo am 16. Mai um 20:15 Uhr auf 3sat mit Audiodeskription ausgestrahlt und ist ab 1. Mai für ein Jahr in der Mediathek der Berliner Festspiele und in der 3satMediathek abrufbar.

An einer orange beleuchteten Kieselwand hängen die Buchstaben "TT" in schwarzer Farbe.

Theatertreffen 2026

© Berliner Festspiele, Foto: Fabian Schellhorn

In der Mediathek

3sat Starke Stücke 2026

3sat produziert mit dem Format Starke Stücke hochwertige Fernsehaufzeichnungen von vier Inszenierungen, die 2026 zum Theatertreffen eingeladen sind und zusammen mit Diskussionen und Behind the Scenes in der Mediathek der Berliner Festspiele abrufbar sind.

Ein Mann und ein Grammophon bilden Silhouetten vor weiß leuchtenden rechteckigen Bühnenelementen

Die Stipendiat*innen und Blogger*innen 2026

Das Internationale Forum 2026 versammelt 33 aufstrebende Theaterschaffende von Alexandria bis Quezon City, von Timișoara bis Langenthal. Und fünf Blogger*innen aus dem deutschsprachigen Raum sind eingeladen, das Theatertreffen mit verschiedenen journalistischen Formaten zu begleiten und kritisch zu reflektieren.

Das Theatertreffen

Jedes Jahr wählt eine Kritiker*innenjury aus mehr als 700 Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum die 10 bemerkenswertesten Inszenierungen aus, die im Mai in Berlin gezeigt werden.